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Die Deutsche Bahn in Baden-Württemberg

Die Pressestelle Stuttgart ist für das Bundesland Baden-Württemberg zuständig.

Die Deutsche Bahn (DB) beschäftigt in Baden-Württemberg 20.524 Mitarbeiter. Zusätzlich werden 1.207 Auszubildende und dual Studierende für das Arbeitsleben im Unternehmen in vielfältigen Berufen mit Zukunft qualifiziert. Damit ist die Bahn mit über 21.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Nachwuchskräften einer der großen Arbeitgeber im Land. Mit einem Einkaufsvolumen von fast 2,7 Milliarden Euro 2017 in Baden-Württemberg sichert die DB darüber hinaus tausende weitere Arbeitsplätze. 

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Verkehrsleistungen und Angebot

Rund 348 Millionen Reisende waren 2017 mit den Zügen und Bussen der Bahn unterwegs. ICE/IC- und EC-Züge beförderten dabei rund 24 Millionen Fahrgäste, S-Bahnen und Regionalzüge rund 324 Millionen und Busse der Bahn sowie der von der DB beauftragten Unternehmen rund 139 Millionen.

Zwei große S-Bahnen fahren im Land: Im Ballungsraum Stuttgart bringt die
S-Bahn Stuttgart mit 157 modernen Triebzügen täglich rund 420.000 Menschen umweltfreundlich und sicher ans Ziel. Auf sieben Linien mit 260 Kilometer Länge gibt es 83 Haltestellen.

Die S-Bahn RheinNeckar als Teil von DB Regio Südwest ist länderübergreifend in der Metropolregion Rhein-Neckar unterwegs. Auf sieben Linien verbindet sie Stationen im Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg.

Seit Juni 2007 bieten DB und SNCF gemeinsam direkte Hochgeschwindigkeits-verbindungen zwischen Deutschland und Paris (von Frankfurt am Main über Mannheim sowie von München über Stuttgart/Karlsruhe). Eine weitere Direkt-verbindung Frankfurt am Main–Mannheim–Karlsruhe–Baden-Baden–Marseille besteht seit 2012 über die Schnellfahrstrecke „Rhin-Rhône“. Mit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Strasbourg–Betancourt im Juli 2016 hat sich die Reisezeit nach Paris nochmals um 30 Minuten auf jetzt 3 Stunden 10 Minuten verkürzt. Seit 2016 sind auch ICE 3-Züge auf der Südachse im Einsatz.

Rund 13,6 Millionen Tonnen Güter transportierte DB Cargo 2017 über baden-württembergische Gleise. Die Rheintalbahn zwischen Mannheim und Basel ist einer der Hauptkorridore für den Güterverkehr zwischen Nordeuropa und den deutschen sowie niederländischen Seehäfen mit der Schweiz und Italien.

Das Streckennetz der Bahn in Baden-Württemberg umfasst rund 3.350 Kilometer, darunter wichtige internationale Magistralen wie die Rheintallinie Mannheim–Basel für den Verkehr von und nach Frankreich via Kehl und den alpenquerenden Transit Schweiz/Italien via Basel sowie den ICE-Taktverkehr Richtung Schweiz oder die Ost-West-Verbindung über Stuttgart–Ulm Richtung München. Über die Betriebszentrale Netz Südwest in Karlsruhe wird der gesamte Zugverkehr im Südwesten ganzjährig rund um die Uhr überwacht und disponiert.

Mit dem Rangierbahnhof Mannheim befindet sich eine der größten Zugbildungsanlagen Deutschlands und eine der wichtigsten internationalen Drehscheiben für den Schienengüterverkehr in Baden-Württemberg. Auf einer Fläche von 200 Hektar (5,6 Kilometer Länge, 360 Meter) liegen 170 Kilometer Gleise und 550 Weichen. Mit modernster Rangier- und Zugbildungstechnik können täglich bis zu 5.600 Wagen sortiert und neu zusammengestellt werden.

Infrastruktur-Investitionen anhaltend hoch

Im laufenden Jahr wird das baden-württembergische Bestandnetz mit Investitionen von 570 Millionen Euro weiter auf Vordermann gebracht. Daneben stehen wichtige Neu- und Ausbauprojekte auf der Agenda, darunter der viergleisige Ausbau zwischen Karlsruhe und Basel. Bundesweit fließen in die Großprojekte im Jahr 2018 rund 2,6 Milliarden Euro.

Um die Auswirkungen dieses weiterhin sehr umfangreichen Baugeschehens für die Reisenden so gering wie möglich zu halten, werden viele Maßnahmen in Baukorridoren mit überregionalen bzw. bundesweiten Auswirkungen noch stärker gebündelt. In 2018 wird in Baden-Württemberg an drei großen Baukorridoren gearbeitet.

Die DB treibt auch die Digitalisierung der Eisenbahninfrastruktur weiter voran. Bis Ende 2017 wurden bundesweit über 15.700 Weichen an das Weichendiagnosesystem DIANA angeschlossen - davon über 900 in Baden-Württemberg. Bis 2020 sollen es 30.000 in ganz Deutschland sein. Antriebsbe-dingte Störungen an Weichen können damit perspektivisch um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Alle Aufzüge und Fahrtreppen in den baden-württem-bergischen Bahnhöfen werden mit dem Diagnosesystem ADAM überwacht. Ausfälle sind so in Echtzeit erkennbar und schnellstmöglich zu beseitigen. 2017 lag die Verfügbarkeit der Aufzüge und Fahrtreppen bundesweit bei 97,1 Prozent.

