Artikel: Meilenstein in Herford: DB startet mit Brückeneinschub an der Sophienstraße in die letzte Bauphase
Die DB InfraGO erreicht im Frühjahr einen Meilenstein beim Brückenprojekt in Herford: In der Zeit von Freitag, 27. Februar 2026, 21 Uhr, bis Freitag, 6. März 2026, 21 Uhr, schiebt das Projektteam ein rund 50 Tonnen schweres Brückenteil an seine neue Position.
In den vergangenen Monaten haben die Fachleute das Brückenteil neben dem Bestandsbauwerk betoniert. Anfang März hebt ein Kran ein rund 112-Tonnen schweres SPMT-Fahrzeug („Tausendfüßler“) an die Brückenbaustelle. Der Tausendfüßler wird das Bauwerk aufbocken und in Millimeterarbeit in seine neue Position schieben. Zuvor bricht das Team hierfür die letzten zwei Bestandsbauwerke ab. Im Anschluss an den Einschub verlegt das Projektteam auf dem neuen Überbau rund 120 Meter neues Gleis und verbaut 300 Tonnen Schotter sowie 200 Schwellen. Zum Ende der einwöchigen Bauphase richtet das Projekt die Oberleitung wieder her, damit im Anschluss der Zugverkehr wieder über die Strecke rollen kann.
Auswirkungen auf den Zugverkehr
Um die vielen minutiös geplanten Arbeitsschritte mit schwerem Baugerät schnell und sicher durchführen zu können, benötigt die DB Sperrpausen, also Zeiten, in denen auf der Strecke keine Züge unterwegs sind. Es kommt zu folgenden Fahrplananpassungen:
Im Fernverkehr
Im Bauzeitraum vom 27. Februar, 21 Uhr, bis 6. März, 21 Uhr, werden die Züge des Fernverkehrs im Abschnitt zwischen Hamm und Minden umgeleitet. Die Fahrzeiten verlängern sich um rund 60 Minuten. Es kommt zu Haltausfällen in Hamm, Gütersloh, Bielefeld, Herford, Bad Oeynhausen.
Teilweise entfallen zudem die Halte in Minden (Westf). Die ICE-Linie Amsterdam – Hannover – Berlin und die Züge der Linie Minden – Hannover – Dresden halten hier jedoch weiterhin. In Richtung Hamm/Köln entfallen die Verbindungen.
Ab Hamm bestehen die zweistündlichen Verbindungen auf der Achse Köln – Hamm – Hannover – Berlin.
Mehr Details gibt es in der Online-Grafik sowie in dem dort hinterlegten Kundenplakat. Die angepassten Fahrpläne sind bereits in die Auskunfts- und Buchungsmedien eingearbeitet.
Im Nahverkehr
Während der Bauarbeiten kommt es zu Fahrplanänderungen bei den Linien RE 6 (RRX, NationalExpress), RE 70 (Westfalenbahn), RE 78 (eurobahn), RB 61 (eurobahn), RB 71 (eurobahn), RB 72 (eurobahn) und RB 77 (START GmbH). Es wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet:
Die Züge der Linie RE 70, RB 77 und RE 78 sind zwischen Bielefeld Hauptbahnhof bzw. Herford und Löhne (Westf.) betroffen.
Die Züge der Linie RE 6 (RRX) entfallen zwischen Bielefeld Hauptbahnhof und Minden (Westf.).
Zwischen Bielefeld, Herford und Löhne (Westf.) verkehren alle 20 Minuten Ersatzbusse. In Löhne besteht Anschluss an die Linien RE 60, RE 70, RB 77 und RE 78.
Zwischen Bielefeld und Bünde entfallen die Züge der Linien RB 61 und RB 71. Hier fahren ca. alle 30 Minuten Busse mit Halt in Bielefeld Hauptbahnhof, Brake, Herford, Hiddenhausen-Schweicheln, Kirchlengern und Bünde.
Auf der Strecke zwischen Herford und Bad Salzuflen (bis ca. 21 Uhr) bzw. Herford und Detmold (ab ca. 21 Uhr) werden die Züge der RB 72 ebenfalls durch stündlich verkehrende Busse ersetzt.
DB und NWL setzen von Samstag, 28. Februar, bis Montag, 2. März, Personale an den Stationen Bielefeld Hbf, Löhne (Westf), Bünde und Herford als Ansprechpartner für Fahrgäste ein. Die neue Halteposition der SEV-Busse in Herford ist auf bahnhof.de hinterlegt.
Die Fahrplananpassungen sind in den Auskunftsmedien hinterlegt und über Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben. Außerdem sind sie unter bahn.de/service/fahrplaene sowie unter zuginfo.nrw/bauarbeiten abrufbar.
Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht immer zu vermeiden. Die DB bittet die Reisenden und Anwohner:innen daher um ihr Verständnis. Die Anwohnenden werden fortlaufend über die Arbeiten informiert.
Das Bauprogramm bis Mitte 2027
Nach der Bauphase vom 27. Februar bis 6. März hat das Projekt die Brücke in drei von vier Abschnitten erneuert. Insgesamt liegen dann 13 von 16 Gleisen auf dem neuen Bauwerk. Danach startet die DB in die vierte und somit letzte Bauphase: Die Fachleute bauen den letzten Brückenteil ein, während die Züge im Nah- und Fernverkehr über die bereits erneuerte Infrastruktur rollen können. In einer letzten einwöchigen Sperrpause im Juli 2027 erneuern die Expert:innen der DB den Fahrdraht der Oberleitung vollständig und führen letzte Kabel- und Signalarbeiten durch. Im Anschluss nimmt die DB die neue Brücke in Betrieb.
Unterhalb der Brücke wird für den Straßen-, Rad- und Fußgängerverkehr künftig deutlich mehr Platz bestehen. In Zusammenarbeiten mit der Stadt und dem Kreis Herford wird die Brücke auf 12,5 Meter aufgeweitet.
Zum Projekt
Die DB InfraGO erneuert seit Herbst 2023 die Eisenbahnüberführung "Sophienstraße" in Herford. Die mehr als 120 Jahre alte Bahnbrücke ist rund 76 Meter breit. Auf ihr verlaufen insgesamt 16 Gleise, unter anderem die wichtige Fernverkehrsachse zwischen Bielefeld und Hannover.
Das Projektteam erneuert die Eisenbahnbrücke sukzessive in vier Bauphasen. Die notwendigen Bauarbeiten werden weitestgehend „unter rollendem Rad“ umgesetzt, sodass der Zugverkehr weiterhin wie gewohnt über das Bauwerk rollen kann. Über den gesamte Bauzeitraum von rund vier Jahren sind nur wenige einwöchige Sperrpausen zwischen den einzelnen Bauphasen notwendig: Diese nutzt das Projekt, um bspw. bestehende Brückenteile zu entfernen und neu einzubauen. Gleichzeitig bauen die Fachleute zum Beispiel neue Weichen und Signale ein. Dadurch kann der Zugverkehr die Bauarbeiten auf der Brücke weitestgehend umfahren.
Zusammen mit dem Kreis und der Stadt Herford investiert die DB insgesamt rund 57 Millionen Euro in die umfangreiche Brückenmodernisierung.
Weitere Infos zum Projekt gibt es unter: Eisenbahnbrücke Sophienstraße in Herford.