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Fast 1,7 Milliarden Euro für Schienennetz und Bahnhöfe in Baden-Württemberg

Über 1.000 Kilometer Gleise seit 2015 erneuert  Kundenfreundliches Bauen für weniger Einschränkungen  210 neue Mitarbeiter in Bauberufen

Die DB startet in ein Jahrzehnt der Infrastruktur-Investitionen. Bundesweit steht 2020 erstmals eine Rekordsumme von 12,2 Milliarden Euro für moderne Schienen, Technik, Bahnhöfe und Energieanlagen zur Verfügung. „Fast 1,7 Milliarden Euro kommen der Infrastruktur in Baden-Württemberg zugute. Für eine starke Schiene und höhere Leistungsfähigkeit packt die DB 2020 im Südwesten über 230 Kilometer Gleise, über 150 Weichen und über 20 Brücken an. Ergänzend werden wichtige Neu- und Ausbaumaßnahmen, zum Beispiel die Neubaustrecke Wendlingen – Ulm und die Ausbaustrecke Karlsruhe - Basel vorangetrieben, um dringend benötigte Netzkapazitäten zu schaffen“, so Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg. Über 100 Bahnhöfe in Baden-Württemberg profitieren von einer kundengerechten Modernisierung. Zusätzlich zu diesem Investitionspaket wird im Rahmen des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm der Umbau des Bahnknotens Stuttgart mit dem künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof weiter vorangetrieben. Seit dem symbolischen Baubeginn für Stuttgart 21 vor zehn Jahren ist das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm weit fortgeschritten.

Damit die Reisenden trotz anspruchsvollen Baupensums mit möglichst wenigen Einschränkungen unterwegs sein können, setzt die Bahn alles daran, ihre Planung immer weiter zu verbessern und frühzeitig zu informieren. Dafür stellt die DB 2020 in Baden-Württemberg 210 neue Mitarbeiter für Bauprojektmanagement und -überwachung sowie Instandhaltung ein.

Durch ein optimiertes Baumanagement haben die Störungen durchs Bauen in den letzten vier Jahren faktisch um die Hälfte abgenommen – bei insgesamt steigendem Volumen. In der neuen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung ist erstmals ein Betrag für kundenfreundliches Bauen vorgesehen. Für eine bessere Bündelung der Maßnahmen, schnellere Bauverfahren und zusätzliche Bauinfrastruktur steht in den nächsten zehn Jahren mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Dass sich die Investitionen lohnen, zeigt ein Blick auf die letzten fünf Jahre, in denen die DB einen spürbaren Qualitätsschub in der Infrastruktur erreicht hat. „Über 1.000 Kilometer – das ist fast ein Drittel der Gleise im 3.300 Kilometer langen baden-württembergischen Streckennetz – sind erneuert. Knapp 60 Bahnbrücken haben im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung II eine Frischekur erhalten. Bei den Bahnhöfen ging es ebenfalls voran: Allein 2019 wurden in Baden-Württemberg rund 100 Stationen modernisiert“, so Thorsten Krenz. Vielerorts stehen den Reisenden Aufzüge und Fahrtreppen zur Verfügung, mit denen sie bequem zum Bahnsteig zu gelangen. Demnächst wird das Bahnhofsmodernisierungsprogramm 2 zwischen der Bahn und dem Land Baden-Württemberg unterzeichnet, das die Aufwertung und Barrierefreiheit von weiteren 50 Bahnhöfen zum Ziel hat. In Baden-Württemberg sind rund achtzig Prozent der 685 Bahnhöfe und bundesweit bereits 78 Prozent der 5.400 Personenbahnhöfe stufenfrei erreichbar.


