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Düsseldorf

Bauarbeiten Dortmund – Hamm starten am 14. Juli: Haltausfälle im Nah- und Fernverkehr, Umleitungen und Schienenersatzverkehr

Bahn und Aufgabenträger setzen auf Qualität und Service bei Reisendeninformation und Schienenersatzverkehr

In den Sommerferien und darüber hinaus bis einschließlich 9. September muss aufgrund von Bauarbeiten an Gleisen, Oberleitungen und Bahnhöfen die Strecke zwischen Dortmund und Hamm insgesamt 8 Wochen gesperrt werden.


Bestmögliche Nutzung der Streckensperrung

Auf den Gleisen, über den Gleisen, neben den Gleisen: Zwischen Dortmund und Hamm erneuert die Deutsche Bahn in der Zeit zwischen dem 14. Juli und dem 10. September die Schieneninfrastruktur und baut insgesamt fünf Bahnhöfe gleichzeitig aus. In dieser Zeit ist die Strecke für den Zugverkehr gesperrt, denn die Experten der Bahn arbeiten gleichzeitig auf den Gleisen, um Weichen und Schienen zu verlegen, über den Gleisen, um die Oberleitung zu erneuern, und neben den Gleisen, um die Haltepunkte und Bahnhöfe fit für den RheinRuhrExpress (RRX) zu machen. „Wir haben die einzelnen Projekte in dieser Baumaßnahme bestmöglich gebündelt, um zeitgleich so viele Arbeiten wie möglich durch zu führen“, so Stefan Hänneschen, Leiter der Produktionsdurchführung Hagen bei der DB Netz AG und verantwortlich für die Baustelle. „Während der Vollsperrung bekommen wir so viel geschafft, wie wir ansonsten nur bei einer sehr lang andauernden eingleisigen Sperrung gebaut bekämen. Und auch eine eingleisige Sperrung auf der zweigleisigen Strecke wäre mit erheblichen Kapazitätseinschränkungen für die Reisenden verbunden gewesen.“

Das Investitionsvolumen für diesen Streckenabschnitt beträgt in diesem Jahr mehr als 57 Millionen Euro, bis 2020 werden insgesamt 73 Millionen Euro investiert. Um alle Maßnahmen innerhalb des geplanten Zeitraums durchführen zu können, müssen die Arbeiten auch nachts stattfinden. Die DB versucht, die Lärmbelastung der Anwohner auf ein Minimum zu reduzieren, bittet jedoch um Verständnis für unvermeidbaren Baulärm, der trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte leider nicht zu vermeiden ist.

Überblick der Baumaßnahmen zwischen Dortmund und Hamm

Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Aufgrund dieser Vollsperrung kommt es in der Zeit von Samstag, 14. Juli, 00.00 Uhr bis Montag, 10. September, 04.00 Uhr zu folgenden Änderungen im Zugverkehr:

1. Fernverkehr

Die Züge des Fernverkehrs werden mit geänderten Fahrzeiten und Reisezeitverlängerungen von in der Regel bis zu 15 Minuten über Güterverkehrsgleise umgeleitet. Bei einzelnen Linien kommt es zu Haltausfällen, vor allem in Düsseldorf Flughafen, Bochum, Dortmund und Hamm. Die stündliche Fernverkehrsanbindung in/aus Richtung Berlin bleibt weitgehend erhalten. Die geänderten Reisezeiten sind in den Auskunfts- und Buchungssystemen bereits seit dem Fahrplanwechsel im Dezember des letzten Jahres entsprechend eingearbeitet.

Hier die wesentlichen Änderungen im Überblick:

ICE Linie 10 (Düsseldorf-Dortmund-Hamm-Berlin) wird ohne die Halte Düsseldorf Flughafen und Bochum umgeleitet, Reisezeitverlängerung ab/bis Dortmund ca. 15 Minuten

IC Linie 55 (Köln-Dortmund-Hannover-Leipzig-Dresden) wird umgeleitet und verkehrt ohne den Halt in Dortmund Hbf

IC Linie 50 (zwei Zugpaare Köln-Dortmund-Kassel-Erfurt/Leipzig) werden über Hagen umgeleitet und verkehren ohne die Halte in Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen, Essen, Bochum, Dortmund und Hamm

Einzelne Züge weiterer Fernverkehrslinien werden ebenfalls umgeleitet mit Reisezeitverlängerungen von bis zu 15 Minuten.

