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Frankfurt

Deutsche Bahn offen für neues Konzept zur Entwicklung der Hunsrückbahn

DB zu künftigem Nahverkehrskonzept im Gespräch mit Land Rheinland-Pfalz • Laut Koalitionsvertrag nun auch „Regionale Erschließungsachse“ als Zielbild • DB sieht zwischenzeitliche Verpachtung der Strecke bis zum Spatenstich vor

Die Deutsche Bahn (DB) ist offen für die von der rheinland-pfälzischen Landesregierung im Koalitionsvertrag angekündigte Neuausrichtung des Konzepts für die Entwicklung der Hunsrückbahn. Die Strecke könnte danach als „regionale Erschließungsachse“ weiterentwickelt werden. Das Land Rheinland-Pfalz und die Deutsche Bahn planen seit 2003 gemeinsam, die Hunsrückquerbahn für einen modernen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) herzurichten.

Während der kommenden Planungsphase – bis zum Spatenstich – ermöglicht die DB interessierten Betreibern von Schieneninfrastruktur, auf Basis einer Pacht Verkehre auf der Hunsrückbahn anzubieten. Die Deutsche Bahn hat die Strecke dafür in den Teilabschnitten Langenlonsheim – Stromberg, Stromberg – Simmern und Simmern – Büchenbeuren zur Verpachtung ausgeschrieben.

Die Ausschreibungsunterlagen sind im Bundesanzeiger veröffentlicht. Nach einer dreimonatigen Bekanntmachung haben interessierte Unternehmen Zeit, ein Angebot abzugeben. Im nächsten Schritt bewertet die DB alle eingegangenen Optionen und führt Verhandlungen mit den Interessent:innen. Im Ergebnis unterzeichnen DB und künftige(r) Pächter:in einen oder mehrere Verträge über die vorübergehende Nutzung und den Betrieb der Hunsrückbahn. Der Prozess soll bis zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2021 abgeschlossen sein.

Parallel kann das Planfeststellungsverfahren für die umfassende Modernisierung der Hunsrückbahn auch auf Basis eines neuen Konzepts der Landesregierung weiterlaufen. Die für den Streckenausbau erforderlichen Unterlagen reichte die DB 2012 beim Eisenbahn-Bundesamt ein. Es folgten bis 2016 die Offenlegung der Planungsunterlagen und Termine zur Bürger:innenbeteiligung. Eine langfristige Perspektive für die Hunsrückbahn ist gegeben, wenn das Land Rheinland-Pfalz und die zuständigen Zweckverbände für den Schienenpersonennahverkehr einen regelmäßigen SPNV bestellen. Dazu und zur Zukunft der Strecke führt die DB Gespräche mit dem Land.

Die erste Machbarkeitsuntersuchung für die „Bahn zum Hahn“ stammt aus dem Jahr 2003. Planungsvereinbarungen von Land und DB mit der Perspektive auf kurzfristige Inbetriebnahme datieren auf 2007 bzw. 2011.

Auf der Hunsrückbahn gibt es seit 1984 keinen regulären Personenverkehr, seit 2003 fahren auch keine regelmäßigen Güterzüge mehr über die Strecke.