Wichtige Maßnahmen in Baden-Württemberg 2020 (Auswahl):
  1. Schnellfahrstreckensanierung Mannheim – Stuttgart. Nach dreißig Jahren Hochgeschwindigkeitsverkehr in Baden-Württemberg wird die Strecke Mannheim - Stuttgart von April bis Oktober fit für die Zukunft gemacht. 190 Kilometer Gleise, 54 Weichen, 300.000 Schwellen werden für rund 183 Millionen Euro erneuert.  
  2. Neubaustrecke Wendlingen – Ulm. Das Ende des Tunnelvortriebs der Neubaustrecke wird mit der Fertigstellung des Tunnels in der kleinen Wendlinger Kurve erreicht. Die erste der Filstalbrücken (Mit 85 Meter Höhe und 485 Meter Länge, die dritthöchste Eisenbahnbrücke Deutschlands) erreicht vom Boßlertunnel ausgehend den Steinbühltunnel. Im Sommer erreicht der Gleisbau von Hauptbahnhof Ulm kommend den Bahnhof Merklingen.
  3. Elektrifizierung der Südbahn. Auf der Südbahn werden zwischen Ulm, Friedrichshafen und Lindau auf rund 120 Kilometern 4.000 Masten errichtet und 250 Kilometer Oberleitung verlegt. Zum Projekt zählt auch der Abschnitt Aulendorf -Lindau Aeschach. Mit Abschluss der Arbeiten wird ein umsteigefreies Reisen zwischen Stuttgart und Bodensee möglich. 
  4. Rastatter Tunnel. Die nördliche und südliche Anbindungsstrecke an den Tunnel Rastatt wird fertiggestellt. Auch der Vortrieb im Tunnel in der Weströhre wird wieder aufgenommen. Gleichzeitig beginnen die ersten vorbereitenden Arbeiten zur Sanierung der Oströhre.
  5. Ausbaustrecke Karlsruhe – Basel. Für den Tunnel Offenburg werden die ersten Veranstaltungen im Rahmen der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung veranstaltet. Im Planfeststellungabschnitt Müllheim-Auggen finden 2020 umfangreiche Bauarbeiten statt. Neben verschiedenen Brückenbauwerken werden in Auggen auch die Arbeiten zum Neubau der Rheintalbahn weitergeführt. Im Planfeststellungsabschnitt Haltingen-Weil am Rhein wird an Ostern die westliche Gleistrasse fertiggestellt und in Betrieb genommen.
  6. Eisenbahnüberführung zwischen Kirchberg (Murr) und Burgstall (Murr) unter anderen. Ende Juli bis Mitte September 2020 wird die Eisenbahnüberführung Buchenbach erneuert.
  7. Bahnhofsprojekte unter anderen. An der Station Villingen erfolgt ab März 2020 der barrierefreie Ausbau mit zwei Aufzügen sowie die Erneuerung der Bahnsteige. In Weinheim-Sulzbach wird ab Februar 2020 mit dem Bau einer neuen Verkehrsstation begonnen. Zwei neue Bahnsteige mit Aufzügen sorgen auch hier für Barrierefreiheit. Im Rahmen der Modernisierung und Elektrifizierung der Elztalbahn werden 2020 die Stationen Waldkirch und Gutach umgebaut.

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Auch in den kommenden Jahren wird die Infrastruktur fit für die Zukunft gemacht. 40 Jahre nach Inbetriebnahme der Stammstrecke der S-Bahn Stuttgart wird 2021 bis 2023 die innerstädtische Tunnelstrecke erneuert. Mit dem Einbau der modernen Leit- und Sicherungstechnik ETCS (European Train Control System werden nach dessen Inbetriebnahme Ende 2025 kürzere Zugfolgen und höhere Streckenkapazitäten möglich.

Aktuelle Angaben zu Baustellen, deren Auswirkungen auf den Fahrplan und alternative Fahrmöglichkeiten sind zu finden in den Apps „DB Bauarbeiten“ und
„DB Navigator“, den „Streckenagenten“-Apps des Nahverkehrs sowie unter www.deutschebahn.com/bauinfos sowie https://inside.bahn.de/. Zudem informiert die DB rechtzeitig im Vorfeld detailliert über konkrete Auswirkungen und Ersatzverkehre.

Weitere Informationen zum Thema finden sich im bundesweiten Medienpaket unter: http://www.deutschebahn.com/investitionen2020