Wartung für Klimaanlagen und Fahrzeuge im Nah- und Fernverkehr
Selbstverständlich sollen die Reisenden auch bei hohen Temperaturen komfortabel mit dem Zug zu ihren Zielen gelangen. Die kompletten ICE- und Intercity-Flotten sind mit Klimaanlagen ausgerüstet. Die DB hat in diesem Sommer rund doppelt so viele ICE 4 im Einsatz wie 2019. Der ICE 4 hat in der DB-Flotte die modernste Klimatechnik. Außerdem wurde auch die Intercity-Flotte weiter modernisiert, beispielsweise mit den neun neuen KISS-Doppelstock-IC-Zügen, deren Klimaanlagen für Außentemperaturen bis über 40 Grad Celsius ausgelegt sind und die erfahrungsgemäß sehr stabil laufen. Auch im Regionalverkehr verfügen rund 88 Prozent der Fahrzeuge über entsprechende Technik – und sukzessive werden alte durch neue Züge mit Klimaanlagen ersetzt.
Bei den Triebzügen sind dabei immer mehrere Klimaanlagen über den gesamten Zug verteilt. Oft befinden sich die Anlagen auf den Dächern. Bei vielen Fahrzeugen kann man sie recht einfach erkennen, es sind schwarze Kästen auf dem Dach des Zuges. Manchmal befinden sich die Anlagen aber auch hinter einer Verkleidung oder sind im Fahrzeug integriert, um die Aerodynamik der Fahrzeuge zu verbessern.
Um die Fahrzeuge auf die besonderen Anforderungen in den Sommermonaten vorzubereiten, führt die DB daher gezielte Wartungsarbeiten durch, von denen ein Großteil auf die Klimaanlagen und entsprechende Bauteile in den Fahrgasträumen entfällt.
Bei der Wartung der Klimaanlage, die meist halbjährlich erfolgt, öffnen die Mitarbeiter in den Werken die Anlage. Die Bauteile werden gereinigt, die Filter getauscht. Alle Bauteile und Anschlüsse werden im Stand und im Betrieb begutachtet, um gegebenenfalls defekte Bauteile zu identifizieren. Außerdem findet eine Prüfung aller Funktionalitäten sowohl für den Normalbetrieb als auch für alle Sicherheitsfunktionen statt, wozu etwa das Abschalten der Anlage im Störungsfall gehört.
Allein für den Fernverkehr nimmt die DB in den kommenden fünf Jahren noch einmal einen zweistelligen Millionenbetrag zusätzlich für die Instandhaltung der Klimaanlagen in die Hand. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen hunderte neue Mitarbeiter in den Instandhaltungswerken eingestellt, um die technische Stabilität der Klimaanlagen bestmöglich zu gewährleisten.
Aber nicht nur am Klimagerät werden Arbeiten durchgeführt, auch im Fahrzeug selbst müssen die Mitarbeiter einiges prüfen: Temperaturfühler werden gereinigt oder bei Bedarf neu eingestellt, die Steuerung der Lüftungsanlage wird durchgecheckt, wie zum Beispiel das Öffnen und Schließen der Klappen für die Frischluftzufuhr und die einwandfreie Funktion von Luftstromwächtern. Darüber hinaus werden in größeren Abständen die Klimakanäle gereinigt, um die Ablagerung von Staubpartikeln zu vermeiden, die sich auf die Funktionsweise der Anlage auswirken können.