Gemeinsam die Versorgung der systemkritischen Industrie sichern

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17. Juni 2026, 11:05 Uhr
Berlin
Dialog der DB-Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla und der Ministerpräsidenten der Länder Saarland, Niedersachsen und Brandenburg zu aktuellen Herausforderungen bei der Versorgung der Stahlindustrie • Ad-hoc-Runde zur Stabilisierung kritischer Rohstoffverkehre auf der Schiene vereinbart 

In einem Gespräch haben sich die Landesregierungen der drei Stahl-Länder mit der DB-Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla sowie den Spitzen von DB InfraGO und DB Cargo über die aktuelle Lage der Schienenlogistik und die Versorgung der Stahl-Industrie mit Rohstoffen ausgetauscht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Lieferketten zentraler industrieller Grundstoffe künftig noch verlässlicher abgesichert werden können.Die Initiative zu dem Gespräch ging von den drei Länder-Regierungschefs aus, nachdem kurzfristige Versorgungsengpässe bei den betroffenen Stahlunternehmen durch die Schienenlogistik entstanden waren. Die Bahn hat umgehend Maßnahmen eingeleitet, um diese kritische Situation zu bewältigen. So wurden Lieferverkehre priorisiert und Material und Personal zu diesem Zweck kurzfristig aufgestockt. Dies wurde von den Länder-Vertretern als zielführend anerkannt.Es bestand zudem Einigkeit darüber, dass dauerhaft stabile Lieferketten eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und verlässliche Planungsgrundlagen der Unternehmen sind. Das gemeinsame Ziel ist es daher, die Resilienz der Schienenlogistik weiter zu stärken und die Versorgung der Industrie auch während anspruchsvoller Situationen im Bahnbetrieb sicherzustellen.Aus dem Gespräch heraus entstand die Initiative, über die kurzfristige Abhilfe hinaus eine von der DB InfraGO organisierte Ad-hoc-Fach-Runde zu operativen Themen mit der betroffenen Industrie und der Logistikbranche einzuberufen. Dort sollen konkrete Maßnahmen identifiziert werden, mit denen die Versorgung der Industrie mit hochkritischen Rohstoffen auf der Schiene kurzfristig stabilisiert und die Lieferketten zentraler industrieller Grundstoffe langfristig abgesichert werden können.Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Saarland: „Die Industrie braucht eine zuverlässige Logistik und Rohstoffversorgung. Dafür ist die Bahn ein Schlüsselfaktor. Eine leistungsfähige Bahn-Infrastruktur muss daher verlässlich funktionierende Lieferketten über die Schiene und damit Planungssicherheit für die Industrie gewährleisten. Daran muss über die kurzfristige Abhilfe hinaus gemeinsam mit der Industrie weiter gearbeitet werden.“Ministerpräsident Olaf Lies, Niedersachsen: „Die Stahlindustrie ist ein zentraler Pfeiler unseres Wirtschaftsstandorts und sichert zahlreiche Arbeitsplätze – auch weit über die Branche hinaus. Und belastbare Lieferketten sind für sie eine zentrale Voraussetzung für einen starken Industriestandort. Gerade jetzt - also in Zeiten, in denen unsere Industrieunternehmen nahezu täglich von immer neuen geopolitischen Herausforderungen durchgerüttelt werden - müssen Unternehmen darauf vertrauen, dass zumindest das System in Deutschland stabil bleibt. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass Rohstoffe und Vorprodukte zuverlässig ankommen. Deshalb war es so wichtig, jetzt alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen. Ich begrüße, dass die Bahn die besondere Bedeutung erkennt und nun in einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Stahlunternehmen an konkreten Lösungen für eine leistungsfähige und resiliente Lieferkette arbeiten will.“Ministerpräsident Dietmar Woidke, Brandenburg: „Die Stahlindustrie ist bereits in schwierigem Fahrwasser und auf eine zuverlässige Versorgung mit Rohstoffen angewiesen. Bahn-Baustellen und Herausforderungen im Güterverkehr dürfen nicht dazu führen, dass es zu Produktionskürzungen kommt. Es braucht künftig ein besseres Baustellenmanagement und verlässliche Zusagen für einen reibungslosen Transport, um die Versorgung der Industrie langfristig sicherzustellen. Es ist gut, dass nun an konkreten Lösungen gearbeitet wird."Vorstandsvorsitzender DB InfraGO Dr. Philipp Nagl: „Die DB InfraGO ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Wir haben daher die wichtigsten Akteure entlang der Lieferketten an einen Tisch geladen. Unser Ziel ist eindeutig: Wir wollen gemeinsam analysieren, wo betriebliche Hebel liegen, und konkrete Lösungsansätze entwickeln, um die Versorgung insbesondere der systemrelevanten Industrien langfristig abzusichern.“