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Update Wiederaufbau nach der Flut: Auf der Eifelstrecke seit 21. Juni wieder Züge zwischen Auw an der Kyll und Kyllburg

Update Wiederaufbau nach der Flut: Auf der Eifelstrecke seit 21. Juni wieder Züge zwischen Auw an der Kyll und KyllburgAbschnitt von Mechernich bis Kall seit 12. Juni in Betrieb • Vollständiger Wiederaufbau der 160 Kilometer langen Eifelstrecke bis Ende 2023 geplant

Eifelstrecken

Seit dem 23. April fahren auf dem nordrhein-westfälischen Teil der Eifelstrecke zwischen Euskirchen und Mechernich wieder Züge. Ab 12. Juni kommt nun der nächste Abschnitt von Mechernich bis Kall hinzu. Für die Menschen in der Region verbessert sich damit zum Sommer-Fahrplanwechsel das Bahnangebot in der Eifel erneut. Im Anschluss an die Inbetriebnahme des rund zehn Kilometer langen Abschnitts erledigen die Bauteams noch einige Restarbeiten. Diese haben jedoch keine Auswirkungen auf den Bahnverkehr, denn sie finden nachts bzw. außerhalb des Gleisbereichs statt.

Schon seit Dezember 2021 arbeiteten die Fachfirmen zwischen Euskirchen und Kall sieben Tage pro Woche im Zwei- und Drei-Schicht-Betrieb, um die ca. 25 Kilometer lange zweigleisige Strecke schnellstmöglich wieder befahrbar zu machen. Die Flut hatte den Bahnhof Kall und den Bereich vor dem Kaller Tunnel in weiten Teilen überspült. Deswegen hat die DB den verschlammten Streckenabschnitt mit einer sogenannten Bettungsreinigungsmaschine aufwändig von Geröll und Ablagerungen befreit. Vor dem Kaller Tunnel waren die Gleise so stark verschmutzt, dass diese mitsamt Untergrund vollständig erneuert werden mussten. Außerdem haben die Fachkräfte Bahnsteige und Bahnübergänge erneuert, schadhafte Schwellen ausgetauscht und Signale sowie die Leit- und Sicherungstechnik instandgesetzt. Um das Gleis wieder in die richtige Lage zu bringen und das Schotterbett zu stabilisieren, hat die DB auf dem gesamten Abschnitt zwischen Mechernich und Kall außerdem Stopfarbeiten durchgeführt.

Der Wiederaufbau des Abschnitts von Kall bis Nettersheim ist bis Ende 2023 geplant. Dafür packen die Fachkräfte allein zwölf Kilometer Gleise, acht Durchlässe und mehrere Brücken an. Eine davon ist die Eisenbahnüberführung Urftfluss bei Sötenich, die komplett neu errichtet werden muss, da die Flut ihre Bögen stark beschädigte. Außerdem baut die DB an vielen Stellen weggespülte Bahndämme wieder auf. Gleichzeitig wird die Stellwerkstechnik komplett erneuert. Parallel laufen die Planungen für die vorgezogene Elektrifizierung der Eifelstrecke.

In Rheinland-Pfalz können Reisende zwischen Trier-Ehrang und Auw an der Kyll seit Februar ein Mal pro Stunde und Richtung mit dem Zug fahren. Für die Instandsetzung des Streckenabschnitts hat die DB knapp 15 Kilometer Oberbau mit Gleisen, Schwellen und Weichen erneuert und gereinigt. Zudem mussten drei Brücken repariert werden. Die Bauteams setzten außerdem drei Stellwerke instand. Um die Kommunikationsverbindungen zwischen Weichen und Signalen wiederherzustellen, prüften die Spezialist:innen ca. 55 Kilometer Kabel und tauschten diese zum Großteil aus.

Seit 28. Mai fahren zwischen Auw an der Kyll und Bitburg-Erdorf, seit 21. Juni weiter bis Kyllburg wieder die Züge. Die DB hat dafür die von der Flut zerstörte Infrastruktur auf rund 20 Kilometern rundum erneuert. Die Stellwerke in Speicher und Philippsheim sind ebenfalls instandgesetzt und steuern die Weichen und Signale auf der Strecke. Fahrgäste können die Stationen Speicher, Philippsheim, Hüttingen, Bitburg-Erdorf und Kyllburg zum Ein- und Ausstieg in die Züge nutzen. Diese fahren täglich ein Mal pro Stunde und Richtung. Durch das verbesserte Angebot entfällt der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Auw an der Kyll und Kyllburg. Für die Fahrt bis Nettersheim ist der Umstieg auf den Bus ab sofort in Kyllburg möglich.

Die DB setzt jetzt die Arbeiten nun an der Eifelstrecke bis Gerolstein fort. Der Wiederaufbau von Gleisen, Schwellen und Weichen soll hier noch im Sommer abgeschlossen sein.

Im letzten Schritt folgt der Streckenabschnitt nach Nettersheim, der von den Wassermassen besonders stark geschädigt wurde. Zwischen Ehrang und Nettersheim bringt die DB allein mehr als 20 von der Flut beschädigte Brücken und Stützbauwerke wieder in Schuss. Knapp 25 Bahnübergänge bedürfen einer umfangreichen Instandsetzung. Zudem muss im Abschnitt Gerolstein–Ehrang die Stellwerkstechnik komplett erneuert werden. Das Gleiche gilt für insgesamt rund 50 Kilometer Gleise und zehn Kilometer Bahndamm.