2. Regionalverkehr

Die Züge der Linien RE 1 und RE 3 (eurobahn) werden zwischen Dortmund Hbf und Hamm umgeleitet. Die Halte Dortmund-Scharnhorst, Dortmund-Kurl, Kamen-Methler, Kamen und Nordbögge entfallen. Als Ersatz verkehren Busse. Außerdem halten die Züge der Linie RE 1 in Preußen, die Züge der RE 3 in Dortmund-Derne und Dortmund-Kirchderne. Beide Linien verkehren auf dem Abschnitt in veränderten Fahrzeiten mit einer Fahrzeitverlängerung von 15 Minuten.

Die Züge der Linie RE 6 fallen zwischen Dortmund Hbf und Hamm aus. Reisende können die umgeleiteten Züge der Linien RE 1 und RE 3 nutzen bzw. den Schienenersatzverkehr für die ausfallenden Halte zwischen Dortmund und Hamm. Zwischen Köln/Bonn Flughafen und Dortmund sowie zwischen Hamm und Minden verkehren die Züge der RE 6 in den gewohnten Fahrtzeiten.

Die RE 11 wird zwischen Soest und Bochum umgeleitet. Züge der RE 11, die planmäßig in Hamm starten bzw. enden, verkehren während der Sperrpause von bzw. nach Soest und halten zusätzlich in Werl, Unna und Dortmund-Hörde. Die Halte der RE 11 in Hamm, Kamen-Methler, Kamen und Dortmund Hbf entfallen. Als Ersatz stehen zwischen Soest und Hamm die Züge der Linie RB 89 zur Verfügung. Für die ausfallenden Halte zwischen Dortmund und Hamm verkehren Busse im Schienenersatzverkehr. Vor und nach dem Umleitungsabschnitt verkehrt die Linie RE 11 in den gewohnten Fahrtzeiten.

Die Zwischentakte der Linie RB 51 zwischen Dortmund Hbf und Lünen fallen aus. Der Stundentakt der RB 51 zwischen Dortmund Hbf. und Coesfeld bzw. Enschede fährt planmäßig. Bei den Zügen der Linie RB 50 (Münster – Dortmund) entfällt der Halt in Dortmund-Kirchderne. Als Ersatz für die ausfallenden Züge und Halte wird der umgeleitete RE 3 zusätzlich in Dortmund-Derne und Dortmund-Kirchderne und die RE 1 in Preußen halten.

Die Zwischentakte der RB 59 (eurobahn) fallen während der Baumaßnahmen aus; die Linie verkehrt im Stundentakt.

(Die Hinweise gelten, sofern nicht anders beschrieben, jeweils für beide Richtungen)


Konzept für den Schienenersatzverkehr (SEV)

Die Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) DB Regio NRW und Eurobahn/Keolis haben in Abstimmung mit dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in den vergangenen Wochen auf Basis der in den Verkehrsverträgen vereinbarten Regelungen ein Ersatzkonzept erarbeitet. Ziel ist es, die Auswirkungen auf die Bahnkunden so gering wie möglich zu halten.

Auf der Strecke verkehren zwei Linien im SEV: Der SEV A fährt von Dortmund Hbf über Dortmund-Scharnhorst, Dortmund-Kurl, Kamen-Methler, Kamen bis Hamm. Der SEV B verkehrt zwischen Dortmund und Hamm mit Halt in Kamen und Nordbögge. Mit den Linienbussen der R81 und der S81 zwischen Kamen und Unna besteht zudem in Unna der Anschluss aus und in Richtung Ruhrgebiet bzw. Kassel mit den umgeleiteten Zügen des RE 11. Außerdem verkehrt die Buslinie S30 von/nach Bergkamen an Werktagen in einem verdichteten 30-Minuten-Takt.


