Artikel: Verbesserte Busse, mehr Komfort, mehr Service: Partner stärken Ersatzverkehr bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21
Die Deutsche Bahn hat kürzlich das neue Konzept der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und dem digitalen Knoten Stuttgart vorgestellt. Ein zentraler Baustein dabei ist ein optimierter Ersatzverkehr mit Bussen, um die Beeinträchtigungen der Reisenden während der notwendigen Sperrungen von Bahnstrecken weitestgehend zu reduzieren. Bahnchefin Evelyn Palla hatte dazu im letzten Lenkungskreis eine schnelle Umsetzung in Aussicht gestellt.
Dem entsprechend haben heute Vertreter der DB InfraGO AG, des Landes Baden-Württemberg und des Verbandes Region Stuttgart (VRS) einen Letter of Intent (LOI) zur gemeinsamen Weiterentwicklung des Schienenersatzverkehrs (SEV) in der Region Stuttgart unterzeichnet. Ziel ist es, bereits während der am 20. Juli 2026 startenden Bauarbeiten an der S-Bahn-Stammstrecke die Qualität der Ersatzverkehre ganzheitlich zu erhöhen und den Fahrgästen ein möglichst attraktives und verlässliches Verkehrsangebot zu bieten. Die DB InfraGO beabsichtigt, sich hierfür finanziell an qualitativ verbesserten Ersatzverkehrsangeboten zu beteiligen.
Martin Allweil, Leiter Fahrweg Region Südwest der DB InfraGO AG: „Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und des Digitalen Knotens Stuttgart erfolgt schrittweise und bringt für unsere Fahrgäste weiterhin Einschränkungen mit sich. Unser Anspruch ist es, diese Belastungen so gering wie möglich zu halten. Deshalb gehen wir gemeinsam mit unseren Partnern neue Wege und schaffen die Grundlage für einen qualitativ hochwertigen Schienenersatzverkehr. Gute Fahrgastinformation, hohe Zuverlässigkeit und ein attraktives Angebot sind dabei zentrale Voraussetzungen.“
Gerd Hickmann, Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr im Verkehrsministerium Baden-Württemberg: „Das Land begrüßt sehr die Bereitschaft der Deutschen Bahn, sich an den Kosten des Schienenersatzverkehrs aufgrund der Stuttgart-21-Baustellen hälftig zu beteiligen. Darum haben wir lange gekämpft. Dies wird es ermöglichen, die Qualität nochmals deutlich zu verbessern. Oberstes Ziel bleibt aber, dass die DB InfaGO in den kommenden Jahren die Baustellen besser koordiniert und bündelt und dass dadurch Streckensperrungen auf ein Minimum reduziert werden. Da nehmen wir die entsprechenden Zusagen der DB beim Wort“
Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor des Verbands Region Stuttgart: „Auf die Fahrgäste kommen in den nächsten Jahren bedauerlicherweise weitere Sperrpausen und damit verbundene Ersatzverkehre zu. Das bedeutet normalerweise kompliziertere Reisewege und längere Fahrtzeiten. Um es den Fahrgästen so erträglich wie möglich zu machen, erwarten wir als Aufgabenträger von der Deutschen Bahn künftig ein qualitativ neues, verlässliches und leistungsfähiges Produkt im Ersatzverkehr. Dazu gehören dichte Takte, ausreichende Kapazitäten, schnelle Expressverbindungen, verlässliche Anschlüsse und transparente Echtzeitinformation. Heute sehen wir hier erste Verbesserungen, die ab Montag bei den Fahrgästen auch spürbar sein müssen.“
Die Partner streben unter anderem folgende Qualitätsstandards für den Ersatzverkehr an:
- moderne und barrierefreie Fahrzeuge mit hohem Komfortstandard,
- eine einheitliche und gut erkennbare Gestaltung der Ersatzverkehre,
- verbesserte Fahrgastinformation in Echtzeit,
- professionell ausgestattete und klar gekennzeichnete Haltestellen,
- zusätzliche Reservekapazitäten für einen stabilen Betrieb,
- verstärkte Betreuung der Fahrgäste vor Ort.
Die erste Maßnahme der neuen Zusammenarbeit soll der Ersatzverkehr während der Sperrung der Stuttgarter S-Bahn-Stammstrecke im Sommer 2026 sein. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen in die weiteren Planungen für die kommenden Bau- und Inbetriebnahmephasen einfließen. Die Partner werden die konkreten finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen bis Ende 2026 gemeinsam ausarbeiten.
Frederik Ley, Vorstand DB Regio Straße: „Die Menschen in der Metropolregion Stuttgart haben zurecht das Bedürfnis, dass ihre Alltagswege trotz Bau- und Inbetriebnahmearbeiten verlässlich und planbar bleiben. An diesem Anspruch werden wir gemessen. Durch die kontinuierlichen Investitionen des Verbands Region Stuttgart haben wir bereits heute beim Ersatzverkehr der S-Bahn Stuttgart eine sehr solide Grundlage. Darauf wollen wir aufbauen und auf den Regionalverkehr ausweiten. Dabei werden wir auch unsere Erfahrungen aus den großen Korridorsanierungen einfließen lassen, bei denen wir in puncto Ersatzverkehr viele neue Dinge ausprobieren konnten, von denen die Reisenden nun auch andernorts, wie hier in der Region Stuttgart, profitieren.”