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München

50 Jahre S-Bahn München: Graffitikünstler gestalten Flächen in S-Bahn-Stationen

50. S-Bahn-Geburtstag wird bildlich in Szene gesetzt • DB stellt Materialien und Flächen kostenfrei zur Verfügung

Zum 50. S-Bahn-Geburtstag fährt seit Ende April ein bunt gestalteter S-Bahn-Zug durchs Netz. Nun wird das Jubiläum auch an zwei S-Bahn-Stationen sichtbar. Graffitikünstler haben in Moosach und am Fasanenpark insgesamt drei Wandflächen farbenfroh gestaltet und den runden Geburtstag künstlerisch interpretiert. S-Bahn und DB Station&Service haben die benötigten Materialien und Wandflächen kostenfrei zur Verfügung gestellt. „Die Bahnhöfe sind zentraler Faktor für die Erfolgsgeschichte S-Bahn. Hunderttausende steigen an unseren Stationen täglich ein und aus. Grund genug, das Jubiläum auch hier sichtbar zu machen. Die bunte Gestaltung rundet den S-Bahn-Geburtstag nicht nur künstlerisch ab. Sie sorgt auch für ein freundlicheres Erscheinungsbild und beugt Vandalismus vor“, erklärt Mareike Schoppe, Bahnhofsmanagerin in München, die Aktion. Die beiden Stationen werden täglich von insgesamt rund 20.000 Fahrgästen genutzt.

Graffitimotive in Moosach und Fasanenpark

Am Bahnhof Moosach hat der Künstler Martin Blumöhr eine Fläche von sechs Quadratmeter gestaltet. Darauf zu sehen ist ein S-Bahnzug mit historischer und aktueller Farbgebung in grüner Umgebung und mit Münchner Sehenswürdigkeiten im Hintergrund. Das Bild „Freiluftgalerie“ wurde auf Graffitiboards gesprüht und anschließend von der DB in der Bahnsteigunterführung montiert. An der Station Fasanenpark haben zwei Künstler ihre Werke unter der Eisenbahnbrücke im Bereich der Bahnsteigzugänge geschaffen. Die Flächen sind mit zwölf Meter Breite und mehr als drei Meter Höhe ein echter Blickfang. Das Motiv des Künstlers Humbuk Art setzt den Namen der Station bildlich mit Fasanen in Szene. Das zweite Bild des Künstlers crowone stellt 50 Jahre Münchner S-Bahn mit mehreren S-Bahnen in den Mittelpunkt. Antonia Helmes, Marketingchefin der S-Bahn: „Seit 50 Jahren machen wir die Region umweltfreundlich mobil. Die Zusammenarbeit mit Künstler:innen ist eine von mehreren Aktionen, die wir zu unserem runden Geburtstag durchführen. Neben unserem Jubiläumszug und einem eigenen Geburtstagssong verlosen wir derzeit auch exklusive Führungen über Social Media und werden im Herbst einen Blick hinter die Kulissen der S-Bahn gewähren.“

50 Jahre S-Bahnhöfe – Barrierefreiheit und Echtzeitinformation im Fokus

Heute steigen die S-Bahn-Fahrgäste an 150 Stationen täglich ein und aus. Die Bahnhöfe sind ein zentraler Faktor für die Erfolgsgeschichte des S-Bahn-Systems. Und sie haben sich stets weiterentwickelt. Heute stehen Barrierefreiheit und Modernisierung im Fokus. Zum Start 1972 war nur rund ein Drittel der Stationen stufenfrei. Bis heute hat die DB an etwa 90 Stationen Aufzüge oder Rampen nachgerüstet und Bahnsteige erhöht. 122 von 150 Stationen sind bislang barrierefrei zugänglich, wodurch rund 90 Prozent aller Fahrgäste stufenfrei zur S-Bahn kommen. Und der Ausbau läuft weiter auf Hochtouren: An 18 weiteren Stationen wird gerade geplant oder schon gebaut. Möglich wird das durch das finanzielle Engagement des Freistaates Bayern, der bislang insgesamt einen hohen dreistelligen Millionenbetrag bereitgestellt hat. 

Ebenfalls im Fokus steht die Fahrgastinformation. Hier waren und sind die Münchner S-Bahnhöfe Vorreiter: Schon Anfang der 2000er Jahre installierte die DB mit Unterstützung des Freistaats erstmals Farbmonitore an den Stammstreckenstationen und einigen weiteren Bahnhöfen. Die neue Art der Anzeiger mit Übersicht der nächsten Abfahrten und aktuellen Echtzeitinfos war bundesweit einmalig und ist es in dieser umfangreichen Form bis heute. Die Technik wurde fortlaufend erneuert und weiter ausgebaut. Seit 2021 sind alle Stationen ausgestattet. Aktuell wird im Netz die neueste Anzeiger-Generation verbaut, die Platz für noch mehr Informationen bietet. Auch online und an Bord der Züge ist die S-Bahn Vorreiter in Sachen Fahrgastinformation. Mit Hilfe der Livemap können S-Bahnen per GPS-Ortung verfolgt werden und mit Liniennetzkarten wird im Zug in Echtzeit über Störungen informiert.

Bahnhöfe in der Anfangszeit der S-Bahn

Zur Geschichte der S-Bahnhöfe

Bis zur Inbetriebnahme 1972 wurde im gesamten künftigen S-Bahn-Netz kräftig gebaut. Außerhalb der Stammstrecke wurden an 115 bestehenden Stationen Bahnsteige erhöht bzw. verlängert, die Stationen Oberschleißheim, Leienfelsstraße, Neugilching, St. Martin-Str. und Fasanenpark entstanden komplett neu. Nach 1972 kamen weitere Stationen hinzu, beispielsweise 1973 bei der Inbetriebnahme neuer S-Bahn-Streckenabschnitte zwischen Hohenbrunn und Kreuzstraße sowie zwischen Ostbahnhof und Ismaning oder 1992 zwischen Ismaning und Flughafen. Zusätzlich wurden auch im bestehenden Netz neue Stationen gebaut, etwa 1977 in Unterschleißheim oder 1980 in Esting. Seit 2009 ist die Station Hirschgarten in Betrieb – die erste neu gebaute Station der Stammstrecke seit 1972. Zu Beginn zählte das S-Bahn- Netz 136 Stationen. 2013 ging in Freiham die 150. S-Bahnstation in Betrieb, die das gleichnamige Neubaugebiet im Westen Münchens erschließt.

Dass seit 2004 drei Linien im 10-Minuten-Takt fahren und in der Stammstrecke alle zwei Minuten eine S-Bahn rollen kann, liegt auch an den großzügigen Tunnelstationen. Man bewies Weitblick und plante nicht nur Bahnsteige mit 210 Meter Länge, sondern auch eine Münchner Besonderheit: die „Spanischen Bahnsteige“. An den Stationen Hauptbahnhof, Stachus und Marienplatz erfolgt der Einstieg über den mittleren Bahnsteig, während die äußeren Bahnsteige nur dem Ausstieg dienen. Bis heute ist das für Europas meistbefahrene Eisenbahnstrecke ein wichtiger Stabilitätsanker, der den Ein- und Ausstieg an den hoch frequentierten Stationen beschleunigt und so den dichten Takt ermöglicht.