Mehr Service und Qualität bei Reisendeninformation und -lenkung

Max Maulwurf - Kommunikationsfigur der DB AG für Bautätigkeiten im Streckennetz und auf Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn und die Aufgabenträger stellen anlässlich der Sperrung zusätzlich mehrere hunderttausend Euro für die Reisendeninformation und -lenkung bereit. So wird die Deutsche Bahn über die durch die Verkehrsverträge der Eisenbahnverkehrsunternehmen finanzierten Maßnahmen hinaus deutlich mehr Servicepersonal mit rund 15.000 Einsatzstunden an den wichtigen Haltestellen in Dortmund Hbf, Kamen, Hamm und Unna einsetzen. Zwei zusätzliche Infopunkte werden als Anlaufpunkte für Reisende geschaffen. Darüber hinaus werden die Wegeleitung und Information an den Bahnhöfen verstärkt: Mehr als 450 Plakate an den Stationen und in den Zügen, mehr als 40 Spannbanner an den Bahnhöfen und rund 80 Mastummantelungen sowie 550 Footsteps zur Beschilderung des Weges vom Bahnhof zur Ersatzhaltestelle sind geplant.

Die Fahrplanänderungen sind bereits in den Online-Auskunftssystemen enthalten. Die Fahrtzeiten der Busse des Schienenersatzverkehrs folgen in Kürze. Außerdem werden sie rechtzeitig über Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben. Zudem sind sie unter bauinfos.deutschebahn.com/nrw und über die App „DB Bauarbeiten“ abrufbar. Es kann auch ein Newsletter für einzelne Linien der DB abonniert werden. Außerdem gibt es eine Broschüre mit detaillierten Infos für die Reisenden. Diese wird rechtzeitig vor Baubeginn an den Bahnhöfen und den Verkaufsstellen ausliegen, im Internet zum Download angeboten und im Rahmen einer Promotionaktion in den Hauptbahnhöfen Dortmund und Hamm verteilt.

Weitere Informationen gibt es bei der speziell eingerichteten DB-Servicehotline für den Schienenersatzverkehr unter 0202 51562515 und dem kostenfreien BahnBau-Telefon unter 0800 5 99 66 55. Soweit die Informationen vorliegen, beantworten die Mitarbeiter auch Fragen zu den anderen  Eisenbahnverkehrsunternehmen bzw. informieren über die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten.

Die eurobahn-Linie RE 3 verkehrt im betroffenen Zeitraum mit angepassten Fahrzeiten und einem zusätzlichen Halt in Dortmund-Derne sowie Dortmund-Kirchderne. Informationen zum Fahrplan erhalten Fahrgäste auf der Webseite der eurobahn (www.eurobahn.de). Telefonisch steht das Kundencenter unter der kostenfreien Rufnummer 00800 387 622 46 rund um die Uhr zur Verfügung.


Hinweise zu Fahrkarten

In den Bussen sind keine Fahrkarten erhältlich. Sie müssen online über die Apps der Verkehrsunternehmen oder an den Verkehrsstationen (nicht an den Ersatzhaltestellen) am Automaten oder am Schalter erworben werden. Tickets des VRR-, Westfalen- und NRW-Tarifs sind ab sofort auch bequem als Handyticket über den DB Navigator erhältlich.

Im Verbundgebiet des NWL können Fahrgäste mit einer gültigen Fahrkarte für die (Teil)-Strecke Hamm – Kamen – Dortmund alle Nahverkehrszüge der Umleitungsstecke nutzen. So ist beispielsweise eine Fahrt von Paderborn nach Essen über Unna möglich, die normalerweise für die kürzere Fahrt über Hamm gilt. Außerdem ist die Fahrt nach Dortmund über Bergkamen freigegeben.

Abonnenten und Inhaber von Monatstickets im WestfalenTarif können während der Baumaßnahme auf dem Streckenabschnitt Bielefeld-Dortmund die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn nutzen.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr ermöglicht seinen Kunden, in deren Zeitkarten der Preisstufen B und C der Geltungsbereich Dortmund enthalten ist, ihre Fahrtmöglichkeiten auf die Preisstufe D zu erweitern. Hierdurch sind alle erdenklichen Umwegverbindungen ohne Ausnahmen zugelassen. Durch die Erweiterung des Geltungsbereichs hin zur Preisstufe D wird dem Kunden eine einfache und leicht zu vermittelnde Fahrtmöglichkeit angeboten.


