Artikel: Korridorsanierung Troisdorf – Unkel: Bahn setzt auf umfassendes Ersatzkonzept im Nahverkehr
Die DB InfraGO startet in wenigen Monaten mit der dritten Korridorsanierung in Nordrhein-Westfalen. In der Zeit vom 10. Juli bis zum 12. Dezember 2026 bündeln die Bauteams auf der vielbefahrenen rechten Rheinstrecke zwischen Troisdorf, Koblenz und Wiesbaden ein großes Bauvolumen und arbeiten zeitgleich an Gleisen, Weichen, Stellwerken, Brücken, Oberleitung und Bahnhöfen. Um die fünfmonatige Streckensperrung bestmöglich zu nutzen, finalisieren die Bauteams zudem einen Großteil des S-13-Ausbaus zwischen Troisdorf und Bonn. Damit Fahrgäste während der Bauzeit weiterhin mobil bleiben, hat die DB InfraGO in Abstimmung mit den Aufgabenträgern für den Schienenpersonennahverkehr go.Rheinland und Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) sowie den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen ein leistungsstarkes Ersatzkonzept für den Nahverkehr erarbeitet.
Das Bauprogramm im Überblick
Während der intensiven Bauzeit von Juli bis Dezember erneuert die DB InfraGO allein auf dem nordrhein-westfälischen Streckenabschnitt zwischen Troisdorf und Unkel rund 37 Kilometer Gleis, 54 Weichen sowie 14 Kilometer der Oberleitung oder setzt sie umfassend instand. Außerdem wird die gesamte Strecke mit moderner Leit- und Sicherungstechnik ausgestattet. Darüber hinaus schließen die Teams den Neubau der Eisenbahnüberführung an der Drachenfelsstraße in Königswinter ab. Neben den zahlreichen Arbeiten an der Strecke setzt die DB InfraGO auch auf die umfassende Sanierung der Bahnhöfe in Niederdollendorf, Königswinter, Rhöndorf und Bad Honnef. Dabei stehen insbesondere die barrierefreie Modernisierung und eine optisch attraktivere Gestaltung der Stationen im Fokus.
Parallel zur Korridorsanierung steht für den Ausbau der S 13 ein umfangreiches Baupaket auf dem Programm. Mit dem Ende der Bauarbeiten zum Fahrplanwechsel 2026/27 wird die Infrastruktur zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel – also auf 80 Prozent der Ausbaustrecke – rundum erneuert und erweitert sein. Damit stellt die DB die Weichen für den S-Bahnverkehr zwischen Bonn und dem Flughafen Köln/Bonn.
Sanierung und Ausbau sollen hier im Zusammenspiel dafür sorgen, die hochbelastete Eisenbahnstrecke langfristig verlässlicher und leistungsfähiger zu machen. Störungen und damit einhergehende Verspätungen sollen sich so deutlich reduzieren.Busse statt Bahnen im Nahverkehr
Für die Zeit der Bauarbeiten hat die DB InfraGO in Abstimmung mit den Aufgabenträgern und den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen ein umfassendes Ersatzkonzept für den Nahverkehr erarbeitet. Dabei setzt die DB auch auf die Erfahrungen der bisherigen Korridorsanierungen.
Über den gesamten Bauzeitraum kommen auf den betroffenen Nahverkehrslinien im nördlichen Abschnitt der Strecke (RE 8 und RB 27) Ersatzbusse zum Einsatz. Neben Bussen, die alle Haltestellen anfahren, verkehren auf nachfragestarken Abschnitten Schnellbusse. Die Busse sind in unterschiedlichen Takten von 15 bis 30 Minuten unterwegs.
Für die Ersatzverkehre während der Korridorsanierungen hat die DB InfraGO in Abstimmung mit den Aufgabenträgern einheitliche Qualitätsvorgaben sowie ein konsistentes Erscheinungsbild in der Farbe Verkehrspurpur definiert. Diese Farbe spiegelt sich in den Fahrzeugen sowie an den Ersatzhaltestellen wider. Die komplette Wegeleitung zu den Haltestellen, das Sitzmobiliar und die Wartehallen sind alle einheitlich gestaltet. Die neuwertigen und barrierefrei zugänglichen Fahrzeuge bieten ausreichend Stauraum für Gepäck und verfügen über WLAN an Board.
Fahrplanänderungen im Zugverkehr
Im Zuge der Arbeiten kommt es im Nah-, Fern- und Güterverkehr zu weiteren Änderungen. Die Anpassungen im Überblick:
- Im Nahverkehr enden die Züge der Linien RE 8 und RB 27 aus Richtung Mönchengladbach ab 10. Juli in Troisdorf und ab 11. September in Köln Messe/Deutz. Linksrheinisch fallen die Züge der Linie RB 30 zwischen Remagen und Bonn Hauptbahnhof sowie die Verstärkertakte der Linie RB 48 zwischen Köln und Bonn aus. Auf der Siegstrecke entfällt die S 19 zwischen Blankenberg und Au (Sieg), zudem verkehren die Fahrten ab Köln/Bonn Flughafen bzw. Troisdorf nur noch im Stundentakt. Außerdem kommt es zu vereinzelten Anpassungen und Ausfällen auf der Linie RE 9.
- Die Züge des Güterverkehrs werden über diverse Strecken, u.a. über den linken Rhein und die Siegstrecke, umgeleitet. Hieraus ergeben sich die oben genannten Ausfälle im Nahverkehr auf der linken Rheinstrecke sowie der Siegstrecke.
- Im Fernverkehr sind für die Züge Umleitungen und teilweise auch Ausfälle erforderlich. Zwischen Mainz, Koblenz, Bonn und Köln fährt jeweils noch ein Fernverkehrszug je Stunde und Richtung. Die Züge zwischen Berlin und Bonn sowie zwischen Norddeich Mole und Koblenz starten und enden in Köln.
- In Abstimmung mit der Stadt Bonn wird zudem die Stadtbahnlinie 66 zwischen Ramersdorf und Königswinter Clemens-August-Str. auf einen Zehn-Minuten-Takt verdichtet.
- In Rheinland-Pfalz und Hessen kommt es zu weiteren Änderungen im Nah- und Güterverkehr. Alle Informationen dazu finden Sie in der Presseinformation vom 22. Januar 2026.
Bahn setzt auf analoge und digitale Kundeninformationskanäle
Über das Verkehrskonzept im Nahverkehr können Fahrgäste sich in Kürze online unter generalsanierung.db-ersatzverkehr.de/ersatzverkehr/Generalsanierungen informieren. Hier findet sich voraussichtlich ab Anfang April neben dem Liniennetzplan des Busersatzverkehrs auch eine detaillierte Auflistung der Einschränkungen im Zugverkehr. Die Änderungen sind zudem bereits auf www.bahn.de sowie in der App DB Navigator eingearbeitet und werden bei der Reiseplanung berücksichtigt. Zusätzlich finden Fahrgäste auch in Kürze auf zuginfo.nrw eine Übersicht aller Anpassungen im Nahverkehr.
Im Vorfeld der Maßnahme wird die DB die Fahrgäste zudem über Banner, Plakate, Aufkleber und Ansagen in den Zügen informieren.
Weitere Informationen rund um die Bauarbeiten zwischen Troisdorf und Wiesbaden finden Interessierte hier: db.de/rechterrhein-nrw