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Frankfurt/Main

Update Flutschäden: Strecken Essen–Wuppertal, Hagen–Rummenohl und Ahrweiler–Walporzheim ab Fahrplanwechsel wieder befahrbar

Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten laufen weiter • Auf 80 Prozent der von der Flut betroffenen Strecken rollen Ende des Jahres wieder Züge

Die Deutsche Bahn (DB) nimmt fünf Monate nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für die Fahrgäste weitere Verbindungen wieder in Betrieb. Ende 2021 sind damit auf rund 80 Prozent der vom Wasser beschädigten Stecken wieder Züge unterwegs. Der Wiederaufbau der verbleibenden Strecken und Anlagen läuft unvermindert weiter.

S-Bahn-Linie 9 (Essen – Wuppertal)

Damit zum 12. Dezember zwischen Essen und Wuppertal wieder die Züge rollen können, waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Großmaschinen im Einsatz. Diese reinigten, tauschten und verdichteten den Schotter. Außerdem musste die DB auf einigen Streckenabschnitten die Entwässerung erneuern und spülen. Gleichzeitig haben Fachkräfte die elektrischen Anlagen sowie die Leit- und Sicherungstechnik repariert.

Volmetalbahn

Ebenfalls ab dem 12. Dezember können Reisende wieder von Hagen Hauptbahnhof bis Rummenohl mit dem Zug fahren. Hier führten die Bauteams im Vorfeld umfangreiche Hang- und Böschungsarbeiten aus. Gleichzeitig hat die DB den Oberbau sowie Brücken erneuert. Die Reparaturen zwischen Rummenohl und Brügge dauern aufgrund der großen Schäden noch mindestens bis Ende 2022. Die Strecke bleibt daher zunächst weiter für den Bahnverkehr gesperrt. Für Reisende auf diesem Teilstück steht ein Schienenersatzverkehr zur Verfügung.

Ahrtalbahn

Nach Remagen – Ahrweiler geht zum Fahrplanwechsel der zweite Abschnitt auf der Ahrtalbahn in Betrieb. Die Züge fahren dann auch wieder zwischen Ahrweiler und Walporzheim. Auf der 2,5 Kilometer langen Strecke hat die Deutsche Bahn in den vergangenen Wochen vor allem die Leit- und Sicherungstechnik erneuert und die Bahnhöfe und Bahnsteige instandgesetzt. Ein Beispiel ist die modernisierte Station Ahrweiler-Markt. Die Züge sind auf der Strecke zunächst eingleisig unterwegs. Die Instandsetzung des zweiten Gleises ist aufwändiger und benötigt mehr Zeit.

Im weiteren Verlauf der Ahrtalbahn arbeitet die DB ebenfalls daran, die Folgen der Flutkatastrophe schnellstmöglich zu beseitigen. Unter anderem müssen zwischen Walporzheim und Ahrbrück acht Brücken und nahezu alle Stützbauwerke ersetzt und neue Schienen verlegt werden. Hinzu kommt die Instandsetzung von sieben Bahnübergängen und der zerstörten Stellwerke in Dernau und Kreuzberg. Das im Bau befindliche Elektronische Stellwerk Ahrtalbahn muss von Grund auf neu konzipiert werden. Parallel laufen erste Planungen für die Rundum-Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur und die Elektrifizierung. Konkrete Prognosen zur Wiederinbetriebnahme sind hier derzeit noch nicht möglich.

Ruhr-Sieg-Strecke

Auf der Ruhr-Sieg-Strecke fahren ab dem 20. Dezember wieder Personenzüge. Hier haben Fachkräfte und Spezialunternehmen in den vergangenen Wochen insbesondere das Stellwerk in Hohenlimburg repariert. Zudem musste auch der Oberbau auf der Strecke umfangreich saniert werden.

Eifelstrecke und Voreifelbahn

Auch auf der Eifelstrecke kommt die DB weiter voran: In Rheinland-Pfalz ist die Infrastruktur zwischen Ehrang und Auw an der Kyll planmäßig bis Ende des Jahres wieder hergestellt. Hier fahren dann erste Züge im Probebetrieb, damit der Bahnverkehr für die Reisenden ab Anfang des kommenden Jahres verlässlich rollt. Im Frühjahr 2022 will die DB die Strecke bis Kyllburg auf Vordermann bringen. Im Sommer folgt der Abschnitt nach Gerolstein, anschließend die Strecke nach Nettersheim.

Zwischen Ehrang und Nettersheim erneuert die DB mehr als 20 von der Flut beschädigte Brücken und Stützbauwerke. Knapp 30 Bahnübergänge bedürfen einer umfangreichen Instandsetzung. Zudem muss im Abschnitt Gerolstein – Ehrang die Stellwerkstechnik komplett erneuert werden. Das Gleiche gilt für insgesamt rund 50 Kilometer Gleise und zehn Kilometer Bahndamm.

In Nordrhein-Westfalen hat die DB auf der Voreifelbahn bereits Ende August den Abschnitt zwischen Bonn und Rheinbach in Betrieb genommen. Ab Mitte 2022 können die Züge wieder bis nach Euskirchen durchfahren.

Anfang September folgte die Eifelstrecke Hürth-Kalscheuren bis Euskirchen. Bis zum nächsten Frühjahr plant die DB, den Bahnverkehr zwischen Euskirchen und Mechernich aufzunehmen. Dafür sollen noch im Dezember am Bahnhof Satzvey die Bauarbeiten starten. Der Abschnitt bis Kall ist bis zum Sommer 2022 wieder befahrbar; ebenso das Teilstück zwischen Rheinbach und Euskirchen.

Bis Ende 2023 erneuert die DB die Strecke zwischen Kall und Nettersheim. Dafür packen die Fachkräfte allein zwölf Kilometer Gleise, acht Durchlässe und mehrere Brücken an. Ein davon ist die Eisenbahnüberführung Urftfluss bei Sötenich, die komplett neu errichtet werden muss, da die Flut ihre Bögen stark beschädigte. Außerdem baut die DB an vielen Stellen weggespülte Bahndämme wieder auf. Gleichzeitig wird die Stellwerkstechnik an der Eifelstrecke komplett erneuert.

Geilenkirchen - Herzogenrath

Reisende zwischen Geilenkirchen und Herzogenrath/Aachen können seit dem 9. November wieder mit dem Zug fahren. Dies betrifft die Linien RE 1 (RRX Abellio), RE 4 (RRX NationalExpress) und die RB 33 (DB).

Die Dauer für die vollständige Wiederherstellung der Bahnübergänge in Rheinland-Pfalz sowie aller Strecken und Bauwerke in Nordrhein-Westfalen können die Fachleute derzeit noch nicht abschließend beziffern. Auch an den wieder in Betrieb gegangenen Strecke gehen die Arbeiten weiter, damit der Bahnverkehr überall so schnell wie möglich wieder ohne Einschränkungen rollt. Bei den Planungen für den Wiederaufbau der Eisenbahninfrastruktur steht die Deutsche Bahn im engen Austausch mit Bund, Ländern und Gemeinden.


Grafiken: Einzelne Strecken im Detail