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Frankfurt/Main

Update Wiederaufbau nach der Flut: Weitere Streckenabschnitte auf Eifelstrecke und Voreifelbahn demnächst wieder befahrbar

Eifelstrecke von Euskirchen bis Mechernich ab 23. April wieder in Betrieb • Auf der Voreifelbahn können die Züge ab 1. Mai wieder bis Euskirchen durchfahren

Eifelstrecken

Auf der Eifelstrecke in Nordrhein-Westfalen geht es Schritt für Schritt voran: Der Streckenabschnitt zwischen Euskirchen und Mechernich geht am 23. April wieder in Betrieb. Seit Dezember 2021 arbeitet die Baufirma auf dem Abschnitt zwischen Euskirchen und Kall an sieben Tagen pro Woche im Zwei- und Drei-Schicht-Betrieb, um die massiven Hochwasserschäden zu beheben. Auf der ca. 25 Kilometer langen zweigleisigen Strecke müssen zerstörte Gleise, Bahnkörper, Bahnsteige und die Signaltechnik wiederhergestellt werden. Ein Schwerpunkt der Bauarbeiten auf dem Abschnitt bis Mechernich war der Bereich rund um den Bahnhof Satzvey. Hier wurden u. a. die Bahnsteige wiederaufgebaut, das mechanische Stellwerk instandgesetzt und der Gleisschotter gereinigt. Auf dem Abschnitt bis Kall dauern die Bauarbeiten weiter an – im Sommer 2022 sollen auch hier wieder Züge fahren.

Der umfassende Wiederaufbau des Abschnitts von Kall bis Nettersheim ist bis Ende 2023 geplant. Dafür packen die Fachkräfte allein zwölf Kilometer Gleise, acht Durchlässe und mehrere Brücken an. Eine davon ist die Eisenbahnüberführung Urftfluss bei Sötenich, die komplett neu errichtet werden muss, da die Flut ihre Bögen stark beschädigte. Außerdem baut die DB an vielen Stellen weggespülte Bahndämme wieder auf. Parallel laufen die Planungen für die Rundum-Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur und die Elektrifizierung. Gleichzeitig wird die Stellwerkstechnik an der Eifelstrecke komplett erneuert.

In Rheinland-Pfalz können Reisende zwischen Trier-Ehrang und Auw an der Kyll seit Februar ein Mal pro Stunde und Richtung wieder mit dem Zug fahren. Für die Instandsetzung des Streckenabschnitts hat die DB knapp 15 Kilometer Oberbau mit Gleisen, Schwellen und Weichen erneuert und gereinigt. Zudem mussten drei Brücken repariert werden. Die Bauteams setzten außerdem drei Stellwerke instand. Um die Kommunikationsverbindungen zwischen Weichen und Signalen wiederherzustellen, prüften die Spezialist:innen ca. 55 Kilometer Kabel und tauschten diese zum Großteil aus. Noch im Frühjahr plant die DB, die Eifelstrecke bis Kyllburg befahrbar zu machen. Im Sommer folgt der Abschnitt nach Gerolstein, anschließend die Strecke nach Nettersheim.

Zwischen Ehrang und Nettersheim bringt die DB mehr als 20 von der Flut beschädigte Brücken und Stützbauwerke wieder in Schuss. Knapp 25 Bahnübergänge bedürfen einer umfangreichen Instandsetzung. Zudem muss im Abschnitt Gerolstein–Ehrang die Stellwerkstechnik komplett erneuert werden. Das Gleiche gilt für insgesamt rund 50 Kilometer Gleise und zehn Kilometer Bahndamm.

Aktuelle Informationen zum Thema unter: www.eifel-strecke.de

Voreifelbahn

Ab dem 1. Mai können die Züge auf dem letzten noch fehlenden Abschnitt der Voreifelbahn zwischen Rheinbach und Euskirchen wieder rollen. Ursprünglich hatte die Deutsche Bahn dies erst im Sommer geplant. Für den Wiederaufbau des ca. ein Kilometer langen Abschnitts haben die Bauteams u. a. den Oberbau erneuert sowie Kabelkanäle gereinigt, instandgesetzt und beschädigte Kabel durch neue ausgetauscht. Der gänzlich zerstörte Bahnübergang “Orbachstraße” wurde komplett erneuert, am Bahnübergang “Essiger Straße” waren hingegen kleinere Reparaturen und Austauscharbeiten notwendig. Im Bereich der über den Orbach führenden Eisenbahnbrücke wurden zudem Böschung und Absturzsicherung wiederhergestellt. Im nächsten Jahr werden noch kleinere Restarbeiten ausgeführt. Zwischen Bonn und Rheinbach können Reisende bereits seit August 2021 wieder fahren.

