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Hamburg

Erneuerung der Sternbrücke in Hamburg-Altona sichert Zukunft des Bahnverkehrs im Norden

Stützenfreie Konstruktion schafft mehr Verkehrssicherheit • Stadt plant Beteiligungsverfahren zur Neugestaltung des Umfelds • Perspektiven für Musik-Clubs und Bauwagenplatz „Zomia“

Die Deutsche Bahn wird im April einen Planfeststellungsantrag zur Genehmigung der Erneuerung der Sternbrücke in Hamburg-Altona beim Eisenbahnbundesamt (EBA) einreichen. Das EBA ist die zuständige Genehmigungsbehörde. Eine stützenfreie Stabbogenkonstruktion soll die fast 100 Jahre alte Brücke ersetzen und die für den Schienenverkehr im Norden zentrale Gleisverbindung langfristig sichern. Das Bauvorhaben stärkt das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn. Ein federführend von der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) koordiniertes Beteiligungsverfahren soll Anlieger und interessierte Bürger in die Entwicklung der Neugestaltung des Umfelds einbeziehen.

Die viergleisige Brücke ist Teil der Verbindungsbahn zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Altona. Mit mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzügen am Tag ist die Sternbrücke einer der meist frequentierten innerstädtischen Gleisabschnitte in Deutschland. Etwa 50.000 Fahrzeuge unterqueren die Brücke täglich auf der Stresemannstraße (B 431) und der Max-Brauer-Allee.

Ein Ersatzneubau für die denkmalgeschützte Sternbrücke ist nötig. Dies wurde in einem über mehrere Jahre laufenden Prozess gutachterlich bestätigt. In engen Abstimmungen haben sich die Deutsche Bahn und der Hamburger Senat für den Ersatz der Bestandsbrücke durch eine 108 Meter lange Konstruktion mit nach innen gekippten Stabbögen („Fehmarnsund-Stil“) und einem deutlich verbesserten Lärmschutz entschieden. Stadt und Bahn haben die seit 2018 favorisierte Bauweise nun als die am meisten geeignete Variante zur Erneuerung der zentralen Gleisverbindung bestätigt.

Mehr Raum und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer

Der erhebliche Gewinn an Raum und Sicherheit für Auto- und Radfahrer sowie für Fußgänger waren maßgeblich für die Entscheidung, die Sternbrücke durch einen langlebigen, stützenfreien Neubau zu ersetzen. Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben betragen rund 125 Millionen Euro. Die Kosten tragen die Deutsche Bahn und die Freie und Hansestadt Hamburg. Die Grundlage der Kostenteilung sind die Regelungen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes.

Das Bauvorhaben erfordert die Verfüllung der Kasematten und den Abbruch einiger Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft der Sternbrücke. Die Deutsche Bahn wird die Eingriffe so gering wie möglich halten. Das Projektteam steht mit den betroffenen Anliegern und den ansässigen Musikclubs im Dialog, um miteinander einvernehmliche Lösungen zu finden. Stadt und Bahn prüfen für die Kulturschaffenden Ideen für einen neuen Standort im Umfeld.

Baubeginn für Anfang 2023 geplant

Der Baubeginn ist für Anfang 2023 vorgesehen. Während der etwa vierjährigen Bauphase sind temporäre Sperrungen des Gleisbereichs und Straßenraums unumgänglich. Die längste Sperrung wird etwa vier Wochen umfassen, um die alte Brücke abzubrechen und die neue einzusetzen. Die Montage der neuen Stahlkonstruktion wird auf der Brammerfläche an der Max-Brauer-Allee erfolgen. Die Deutsche Bahn hat dafür eine Flächenplanung entwickelt, die den Verbleib des Bauwagenplatzes „Zomia“ während der Bauarbeiten am heutigen Standort unter der Prämisse einer leichten räumlichen Einschränkung sicherstellt. Dafür werden Bewohner und DB Netz AG eine für beide verlässliche Regelung vereinbaren.

Die Stadt wird zur Neugestaltung der auch nach Fertigstellung des Neubaus beispielsweise gastronomisch nutzbaren Flächen unterhalb der Brücke sowie des Umfelds ein umfangreiches Beteiligungsverfahren initiieren. Die Deutsche Bahn hat gegenüber dem Senat und das Bezirksamt Altona ihre Bereitschaft signalisiert, den Beteiligungsprozess eng zu begleiten. Auch im Genehmigungsverfahren des Eisenbahnbundesamts zum Neubau der Brücke werden Bürger, Behörden sowie Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Statements der Projektbeteiligten

Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein: „Die hohe Anzahl der Züge, die das Bauwerk täglich nutzen, zeigt die große Bedeutung der Sternbrücke für den gesamten Eisenbahnverkehr in und um Hamburg. Das Bauwerk wird erneuert, um auch in Zukunft eine leistungsfähige und sichere Infrastruktur für die Hansestadt und die Menschen, die hier leben, zur Verfügung zu stellen. Damit stärken wir das umweltfreundliche Verkehrsmittel Bahn und machen es fit für die Zukunft. Das kommt allen zu Gute.“

Andreas Rieckhof, Staatsrat für Verkehr: „Der Bahnverkehr wird im Zeitalter des Klimawandels massiv ausgebaut werden. Die daraus anwachsenden Lasten müssen die DB-Brücken in Deutschland dauerhaft tragen. Das neue Bauwerk wird 100 Jahre stehen müssen. Deswegen bin ich sehr damit einverstanden, dass wir eine stützenfreie Lösung bekommen werden. Um die Stand- und Anprallsicherheit bei LKW-Unfällen müssen wir uns dann keine Sorgen mehr machen. Für Fußgänger und Radfahrende bekommen wir endlich mehr Platz.“

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: „Intensiv haben wir nach einem Weg gesucht, die denkmalgeschützte Brücke und die unter ihr ansässigen Musik-Clubs an diesem Ort erhalten zu können. Mehrere Gutachten haben leider gezeigt, dass ein Erhalt der Brücke nur unter erheblichen verkehrlichen und finanziellen Auswirkungen möglich gewesen wäre. Nun werden wir alles dafür tun, dass die Clubs eine gute neue Heimat bekommen.“

Dr. Stefanie von Berg, Leiterin des Bezirksamts Hamburg-Altona: „Durch den Neubau der Sternbrücke wird sich das Umfeld erheblich verändern. Es ist unsere Aufgabe als Bezirk, in Abstimmung mit den zuständigen Behörden ein transparentes Verfahren der Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Ziel dieses Verfahrens soll es sein, eine kluge städtebauliche sowie verkehrliche Entwicklung mit einem größtmöglichen Konsens vor Ort zu erreichen.“

Informationen zum Projekt gibt es in Kürze auch im Netz unter https://bauprojekte.deutschebahn.com/norden