Artikel: Auf geht’s zur Wiesn: So bereitet sich die DB auf Millionen Oktoberfest-Fahrgäste vor
Die Deutsche Bahn bereitet sich auf das größte Volksfest der Welt vor. Wenn es am 19. September „O'zapft is!“ heißt und Millionen Festgäste zum Oktoberfest strömen, sorgen die Bundespolizei sowie DB Sicherheit mit 250 zusätzlichen Kräften für eine sichere An- und Abreise. 500 zusätzliche oder verlängerte S-Bahn-Fahrten, intensive Reinigung und ein besonderer Fokus auf verlässliche Aufzüge und Rolltreppen ergänzen die Wiesn-Vorbereitungen. Pünktlich zur Wiesn schafft die DB außerdem trotz Bauarbeiten mehr Platz für Fahrgäste am Münchner Hauptbahnhof.
Christoph Kraller, Konzernbevollmächtigter der DB für Bayern: „Bei täglich 100.000 zusätzlichen Reisenden wird es auch in den Bahnhöfen voll. Weil dann jeder Quadratmeter zählt, schaffen wir am Hauptbahnhof mehr Platz, stocken unser Personal auf und verbessern die Wegweisung zum Festgelände. Damit alle gut zur Wiesn und wieder heimkommen, braucht es aber auch ein gutes Miteinander: Rücksicht und Besonnenheit machen den Unterschied – auf der Wiesn genauso wie in Zügen und Bahnhöfen.“
Steffen Quaas, Leiter der Bundespolizeiinspektion München: „Zur Wiesn gehört für viele die Fahrt mit der Bahn genauso dazu wie Maß und Brezn. An den Wiesn-Tagen sind Bahnhöfe und Züge voll – und genau dort sind wir gemeinsam mit unserem Sicherheitspartner DB Sicherheit verstärkt präsent. Wir kennen uns, wir kennen die Abläufe und wir können uns aufeinander verlassen. So tragen wir dazu bei, dass alle sicher zur Wiesn und auch wieder gut nach Hause kommen.“
Mehr Platz und Fahrgastlenkung am Hauptbahnhof
Am Hauptbahnhof werden gleich mehrere Bauflächen wieder für Fahrgäste zur Verfügung stehen: So beschleunigt DB InfraGO die Arbeiten an der neuen Verbindung von der Gleishalle zum Starnberger Flügelbahnhof und öffnet sie rechtzeitig zur Wiesn für Fahrgäste. Die bisherigen Zugänge über die alte Schalterhalle bleiben während der Wiesn zusätzlich geöffnet. Zudem ist im Bereich der Gleise 26 und 27 im Flügelbahnhof ein großer umzäunter Bereich bereits wieder für Reisende freigegeben. Mehr Platz auch in der Gleishalle: Am teilgesperrten Bahnsteig 18/19 unterbricht die DB InfraGO die Arbeiten für die 2. Stammstrecke. In den nächsten Tagen wird der Bahnsteig extra für die Wiesn provisorisch wieder so weit hergestellt, dass er komplett nutzbar ist.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Monitoring und aktiver Fahrgastlenkung. Rund 25 Prozent mehr Mitarbeitende von DB Sicherheit als im Vorjahr und zusätzlich über 20 Reisendenlenker sind dafür im Einsatz und unterstützen auch bei der Zugabfertigung. In der Leitzentrale des Bahnhofs hilft spezielle Software dabei, hoch ausgelastete Bereiche schneller zu erkennen. Das ermöglicht es, Mitarbeitende gezielt dorthin zu schicken, wo sie gebraucht werden. Zusätzlich hat DB InfraGO an neuralgischen Stellen wie Gleis 11 oder dem Starnberger Flügelbahnhof gut sichtbare Bodenmarkierungen angebracht, die zum Weitergehen animieren, und die Wegeleitung zu Ausgängen und zur Festwiese mit großen Bannern erweitert. Gemeinsam mit Ansagen in ankommenden Zügen erleichtert das den Fahrgästen die schnelle Orientierung.