Baumaßnahmen im Detail

Erneuerung von Schienen und Weichen

Zwischen Dortmund Hauptbahnhof und Hamm (Westf) modernisiert die Deutsche Bahn auf einer Länge von mehr als 26 Kilometern beide Streckengleise. Dabei wird der komplette Oberbau abgetragen und mit Schotter, Schwellen und Schienen neu aufgebaut. Auch fünf Weichen werden erneuert. Um 26 Kilometer Gleis in nur zwei Monaten komplett zu erneuern, setzt die Deutsche Bahn moderne Großmaschinen ein, die in einer Durchfahrt mehrere Arbeitsgänge gleichzeitig erledigt. Außerdem werden zwischen Dortmund-Eving und Dortmund-Scharnhorst rund sieben Kilometer Schiene erneuert. Danach ist die Schienen-Infrastruktur soweit erneuert, dass auf diesem Streckenabschnitt erst ab 2024 wieder Hand an Schienen und Schotter gelegt werden muss.

Erneuerung der Oberleitungsanlage 

Zwischen Dortmund und Hamm wird in den nächsten Jahren die Oberleitungsanlage erneuert. Zwischen 2018 und 2020 werden auf einer Gesamtlänge von 27 Kilometern 164 neue Oberleitungsmasten gesetzt und der Fahrdraht ausgetauscht. In der Sommersperrpause 2018 stehen die ersten 36 Masten und 5.100 Meter Oberleitungen zwischen Hamm und Kamen zur Erneuerung an. Auswirkungen auf den Verkehr wird es wegen der Erneuerung der Oberleitungsanlage voraussichtlich erst in 2020 geben.

Modernisierung und barrierefreier Ausbau der Bahnhöfe 

Zum Fahrplanwechsel 2018/2019 soll auf der Regionalexpress-Linie RE 11 der neue RRX-Zug eingesetzt werden. Damit der Zug am Bahnhof Kamen-Methler halten kann, müssen die Bahnsteige auf 215 Meter verlängert werden. Um die Sperrpause bestmöglich zu nutzen, modernisiert die Deutsche Bahn gleichzeitig alle anderen Haltepunkte und Bahnhöfe entlang der gesperrten Strecke: Dortmund-Scharnhorst, Dortmund-Kurl, Kamen und Nordbögge.

In Kamen wird - finanziert über die Modernisierungsoffensive 2 (MOF2) - das Bahnsteigdach und die Personenunterführung modernisiert. Die anderen Verkehrsstationen werden im Auftrag des Landes NRW fit gemacht für den RRX. Insgesamt acht Bahnsteigkanten werden erneuert: Sie erhalten eine einheitliche Bahnsteighöhe von 76 cm. Das macht auf der gesamten Strecke einen höhengleichen Einstieg in die Züge möglich. Außerdem werden die Bahnsteige auf einer Länge von 215 Metern ausgebaut. Die Bahnsteige erhalten ein taktiles Leitsystem, eine moderne Ausstattung und Wetterschutz. Die neuen Bahnsteige werden nach der Sperrung anfahrbar sein. Noch bis 2019 dauern die Bauarbeiten für neue Personenunterführungen, Treppen und Rampen sowie die Errichtung des neuen Aufzugs in Dortmund-Kurl.

Es werden auch Baumfällungen für die Bahnsteigverbreiterung und den Umbau am Haltepunkt Kamen-Methler durchgeführt. Im Zuge der bereits angekündigten Vollsperrung der DB-Strecke zwischen Dortmund und Hamm werden auch am Haltepunkt Kamen-Methler die Bagger anrücken. Hier steht die Verbreiterung der Bahnsteige an, weshalb auf der Nordseite (Fahrtrichtung Dortmund) in den nächsten Tagen noch Bäume und Sträucher entfernt werden müssen. 
Die DB hat die Gehölzbeseitigungen mit den zuständigen Behörden abgestimmt und den betreffenden Bestand aktuell noch einmal von einem Fachmann auf Nist- und Brutstätten absuchen lassen; Funde gab es nicht.
Die Arbeiten können wie geplant beginnen. Für die entfernten Bäume und Sträucher wird es am Ende der Bauarbeiten (vor Ort und teilweise auch an anderen Stellen im Stadtgebiet) Ersatz geben.