Werk der Fernverkehrszüge in Hamburg

Werkshalle Eidelstedt

Artikel: Werk der Fernverkehrszüge in Hamburg

Heimatwerk des ICE 1 und ICE 4 • Rund 1.300 Mitarbeitende im Einsatz

Die Werkshallen in Eidelstedt und Langenfelde des Fernverkehrsstandortes Hamburg sind das Leitwerk für den Intercity 1, ICE 1 und ICE 4. Ebenfalls können hier der ICE 2, der ICE T sowie die Elektrolokomotiven der Baureihe 101 gewartet werden. 

Somit ist Hamburg der bundesweit größte Standort in der Fernverkehrswartung der Deutschen Bahn. Rund 1.300 Mitarbeitende sind hier rund um die Uhr im Einsatz.

Das Werk Eidelstedt wurde am 26. April 1991 als erstes ICE-Werk der Deutschen Bahn in Betrieb genommen. Bereits beim Bau nahm der Umweltschutz einen hohen Stellenwert ein. So wurden unter anderem Schallschutzmaßnahmen und Energieeinsparungen durch eine isolierte Triebfahrzeughalle realisiert. Die Außenreinigungsanlage wurde mit einer Wasserrückgewinnungsanlage ausgestattet. Allein mit dieser Anlage können 70 Prozent des Wassers für die Außenreinigung wiederverwendet werden. Weiterhin entstanden auf dem Gelände etwa 10.000 Quadratmeter Grünflächen und Biotope.

Die Wagenhalle in Hamburg-Langenfelde zur Instandhaltung von Reisezugwagen (IC) wurde 1970 fertiggestellt.

Jeder ICE fährt in zwei Tagen rund 3.600 Kilometer und erhält dann eine Inspektion. Um die Standzeiten der ICE-Züge möglichst gering zu halten, wird die Wartung sowie die Ver- und Entsorgung im Fließbandverfahren ausgeführt. Zwischen Ankunft und Abfahrt der Züge stehen am Tag im Schnitt 60 Minuten pro Zug im Werk zur Verfügung. Für planmäßige Wartungsarbeiten, wie Außenreinigung der Züge in einer besonderen Waschstraße und größere Reparaturen, sind längere Standzeiten eingeplant. Täglich werden rund 75 ICE-Züge in Eidelstedt und Langenfelde bereitgestellt. Im Durchschnitt werden täglich 30 IC und ICE-Züge gewartet und repariert, davon ca. 20 in Eidelstedt und 10 in Langenfelde. Dazu gehören verschiedene große und kleine Instandhaltungsintervalle und Revisionen.

Mit den steigenden Fahrgastzahlen und dem konsequenten Ausbau der Fernverkehrsflotte ändern sich auch die Anforderungen an die bundesweit rund 170 Bereitstellungsstandorte. Neue oder erweiterte Abstellanlagen mit Möglichkeiten zur Innen- und Außenreinigung sowie zur Ver- und Entsorgung von Fernverkehrszügen sollen Abhilfe schaffen.

Rund 87 Millionen Euro investierte die Deutsche Bahn für den Ausbau der Werkstätten Langenfelde und Eidelstedt, um diese für die Instandhaltung der ICE 4-Flotte zu rüsten. Durch die Modernisierung der beiden Werke wurden die Instandhaltungskapazitäten für den ICE 4 maßgeblich ausgebaut und damit ein wichtiger Beitrag zum Erfolg der Strategie Starke Schiene geleistet.

Im August 2018 fiel mit dem symbolischen Spatenstich der Startschuss für den Ausbau der Hamburger Fernverkehrswerke.

In Hamburg–Eidelstedt wurde die Gleisanlagen komplett umgebaut und auf den Stand der Technik für die ICE 4 Instandhaltung gebracht. So wurden unter anderem ein multifunktional einsetzbares Kransystem und gleislange Dacharbeitsbühnen eingebaut. Außerdem verfügt die Halle nun über moderne und energiesparende Beleuchtung für Arbeiten mit höherem Lichtbedarf, wie bspw. Klebearbeiten. Aktuell können in der 430 Meter langen und 65 Meter breiten Halle in Eidelstedt auf acht Gleisen jeweils acht Züge gleichzeitig auf drei verschiedenen Arbeitsebenen behandelt werden – unter dem Zug, auf Einstiegshöhe und auf dem Dach. Alle Gleise sind mit jeweils 56 Gleisbrücken ausgestattet, die es erlauben einen Radsatz in Minutenschnelle zu tauschen. Auch der Aus- und Einbau eines kompletten Drehgestells ist kein Problem. Teilweise arbeiten bis zu 70 Beschäftigte gleichzeitig am Zug.

Im Werk Langenfelde wurden die Gleisanlagen den neuen Anforderungen entsprechend angepasst und ausgebaut. In der vier Fußballfelder großen Wagenhalle entstanden bis Ende 2019 zwei 400 Meter lange Gleise mit gleislangen Dacharbeitsbühnen, Kränen und Radsatzwechselbrücken, von der aus der ICE 4 optimal behandelt werden kann. Auch die Oberleitungsanlagen wurden auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Ebenfalls neu sind umweltfreundlichere Ver- und Entsorgungsanlagen an den Gleisen, eine tageslichtabhängige LED-Beleuchtung und eine schwenkbare Deckenstromschiene über eine Länge von 200 Metern. Auch das Gleisvorfeld wurde umgebaut, um die Zu- und Abfahrt der Züge in die Werkstatt zu optimieren.

Insgesamt verfügen die beiden Standorte über 13 Behandlungsgleise, neun Außenbehandlungsgleise, zwei Außenreinigungsanlagen, zwei Radsatzdiagnoseanlage und eine Unterflurradsatzdrehbank.

Am Standort Hamburg werden bis zum Jahr 2026 19 zusätzliche Abstell- und Behandlungsgleise mit einer Nutzlänge von 400 Metern geschaffen. Neben der Abstellung steht ebenfalls die Behandlungsqualität im Fokus, wie Ver- und Entsorgung sowie Innen- und Außenreinigung.

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Die DB betreibt Instandhaltungswerke des Fernverkehrs an neun Standorten, von denen die Mehrheit ausgebaut wird. Größere Hallen, erweiterte Werkstätten und Lager sowie neue Behandlungs- und Abstellgleise sorgen künftig dafür, dass die Züge schneller und besser instandgehalten werden können.

Zudem schafft die DB bundesweit 1.000 zusätzliche Stellen in den Werken. Allein in den beiden Hamburger Werken Langenfelde und Eidelstedt entstehen insgesamt rund 240 neue Stellen, davon ist die Hälfte bereits eingestellt. 

Stand: November 2020

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