Mehr S-Bahnen und enge Zusammenarbeit von DB Sicherheit und Bundespolizei
Neben dem Hauptbahnhof ist der Wiesn-Bahnhof Hackerbrücke wieder Dreh- und Angelpunkt für die Fahrt zur Festwiese. Im Minutentakt halten hier Züge der S-Bahn München, die erneut offizieller Mobilitätspartner des Oktoberfests ist. Um den Andrang zu bewältigen, fahren alle Linien bis tief in die Nacht im 20-Minuten-Takt. Insgesamt gibt es mehr als 500 zusätzliche oder verlängerte Fahrten, finanziert durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) im Auftrag des Freistaats. Auch DB Regio bietet in Spitzenzeiten zusätzliche Kapazitäten durch längere Züge. (Hinweis: Auf einzelnen Strecken fahren baubedingt weniger Züge als üblich)
Allein an der Hackerbrücke sind bis zu 60 Kräfte von DB Sicherheit im Einsatz, um Fahrgäste zu lenken, die Abfertigung zu unterstützen und für Ordnung zu sorgen. Entlang der Stammstrecke und in den S-Bahnen sind die Teams ebenfalls verstärkt präsent. Gemeinsam mit der Bundespolizei setzt die DB dabei auf Prävention, damit der Betrieb stabil läuft: Dazu zählen Kontrollen zum Mitnahmeverbot von Bierkrügen, Glasflaschen und Luftballons. Gerade aufsteigende Luftballons haben in der Vergangenheit Kurzschlüsse an der Oberleitung und Sperrungen verursacht. Über Aushänge, Fahrgastfernsehen und Durchsagen weist die DB daher intensiv auf das Verbot hin. An der Hackerbrücke ist zudem wieder eine Kameradrohne stationiert: Bei Personen im Gleis hilft sie, die Lage schneller einzuschätzen, damit der Zugverkehr möglichst rasch wieder anlaufen kann.
Mehr Sauberkeit und zusätzliche Serviceangebote
Wo viele Menschen unterwegs sind, fällt viel Abfall an. Deswegen sind die Reinigungsteams der DB InfraGO zur Wiesn rund um die Uhr im Einsatz. Insbesondere zwischen Marienplatz und Hackerbrücke wird fast durchgehend gereinigt, aber auch auf der restlichen Stammstrecke sind die Teams deutlich öfter anzutreffen. Für die Sauberkeit in den Zügen stockt die S-Bahn München das eingesetzte Personal auf. Insbesondere in der Unterwegsreinigung sind bis spät nachts zusätzliche Mitarbeitende im Einsatz. Die Erreichbarkeit des „What’s schmutzig“ Services, mit dem Fahrgäste Verschmutzungen via WhatsApp melden können, ist während der Wiesn jeweils bis Mitternacht ausgeweitet. Im Hauptbahnhof bietet die DB außerdem neben den Schließfächern wieder die zusätzliche Gepäckaufbewahrung im Bereich des ehemaligen Intercity-Hotels.
Tipps und Hinweise für Bahnreisende zum Oktoberfest
- Rücksicht nehmen: Die DB bittet alle Fahrgäste, gelassen zu bleiben, aufeinander Rücksicht zu nehmen und anderen mit Respekt zu begegnen.
- Z’ Fuaß samma schnella: In der Gleishalle der Beschilderung zur Festwiese folgen. Der Weg zu Fuß ist oft schneller als die Weiterfahrt mit dem ÖPNV.
- Den ganzen Bahnsteig nutzen: Bei längeren Zügen lohnt es sich, den gesamten Bahnsteig zu nutzen. Gerade am Hauptbahnhof ist in den vorderen Zugteilen oft noch Platz, während es hinten bereits sehr voll ist.
- Luftballons auf der Festwiese lassen: Aufsteigende Luftballons aller Art können bei Kontakt mit der 15.000-Volt-Oberleitung Kurzschlüsse verursachen und den Bahnverkehr stark beeinträchtigen. Die Mitnahme ist deshalb verboten.
- Möglichst ohne großes Gepäck reisen: Größere Taschen und Rucksäcke sind auf der Festwiese nicht erlaubt. Wer dennoch Gepäck dabeihat, kann Schließfächer oder die zusätzliche Gepäckaufbewahrung im Bereich des ehemaligen Intercity-Hotels nutzen. In Spitzenzeiten kann es zu Wartezeiten kommen.
- Günstig in der Gruppe fahren: Auch ohne Deutschland-Ticket geht es günstig zur Wiesn. Für Kleingruppen zum Beispiel mit der MVV-Gruppen-Tageskarte: Für 19,70 Euro in der Zone M sind bis zu fünf Personen bis 6 Uhr des Folgetages im Stadtgebiet unterwegs.
- Ausweis nicht vergessen: Personalisierte DB- und MVV-Tickets sind nur zusammen mit einem Ausweis gültig.
- Bierkrüge gehören ins Festzelt: Die Mitnahme von Bierkrügen ist verboten und wird von DB Sicherheit und Bundespolizei kontrolliert. Gekaufte Bierkrüge können verpackt mitgenommen werden.
- Fahrräder möglichst vermeiden: Während der An- und Abreise kann es in den S-Bahnen sehr voll werden. Die Mitnahme von Fahrrädern ist deshalb je nach Auslastung nicht immer möglich.
Weitere Informationen der S-Bahn München unter www.s-bahn-muenchen.de/oktoberfest Tipps und Hinweise zum Wiesn-Besuch unter: www.muenchen.travel/artikel/muenchen-tipps-fuer/oktoberfest-tipps