Die DB plant, den Wiederaufbau der rund 160 Kilometer langen Eifelstrecke bis Ende 2023 vollständig abzuschließen. Weitere Informationen unter: www.eifel-strecke.de

Voreifelbahn

Seit dem 1. Mai können die Züge auf dem letzten noch fehlenden Abschnitt der Voreifelbahn zwischen Rheinbach und Euskirchen wieder rollen. Ursprünglich hatte die Deutsche Bahn dies erst im Sommer geplant. Für den Wiederaufbau des ca. ein Kilometer langen Abschnitts haben die Bauteams u. a. den Oberbau erneuert sowie Kabelkanäle gereinigt, instandgesetzt und beschädigte Kabel durch neue ausgetauscht. Der gänzlich zerstörte Bahnübergang “Orbachstraße” wurde komplett erneuert, am Bahnübergang “Essiger Straße” waren hingegen kleinere Reparaturen und Austauscharbeiten notwendig. Im Bereich der über den Orbach führenden Eisenbahnbrücke wurden zudem Böschung und Absturzsicherung wiederhergestellt. Im nächsten Jahr werden noch kleinere Restarbeiten ausgeführt. Zwischen Bonn und Rheinbach können Reisende bereits seit August 2021 wieder fahren.


Eifelquerbahn

Die stillgelegte Eifelquerbahn durfte Anfang des Jahres mit sehr reduzierter Geschwindigkeit für die Evakuierung der bei der Flut gestrandeten Fahrzeuge genutzt werden. Dies war nach Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt möglich. Für die einmaligen Transporte hat die DB unter anderem die Vegetation an der Strecke zurückgeschnitten und den Oberbau provisorisch hergerichtet. Gleichzeitig untersuchten Spezialist:innen die Gleise und die Brücke über die Kyll eingehend auf ihre Tragfähigkeit.

Zur weiteren Zukunft der Eifelquerbahn hat der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord angekündigt, eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Darin werden die Möglichkeiten zur Reaktivierung der Strecke und zur Bestellung von vertaktetem Nahverkehr untersucht.


Ahrtalbahn

Nach Einschätzung der Planer:innen sollen die Reisenden voraussichtlich Ende 2025 wieder durchgängig von Remagen bis Ahrbrück mit der Bahn fahren können. Erste eingleisige Abschnitte der Ahrtalbahn sind bereits seit Ende letzten Jahres in Betrieb.

Für den von den Wassermassen besonders betroffenen Bereich Walporzheim–Ahrbrück hat die DB im Frühjahr die Planung und die Bauleistungen ausgeschrieben. Nach Abschluss der Planung können dann voraussichtlich im ersten Quartal 2023 die Bauarbeiten beginnen, bevor zwei Jahre später der Wiederaufbau der Ahrtalstrecke in Gänze abgeschlossen sein soll. Die Bauteams ersetzen dabei allein acht Brücken und nahezu alle Stützbauwerke. Außerdem müssen auf rund 14 Kilometern neue Schienen und Schwellen mitsamt Schotter verlegt werden. Hinzu kommt die Instandsetzung von sieben Bahnübergängen und der zerstörten Stellwerke in Dernau und Kreuzberg. Das im Bau befindliche Elektronische Stellwerk Ahrtalbahn, das künftig für einen effizienteren und verlässlicheren Bahnverkehr im Ahrtal sorgt, muss die DB von Grund auf neu konzipieren.

Um für künftige Extremwetterlagen aufgestellt zu sein, soll die Infrastruktur zudem überall dort, wo es möglich ist, klimaresilienter errichtet werden. Hierzu gehören zum Beispiel schlankere Brückenkonstruktionen ohne Mittelpfeiler in der Ahr oder eine hochwasserfestere Gestaltung von Bahndämmen und Durchlässen. Darüber hinaus prüft die DB derzeit mit dem Land Rheinland-Pfalz, wie zerstörte, bislang noch nicht mit Oberteilungen ausgestattete Abschnitte beim Wiederaufbau der Strecke mit elektrifiziert werden können. Hierzu gehört die Frage der Finanzierung ebenso wie die Untersuchung der technischen Voraussetzungen.


Volmetalbahn

Seit Dezember 2021 können Reisende wieder von Hagen Hauptbahnhof bis Rummenohl mit dem Zug fahren. Hier führten die Bauteams im Vorfeld umfangreiche Hangsicherungs- und Böschungsarbeiten aus. Gleichzeitig hat die DB Oberbau und Brücken erneuert. Die Reparaturen zwischen Rummenohl und Brügge dauern aufgrund der großen Schäden noch mindestens bis Ende 2022 an. Um die Stabilität des Bahndamms wiederherzustellen, müssen in Teilbereichen massive Stützwandkonstruktionen errichtet werden. Die Strecke bleibt daher zunächst weiter für den Bahnverkehr gesperrt. Für Reisende steht auf diesem Teilstück ein Schienenersatzverkehr zur Verfügung.
 

Erfttalbahn (RB 23)

Zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel arbeitet die DB am Wiederaufbau des von der Flut zerstörten Bahndamms. Gleichzeitig müssen Gleise, Bahnübergänge, Brücken und Durchlässe instandgesetzt werden. Diese Arbeiten dauern über 2022 hinaus an.

Einen Zeitpunkt für die vollständige Wiederherstellung der von der Flut getroffenen Infrastruktur können die Fachleute noch nicht abschließend benennen. Auch an den bereits wieder in Betrieb gegangenen Strecken gehen die Arbeiten weiter. Bei den Planungen für den Wiederaufbau von Strecken, Bahnhöfen, Anlagen und Technik steht die Deutsche Bahn weiter im guten und engen Austausch mit Bund, Ländern und Gemeinden.