Digitale Innovationslabore

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Digitale Innovationslabore

Raum für kreative Köpfe und neue Ideen

In mehr als 100 Innovationslaboren in Deutschland tüfteln deutsche Unternehmen an der digitalen Zukunft. Das Wirtschaftsmagazin Capital hat 2018 zum zweiten Mal Bestenlisten in drei Kategorien veröffentlicht. Auch die DB ist vertreten und das gleich mehrfach: Skydeck, amspire und d.lab sind in der Kategorie „Beste Innovation-Labs“ unter den besten 24, die DB mindbox macht den dritten Platz in der Kategorie „Beste Acceleratoren“ und das Programm "DB Intrapreneurs" schafft es in die Bestenliste der Kategorie „Beste Company-Builder“. Insgesamt haben sich fast 60 Teams der Befragung gestellt. Bewertet wurde auf einer Skala von eins (wenig erreicht) bis fünf (optimal).

Trotz stereotyper Standardausstattung mit Tischkicker und Sitzsäcken und viel Freiraum zum Ausprobieren – unterm Strich zählen Ergebnisse. Das belegt auch die Capital-Studie. Auf der Bestenliste finden sich fast ausschließlich Teams, die konkrete Produkte vorweisen können, die sie auf den Weg gebracht haben, oder die gemeinsam mit Startups Lösungen vorantreiben.

Das Skydeck der DB Systel in Frankfurt am Main

Skydeck 

Das Skydeck, die Innovationsschmiede der DB Systel, sucht und fördert bereichsübergreifend innovative IT-Lösungen. Im Skydeck kommen das IT-Wissen der DB Systel-Mitarbeiter, das fachliche Know-How der DB-Kollegen aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern, Ergebnisse aus Forschung und Wissenschaft sowie Startup-Arbeitsweisen und Kreativmethoden zusammen.

Business Canvas ist ein kreatives Tool, um neue Geschäftsmodelle oder Ideen zu testen.

Im zentralen Programm für Mitarbeiter, dem Skydeck Accelerator, werden Mitarbeiter bei der Umsetzung ihrer IT-Innovationen für das Kerngeschäft der DB unterstützt. Ziel ist es, die Ideengeber innerhalb von zehn Wochen in die Lage zu versetzen, einen Prototyp zu realisieren und ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Auch das Team hinter EVE (Engaging Virtual Education), einer Virtual-Reality-Umgebung zur Mitarbeiterschulung, hat die ersten Gehversuche im Skydeck Accelerator unternommen. 

Das Skydeck landet im Capital-Ranking mit einer Gesamtwertung von 3,5 Punkten auf Platz 12.

amspire - "Asset & Maintenance Digital Lab"

"Google trifft Güterbahn" lautete einmal der Titel eines FAZ-Artikels über ein Projekt aus dem Umfeld des "Asset & Maintenance Digital Lab",  kurz „amspire“. Im Artikel ging es um intelligente Güterwagen, von denen bereits über 1.000 für DB Cargo unterwegs sind. Mit den Projekten "TechLOK" und "Wagon Intelligence" treibt das amspire-Team die Ausrüstung von Loks und Güterwagen mit modernster Sensorik und Telematik voran. Über die Sensoren werden permanent Zustandsdaten zur Verfügung gestellt und detaillierte Diagnosen zum Zustand der Fahrzeuge bzw. der Komponenten möglich. Mit Hilfe dieser Daten soll künftig eine flexible und zustandsbezogene Instandhaltung möglich werden. Im Mittelpunkt steht dabei, Verfügbarkeit und Qualität zu erhöhen sowie Kosten zu reduzieren.

Auf der Basis von permanent erhobenen Zustandsdaten werden Güterzug-Lokomotiven flexibel und zustandsbezogen instand gehalten

Der Schwerpunkt des Teams liegt auf der Automatisierung und Digitalisierung von Fahrzeugen und Instandhaltung, aktuell mit Fokus auf den Schienengüterverkehr. Im Capital-Ranking erreicht das Lab 3,2 Punkte.

d.lab 

Public Viewing wird zur WM an allen erdenklichen Orten angeboten. Wieso nicht auch im Zug? Genau das könnte künftig möglich sein. Der Ideenzug von DB Regio zeigt das exemplarisch. An dessen Entwicklung war auch das d.lab – oder DB Mobility Lab – beteiligt. Das d.lab ist das Innovationslabor des Personenverkehrs mit Sitz im Frankfurter Bahnhofsviertel. Dort dreht sich alles um den Reisenden, dessen Wünsche und Bedürfnisse. Zentrale Methode ist das sogenannte Rapid Prototyping. Dabei geht es darum aus Kundenwünschen, Ideen und Konzepte zu entwickeln und diese als Prototypen schnell greifbar zu machen. Die Prototypen werden dann auch direkt mit den Kunden getestet und anhand des Feedbacks weiterentwickelt.

DB und Bayerische Eisenbahngesellschaft BEG haben einen Kooperationsvertrag zur Erstellung eines Konzepts zur Realisierung ausgewählter Module des Ideenzuges abgeschlossen. Beim Redesigns eines Doppelstockwagens der Südostbayernbahn SOB sollen neun Themenwelten des Ideenzugs umgesetzt werden, die dann ab Ende 2020 auf der Strecke München–Mühldorf getestet werden. 

Das d.lab kommt im Capital-Ranking auf eine Gesamtwertung von 3,1 Punkten.

Im Ideenzug werden digitale Serviceangebote mit den Kunden getestet.

DB mindbox

Laut der Capital-Studie sind mehr als ein Viertel aller Innovationslabore und Acceleratoren in Berlin, insbesondere dann, wenn es um die Zusammenarbeit mit Startups geht. Die DB mindbox hat bereits 2015 ihre Türen unter den S-Bahn-Bögen des Berliner Bahnhofs Jannowitzbrücke geöffnet und ist inzwischen nicht nur feste Größe in der Startup-Szene. Im Förderprogramm DB StartupXpress werden Jungunternehmer für 100 Tage mit Workshops, Mentoring, Arbeitsplätzen in der DB mindbox und 25.000 Euro Startgeld gefördert. Ziel: das Kerngeschäft der DB mit neuen unkonventionellen Ansätzen zur Qualitäts- und Serviceverbesserung weiter verbessern. Ein Beispiel ist Deutschlands erste leuchtende Bahnsteigkante, die derzeit Pendlern an einem Bahnsteig in Stuttgart Bad Cannstatt die Orientierung erleichtert. Entwickelt wurde sie vom Startup SIUT.

Die DB mindbox unter den S-Bahn-Bögen des Berliner Bahnhofs Jannowitzbrücke ist eine feste Größe in der Startup-Szene.