Donna Maria, Martha oder Anna? München entscheidet über Namen der Tunnelbohrmaschine für die 2. Stammstrecke

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Am Tunnelportal West in München wird die erste Tunnelbohrmaschine der 2. Stammstrecke aufgebaut. Zu sehen ist hier das Schneidrad.
13. Juli 2026, 09:00 Uhr
München
Drei Finalistinnen aus über 1.000 Vorschlägen ausgewählt • Öffentliches Online-Voting bis 24. Juli • Exklusive Führung zur Tunnelbohrmaschine zu gewinnen  

Der Namenswettbewerb für die erste Tunnelbohrmaschine der 2. Stammstrecke geht in die nächste Runde. Mehr als 1.000 Bürger:innen haben in den vergangenen Wochen kreative Namensideen eingereicht, oft verbunden mit persönlichen Geschichten, historischen Hintergründen oder originellen Wortspielen. Für das Projektteam waren diese Begründungen ein entscheidendes Kriterium, um daraus eine Shortlist mit drei Namen auszuwählen. Bis 24. Juli 2026 können Bürger:innen auf der Projektwebseite nun über diese drei Namen abstimmen.  

„Wir sind begeistert von der großen Resonanz. Hinter vielen Vorschlägen stecken kreative Ideen, spannende Geschichten und eine große Verbundenheit mit München. Das hat uns die Auswahl nicht leicht gemacht. Jetzt freuen wir uns darauf, dass die Öffentlichkeit selbst entscheiden kann, wie unsere erste Tunnelbohrmaschine heißen wird“, sagt Jörg Müller, Leiter Technik bei der 2. Stammstrecke.  

Drei Namen haben das Projektteam mit ihrer Geschichte, ihrer Herleitung und ihrer Begründung besonders überzeugt: 

Anna: Mut, Innovation und Münchner Technikgeschichte 

Der Name Anna würdigt Anna Boyksen, die sich 1906 als erste Frau für ein Studium der Elektrotechnik in München einschrieb. Der Name ist laut dem Einreichenden kurz, zeitlos und einprägsam. Anna Boyksen wiederum stehe für Mut, Innovation und den Willen, neue Wege zu gehen - genau das, wofür auch die Tunnelbohrmaschine der 2. Stammstrecke stehe.  

Donna Maria: Von der Donnersbergerbrücke zum Marienhof 

Der Name verbindet den Startpunkt der Bohrarbeiten an der Donnersbergerbrücke („Donna“) mit dem Ziel am Marienhof („Maria“). Die eingereichte Begründung verweist auf Maria als Schutzpatronin Bayerns – weil die Maschine den Erkundungs- und Rettungsstollen gräbt, sei Schutz von oben angebracht. Mit einem Augenzwinkern greift der italienisch klingende Name zudem Münchens Ruf als „nördlichste Stadt Italiens“ auf. 

Martha: Eine Pionierin des Bauingenieurwesens 

Mit Martha erinnern die Einreichenden an Martha Schneider-Bürger. Sie schloss 1927 als erste deutsche Diplom-Bauingenieurin ihr Studium an der damaligen Technischen Hochschule München ab und wurde zu einer Wegbereiterin für Frauen im Bauingenieurwesen. Eingereicht haben den Namen zwei Bauingenieurinnen aus München, die damit Frauenvorbilder in Naturwissenschaften und Ingenieurberufen sichtbarer machen wollen.  

Jetzt entscheidet die Öffentlichkeit 

Vom 13. bis 24. Juli 2026 kann auf der Projektwebseite der 2. Stammstrecke über die drei Finalistinnen abgestimmt werden. Mitmachen lohnt sich gleich doppelt: Unter allen Personen, die für den späteren Siegernamen abstimmen, verlost die Deutsche Bahn eine exklusive Führung inklusive einer Begehung der  Tunnelbohrmaschine am 12. oder 13. September 2026. 

An diesem Septemberwochenende lädt die DB außerdem zum Tag der offenen Baustelle am Tunnelportal West ein. Besucher:innen können die rund 178 Meter lange und 700 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine von außen erleben – nur wenige Tage bevor sie planmäßig ab dem 17. September 2026 ihren Vortrieb Richtung Marienhof aufnimmt. 

Hintergrund 

Tunnelbohrmaschinen tragen traditionell weibliche Namen. Die Tradition geht auf die Heilige Barbara zurück, die als Schutzpatronin der Bergleute und Mineure gilt. 

Für die Menschen, die mit einer Tunnelbohrmaschine arbeiten, ist der Name weit mehr als Tradition. Über Wochen begleitet die Maschine die Mannschaft im Schichtbetrieb auf engstem Raum und bis zu 40 Meter unter der Erde. Der Name wird Teil ihres Arbeitsalltags und steht symbolisch für den gemeinsamen Fortschritt Meter für Meter unter München. 

Die erste Tunnelbohrmaschine der 2. Stammstrecke wird den rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen zwischen der Donnersbergerbrücke und dem Marienhof herstellen. Die sogenannte Mixshield-Maschine wurde gemeinsam von der ARGE Tunnel Hauptbahnhof und dem Hersteller Herrenknecht entwickelt und speziell auf die anspruchsvollen Bodenverhältnisse im Münchner Untergrund ausgelegt. 

Weitere Informationen und das Online-Voting: www.2.stammstrecke-muenchen.de/tbm