Ahrtalbahn

Nach Einschätzung der Planer:innen sollen die Reisenden voraussichtlich Ende 2025 wieder durchgängig von Remagen bis Ahrbrück mit der Bahn fahren können. Erste eingleisige Abschnitte der Ahrtalbahn sind bereits seit Ende letzten Jahres in Betrieb.

Für den von den Wassermassen besonders betroffenen Bereich Walporzheim–Ahrbrück schreibt die Deutsche Bahn (DB) im Frühjahr die Planung und die Bauleistungen aus. Nach Abschluss der Planung können dann voraussichtlich im ersten Quartal 2023 die Bauarbeiten beginnen, bevor zwei Jahre später der Wiederaufbau der Ahrtalstrecke in Gänze abgeschlossen sein soll. Die Bauteams ersetzen dabei allein acht Brücken und nahezu alle Stützbauwerke. Außerdem müssen auf rund 14 Kilometern neue Schienen und Schwellen mitsamt Schotter verlegt werden. Hinzu kommt die Instandsetzung von sieben Bahnübergängen und der zerstörten Stellwerke in Dernau und Kreuzberg. Das im Bau befindliche Elektronische Stellwerk Ahrtalbahn, das künftig für einen effizienteren und verlässlicheren Bahnverkehr im Ahrtal sorgt, muss die DB von Grund auf neu konzipieren.

Um für künftige Extremwetterlagen aufgestellt zu sein, soll die Infrastruktur zudem überall dort, wo es möglich ist, klimaresilienter errichtet werden. Hierzu gehören zum Beispiel schlankere Brückenkonstruktionen ohne Mittelpfeiler in der Ahr oder eine hochwasserfestere Gestaltung von Bahndämmen und Durchlässen. Darüber hinaus prüft die DB derzeit mit dem Land Rheinland-Pfalz, wie zerstörte, bislang noch nicht mit Oberteilungen ausgestattete Abschnitte beim Wiederaufbau der Strecke mit elektrifiziert werden können. Hierzu gehört die Frage der Finanzierung ebenso wie die Untersuchung der technischen Voraussetzungen.

Eifelquerbahn

Die stillgelegte Eifelquerbahn durfte Anfang des Jahres mit sehr reduzierter Geschwindigkeit für die Evakuierung der bei der Flut gestrandeten Fahrzeuge genutzt werden. Dies war nach Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt möglich. Für die einmaligen Transporte hat die DB unter anderem die Vegetation an der Strecke zurückgeschnitten und den Oberbau provisorisch hergerichtet. Gleichzeitig untersuchten Spezialist:innen die Gleise und die Brücke über die Kyll eingehend auf ihre Tragfähigkeit.

Zur weiteren Zukunft der Eifelquerbahn hat der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord angekündigt, eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Darin werden die Möglichkeiten zur Reaktivierung der Strecke und zur Bestellung von vertaktetem Nahverkehr untersucht.

Volmetalbahn

Seit Dezember 2021 können Reisende wieder von Hagen Hauptbahnhof bis Rummenohl mit dem Zug fahren. Hier führten die Bauteams im Vorfeld umfangreiche Hangsicherungs- und Böschungsarbeiten aus. Gleichzeitig hat die DB Oberbau und Brücken erneuert. Die Reparaturen zwischen Rummenohl und Brügge dauern aufgrund der großen Schäden noch mindestens bis Ende 2022 an. Um die Stabilität des Bahndamms wiederherzustellen, müssen in Teilbereichen massive Stützwandkonstruktionen errichtet werden. Die Strecke bleibt daher zunächst weiter für den Bahnverkehr gesperrt. Für Reisende steht auf diesem Teilstück ein Schienenersatzverkehr zur Verfügung.

Erfttalbahn (RB 23)

Zwischen Euskirchen und Bad Münstereifel arbeitet die DB am Wiederaufbau des von der Flut zerstörten Bahndamms. Gleichzeitig müssen Gleise, Bahnübergänge, Brücken und Durchlässe instandgesetzt werden. Diese Arbeiten dauern über 2022 hinaus an. 

Einen Zeitpunkt für die vollständige Wiederherstellung der von der Flut getroffenen Infrastruktur können die Fachleute noch nicht abschließend beziffern. Auch an den wieder in Betrieb gegangenen Strecken gehen die Arbeiten weiter. Bei den Planungen für den Wiederaufbau von Strecken, Bahnhöfen, Anlagen und Technik steht die Deutsche Bahn weiter im guten und engen Austausch mit Bund, Ländern und Gemeinden.