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Stuttgart

DB Regio bildet Geflüchtete zu Triebfahrzeugführern aus

In Stuttgart startet erstmals eine zweijährige Umschulung zum Eisenbahner im Betriebsdienst. Sie ist Teil der Initiative „Qualifizierung Geflüchteter zu Triebfahrzeugführern“ von Verkehrsminister Winfried Hermann. Die Ausbildung erfolgt bei der S-Bahn Stuttgart für den Einsatz im dortigen Betrieb.

DB Regio hat heute in Stuttgart ein Pilotprojekt zur Ausbildung von Geflüchteten gestartet. Erstmals werden bei der Deutschen Bahn Mitarbeiter mit Fluchthintergrund in einer zweijährigen Umschulung im Beruf des Eisenbahners im Betriebsdienst ausgebildet. Insgesamt 16 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Chance ergriffen, sich für eine zukünftige Tätigkeit als Triebfahrzeugführer bei der DB zu qualifizieren. Die Umschulung erfolgt bei der S-Bahn Stuttgart für den Einsatz im dortigen Betrieb.

„Wir sind sehr froh, über diesen neuen Weg Verstärkung zu erhalten, um auch zukünftig ein zuverlässiges S-Bahn-Angebot fahren zu können“, freut sich Dirk Rothenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Stuttgart. Bei der S-Bahn Stuttgart stehen auch in Zukunft weitere Angebotsausweitungen an, für die neue Lokführerinnen und Lokführer benötigt werden. „Der Ausbildungsstart ist ein weiterer Schritt zu einer erfolgreichen Integration. Wir werden unsere neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei bestmöglich unterstützen“, bekräftigt der S-Bahn-Chef.

Die zweijährige Umschulung zum Eisenbahner im Betriebsdienst ist Teil des von Verkehrsminister Winfried Hermann initiierten Modellprojekts „Qualifizierung Geflüchteter zu Triebfahrzeugführern“, das im Januar 2019 gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und weiteren Eisenbahnverkehrsunternehmen gestartet wurde. Hermann betont die positiven Auswirkungen sowohl für die Auszubildenden als auch die Nutzerinnen und Nutzer des Schienenverkehrs: „Wir freuen uns, dass das Projekt nun auch in Stuttgart in die Umsetzung kommt. Wir bieten damit Geflüchteten eine spannende berufliche Perspektive. Die Fahrgäste im Land profitieren davon, dass mehr Triebfahrzeugführerinnen und Triebfahrzeugführer zur Verfügung stehen. Jeder zusätzliche Triebfahrzeugführer in Baden-Württemberg trägt dazu bei, dass Züge nicht ausfallen müssen.“

Anerkannte Berufsausbildung der IHK

Die berufliche Umschulung ist eine von der Industrie- und Handelskammer (IHK) anerkannte Qualifizierung, die Erwachsenen gemäß um ein Drittel auf zwei Jahre verkürzt ist. Zugangsvoraussetzungen dabei sind zum einen ein Schulabschluss sowie zum anderen darüber hinaus vorhandene berufliche Vorerfahrungen. Die Umschulungsinhalte wurden in einer Arbeitsgruppe unter Federführung von DB Training erstellt und anschließend gemeinsam mit der IHK Stuttgart Region - Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen sowie der Berufsschule Friedrich Ebert Esslingen-Zell in entsprechende Blockunterrichte ausgearbeitet.

Coaches unterstützen

Während der Umschulung werden zwei vom Land Baden-Württemberg finanzierte Coaches die Auszubildenden umfassend begleiten. Das Angebot beinhaltet Sprachtraining, Allgemeinbildung, Hausaufgabenbetreuung, sozialpädagogische Unterstützung sowie Unterstützung bei Behördenangelegenheiten und im privaten Umfeld. Darüber hinaus sieht das Coaching auch bedarfsorientiert Workshops und Kompetenztrainings vor.

Die Rekrutierung der Geflüchteten erfolgte unter anderem seit Ende 2019 in drei jeweils achtwöchigen Bewerber-Check-ups. Neben individuellem und berufsbezogenem Deutschunterricht wurde Basiswissen über das Arbeitsleben in Deutschland vermittelt. Zudem erhielten die Teilnehmer in einem einwöchigen Praktikum bei der S-Bahn Stuttgart erste Einblicke in die betrieblichen Anforderungen des DB-Konzerns. Am Ende des Check-ups wurden Sprachkenntnisse, berufliche Kompetenzen und notwendige Fähigkeiten für das Berufsbild des Lokführers getestet. Sozialpädagogen und erfahrene Trainer haben die Tests begleitet. Wer den Check-up erfolgreich durchlief, bekam die Zusage für die Teilnahme an dem erforderlichen Medizinisch-Psychologischen Test und nach dessen Bestehen einen Platz in dem Pilotprojekt der allerersten Umschulungsgruppe.