Artikel: Erstes Brückenteil für Schleibrücke Lindaunis montiert
Die Deutsche Bahn (DB) erreicht beim Neubau der Schleibrücke Lindaunis den nächsten Meilenstein: Heute hat ein Schwimmkran das erste neue Brückenteil, die Vorlandbrücke Nord, eingehoben. Damit beginnt die erkennbare Montage der neuen Klappbrücke über der Schlei. Der komplexe Bau mit individueller Technik und maßgefertigten Bauteilen soll 2027 in Betrieb gehen, er schafft mehr Kapazität, mehr Sicherheit und bessere Bedingungen für alle Verkehrsarten in der Region.
Ute Plambeck, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für den Norden: „Nach den Arbeiten an Land wird mit dem Einhub des Brückenelements nun der erste Teil der eigentlichen Konstruktion sichtbar. Nach Fertigstellung der neuen Brücke wird der Verkehr an der Schlei nachhaltig stabilisiert und entlastet. Die Brücke bringt mehr Platz und mehr Zuverlässigkeit für Bahn, Auto, Rad und Fußweg. Das ist ein wichtiger Schritt für die Menschen und die Wirtschaft in der Region.“
Die Schleibrücke Lindaunis ist eine kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke. Sie verbindet die Ufer der Schlei und damit Wohnorte, Arbeitsplätze und touristische Ziele. Die neue Klappbrücke ersetzt das bestehende Bauwerk. Sie muss Bahnverkehr, Kraftfahrzeuge, Radfahrende und zu Fuß Gehende aufnehmen und sich zugleich mehrmals täglich für Schiffe öffnen. Diese Kombination macht das Projekt technisch anspruchsvoll und erfordert eine individuelle Konstruktion. Der Bau liegt im Zeitplan. Aktuell geht die DB von Gesamtkosten für den Neubau der Schleibrücke Lindaunis in Höhe von rund 246 Millionen Euro aus.
Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein: „Die neue Brücke wird aufgrund wegfallender Umwege die Verkehrsverhältnisse in der Region deutlich verbessern, ob für Pendelnde auf Straße oder Schiene, für den Wirtschaftsverkehr oder Touristinnen und Touristen. Daher ist der Einhub der Vorlandbrücke ein wichtiges Signal für die Region, weil damit der Baufortschritt deutlich sichtbar wird.“
Die Vorlandbrücke Nord, der nördliche feste Brückenteil vor dem Klappfeld, wurde bereits am Ufer der Schlei vormontiert und wiegt rund 120 Tonnen. Der Schwimmkran „Enak“ konnte sie heute erfolgreich an ihren endgültigen Platz einheben. Dies verlief ohne Einschränkungen für Schifffahrt, Bahnverkehr oder den provisorischen Fußweg über die Schlei. Der Schwimmkran arbeitete so, dass Schiffe passieren konnten und die provisorische Fußgängerbrücke nutzbar blieb. Nach diesem Einhub geht der Ausbau der Brücke über der Schlei weiter: Derzeit laufen die Arbeiten am Unterbau der übrigen Brücke. Die Montage der Vorlandbrücke Süd und der Klappbrücke werden am Ufer der Schlei fortgesetzt, gefolgt vom Einbau der Lager und Hubsysteme. Zum Abschluss entstehen Fahrbahn, Gleis sowie Geh- und Radweg.
Die Stahlteile der neuen Brücke werden in Werken in Tschechien und Ungarn gefertigt. Einige Bauteile montieren Fachkräfte direkt auf der Baustelle, andere werden vormontiert angeliefert. Im Winter folgt der Einhub der Vorlandbrücke am Südufer.