Im vergangen Jahr realisierte die Bahn in der baden-württembergischen Schieneninfrastruktur Maßnahmen für über 410 Millionen Euro.

Rund um das Thema Bauen hat die Bahn auch beim Personal kräftig investiert. Allein bei der DB Netz AG arbeiten in Baden-Württemberg über 1.800 Mitarbeiter im Berufsfeld Bau. Dazu gehören etwa Ingenieure, Projektmanager, Planer und Bauüberwacher ebenso wie Elektroniker für Betriebstechnik, Gleisbauer, Mechatroniker und Elektroanlagenmonteure. Im laufenden Jahr sollen bei der DB Netz in Baden-Württemberg rund 160 Mitarbeiter in diesen Berufsgruppen eingestellt werden. 

Bahnprojekt Stuttgart–Ulm

Das Jahr 2017 stand in vielen Abschnitten des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm im Zeichen des voranschreitenden Tunnelbaus. Entlang der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm waren zum Ende des Jahres annähernd zwei Drittel der insgesamt 61 Kilometer vorgetrieben. Von den rund 59 Kilometer Tunnel für Stuttgart 21 waren zu diesem Zeitpunkt rund 60 Prozent aufgefahren. Zahlreiche Röhren wurden erfolgreich durchgeschlagen: Die erste Durchschlagsfeier des Jahres begingen die Mineure Ende März in der Weströhre des Tunnels Ober-/Untertürkheim, gefolgt vom Ende der zweiten Schildfahrt der Tunnelvortiebsmaschine „SUSE“ in der Weströhre des Fildertunnels Anfang Juli. Im Oktober gelang schließlich der zweite Durchschlag im Tunnel Bad Cannstatt, dieses Mal in der Weströhre. Damit ist der Tunnel Bad Cannstatt zwischen dem Nordkopf des künftigen Hauptbahnhofs und dem Rosensteinpark komplett aufgefahren.

Mit der Fertigstellung der Innenschale des zwischen Filstal und Albhochfläche verlaufenden Steinbühltunnels im November wurden im ersten der großen Tunnel im Bahnprojekt die Rohbauarbeiten beendet. Zudem ist Tunnelvortriebsmaschine „Käthchen“ im Boßlertunnel im April zur 2. Schildfahrt Richtung Filstal gestartet. Im Tunnel Ober-/Untertürkheim wiederum wurde im November der Neckar zum dritten Mal erfolgreich unterfahren. Beim letzten großen Tunnel des Bahnprojekts, dem Albvorlandtunnel nahe Kirchheim unter Teck, fand am 6. Oktober im Beisein vom Infrastrukturvorstand der DB AG, Ronald Pofalla, die Andrehfeier für die Tunnelvortriebsmaschinen „WANDA“ und „Sybille“ statt.

Weitere Meilensteine im Projektverlauf waren 2017 die Betonage des ersten Fußes der charakteristischen Kelchstützen auf der Baustelle des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs im Juni sowie der erste Taktschub der neuen Neckarbrücke zwischen dem Rosensteinpark und Bad Cannstatt im August. Im Mai konnte die Projektgesellschaft zudem vermelden, dass die Hälfte aller bei Stuttgart 21 anfallenden Aushubmassen abgefahren war.

Wichtige Themen im Jahr 2017 waren erneut der Artenschutz sowie die Kosten- und Terminsituation. Im Albvorland und auf der Gemarkung der Landeshauptstadt Stuttgart wurden insgesamt weit über 1000 Eidechsen umgesiedelt.

Durch vielfältige Gründe – etwa der Artenschutz, das Bauen im Anhydrit, langwierige Klageverfahren sowie unvorhersehbar aufwändige Genehmigungsprozesse – war bis Ende des Jahres ein Zeitverzug von mindestens zwei Jahren entstanden. Aufgrund der weiter bestehenden Termin- und Kostenrisiken und angesichts noch bevorstehender Ausschreibungen und Vergaben sowie der am Markt zu beobachtenden Baupreissteigerungen waren der Prüfungs- und Compliance-Ausschuss sowie der DB-Vorstand im November übereingekommen, hinsichtlich des Gesamtwertumfangs und des Inbetriebnahmetermins eine externe gutachterliche Bewertung vornehmen zu lassen.

Der Konzernvorstand hat dann im Januar 2018 unter Berücksichtigung der gutachterlichen Bewertung vorgeschlagen, den Gesamtwertumfang von Stuttgart auf nunmehr 7,705 Milliarden Euro festzulegen. Dies stellt eine Erhöhung um rund 1,2 Milliarden Euro im Vergleich zu der im Jahr 2016 im Auftrag des Aufsichtsrats gutachterlich bestätigten Kostenprognose dar. Um unvorhergesehene Ereignisse berücksichtigen zu können, hat der Aufsichtsrat einen Puffer in Höhe von 495 Millionen Euro vorgesehen, so dass sich der Finanzierungsrahmen auf 8,2 Milliarden Euro erhöht. Die Kostenprognose für die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm steigt auf 3,703 Milliarden Euro. Zudem verschiebt sich die geplante Inbetriebnahme von Stuttgart 21 auf 2025 und der Neubastrecke Wendlingen–Ulm auf 2022.