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Dresden

Dresden-Prag in einer Stunde: Längster Eisenbahntunnel Deutschlands entsteht

Erste Ausschreibungen gestartet • 170-jähriges Jubiläum der Verbindung Dresden-Prag im „Europäischen Jahr der Schiene 2021“ • Mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene

Dresden und Prag liegen künftig nur noch eine Stunde auseinander. Die Deutsche Bahn und das tschechische Infrastrukturunternehmen Správa železnic wollen die genau 170 Jahre alte Verbindung mit einem Neubau quer durch das Erzgebirge stärken. Ziel ist es, die Strecke noch attraktiver zu gestalten und mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene zu verlagern. Das Projekt ist somit ein wichtiger Schritt in Richtung Mobilitätswende.

„Wir kommen voran – auch dank der guten Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Kolleg:innen. Uns alle treibt, mit unserem Neubauprojekt den Verkehrsträger Schiene noch weiter zu stärken. Wir realisieren eine deutliche Verkürzung der Reise- und Transportzeiten – das ist gut für die Menschen, die Wirtschaft und die Umwelt. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt für die internationale Verknüpfung der Verkehrsnetze“, so Projektleiter Kay Müller von der DB Netz AG.

„Durch das Neubauprojekt wird u.a. die Einbindung der Tschechischen Republik in das Hochgeschwindigkeitsverkehrs-Netz in Mitteleuropa ermöglicht. Das Gemeinschaftsprojekt ist damit wichtig für den gesamten europäischen Schienenverkehr. Wir sind stolz, ein Teil des internationalen Projektes zu sein“, betont Petr Provaznik, Správa železnic.

Der Tunnel, der Dresden und Prag künftig verbinden soll, wird der längste Eisenbahntunnel Deutschlands. Er führt unter dem Osterzgebirge hindurch und soll die bestehende Verbindung durch das Obere Elbtal deutlich entlasten. Um den genauen Streckenverlauf festzulegen, muss die DB zunächst den Boden untersuchen. Hierzu entnimmt sie sogenannte Bohrkerne von bis zu 400 Metern Tiefe aus dem Gebirge. Die ersten 130 Bohrungen sind fast abgeschlossen. Dabei hat die DB so viel Erde entnommen, dass, wenn man alle Bohrkerne aneinanderreiht, sich eine Länge von insgesamt 2,5 Kilometer ergäbe. Bis Ende 2021 untersuchen Expert:innen die Proben und werten sie aus. Um den möglichen Verlauf der künftigen Trasse zu bestimmen und damit die beste Variante zu benennen, sind noch weitere Bohrungen und Analysen nötig.

Die Deutsche Bahn untersucht gemeinsam mit der Správa železnic bis 2025 Varianten für den Tunnel durch das Erzgebirge. Hierbei prüfen die Partner, ob der Tunnel künftig idealerweise ganz geschlossen („Volltunnelvariante“), oder teilweise offen („Teiltunnelvariante) durch das Gebirge gebaut werden soll. Aktuell erarbeiten die Projektpartner einen Staatsvertrag für das Neubauvorhaben.

Fotos Neubaustrecke Dresden - Prag

Zum Projekt:

Die EU hat 2021 zum „European Year of Rail“ ausgerufen – um mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn zu bewegen und mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen.  

Die Eisenbahnverbindung zwischen Dresden und Prag liegt auf dem europäischen TEN-V-Korridor (transeuropäische Verkehrsnetze) Orient/Östliches Mittelmeer. Er verbindet die deutschen Nord- und Ostseehäfen mit den wirtschaftlichen Zentren in Südosteuropa, durchquert dabei neun Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – Deutschland, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Zypern und bietet eine Verbindung in Richtung Türkei. Die Strecke ist zudem ein wesentlicher Abschnitt der Transeuropäischen Netze (TEN) und damit für den Güterverkehr von strategischer Bedeutung.

Beide Partner planen, entscheiden und finanzieren gemeinsam. Das ist in dem 2019 abgeschlossene Vertrag zur Planung des Vorhabens für den internationalen Planungsraum festgelegt. Expert:innen haben bislang bereits sieben Ausschreibungen erarbeitet und erste Leistungen vergeben, darunter zur Planung und Projektsteuerung sowie zu geologischen Gutachterleistungen.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://neubaustrecke-dresden-prag.de/

Informationen zum „Europäischen Jahr der Schiene“ finden Sie unter: https://www.deutschebahn.com/de/konzern/European-Year-of-Rail-6115356