Rekordtempo für Hochleistungsnetz: DB wird Strecke Frankfurt/Main–Mannheim in nur fünf Monaten generalsanieren

15. September 2022, 15:00 Uhr
Berlin

Artikel: Rekordtempo für Hochleistungsnetz: DB wird Strecke Frankfurt/Main–Mannheim in nur fünf Monaten generalsanieren

Gebündelte Erneuerung aller Anlagen und Bahnhöfe auf der Riedbahn startet Mitte Juli 2024 • DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber: Entwickeln Netz und Bahnhöfe erstmals aus einem Guss • Ziel: Mehr Qualität, mehr Pünktlichkeit und anschließend über Jahre keine Baustellen mehr • Leistungsstarkes Ersatzkonzept für täglich mehr als 200 Züge

Die Deutsche Bahn (DB) beginnt am 15. Juli 2024 auf der sogenannten Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim mit den Generalsanierungen im hoch belasteten Schienennetz. Ein übergreifendes Team wird die Arbeiten so koordinieren, dass sie im Rekordtempo erfolgen können. Innerhalb von nur fünf Monaten wird die DB alle technischen Anlagen erneuern und 20 Bahnhöfe entlang der Strecke modernisieren. Mit der Generalsanierung der Riedbahn bündelt die DB erstmals auf einem hoch ausgelasteten Korridor alle geplanten Baumaßnahmen der kommenden Jahre innerhalb einer Streckensperrung.

DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber: „Die Riedbahn ist damit der erste Baustein auf unserem Weg zu einem Hochleistungsnetz. Nirgendwo sonst in Deutschland wird die Infrastruktur derzeit stärker beansprucht als zwischen Frankfurt/Main und Mannheim. Täglich verkehren auf der Strecke rund 300 Züge im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Deshalb setzt unser neues Konzept genau hier an. Mit der Generalsanierung modernisieren wir radikal, tauschen alle störanfälligen Anlagen aus und schaffen die dringend benötigte Kapazität für mehr Verkehr auf der klimafreundlichen Schiene. Erstmals entwickeln wir Netz und Bahnhöfe aus einem Guss, machen die Stationen attraktiver für unsere Reisenden – und komplett barrierefrei.“

Die positiven Effekte werden nach Abschluss der Arbeiten für Reisende über die Riedbahn hinaus im gesamten Schienennetz spürbar sein: Pünktlichere Züge, weniger Störungen und mehr Angebot für den Personen- und Güterverkehr. Einschränkungen durch wiederkehrende Baumaßnahmen sind zwischen Frankfurt/Main und Mannheim anschließend für viele Jahre nicht mehr erforderlich. Die Kosten der Generalsanierung werden sich voraussichtlich auf etwa 500 Millionen Euro belaufen.

Mit der Generalsanierung der Riedbahn startet die DB am Tag nach dem Finale der Fußball-Europameisterschaft 2024. Während der Sperrung werden auf dem Korridor Frankfurt/Main–Mannheim rund 1.200 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik, 152 Weichen, vier Bahnübergänge und mehr als 10 Kilometer Lärmschutzwände erneuert. Außerdem schafft die DB neue Überholmöglichkeiten für Züge und rüstet die Riedbahn für den digitalen Bahnbetrieb der Zukunft aus.

20 Bahnhöfe entlang der Strecke zwischen Frankfurt/Main und Mannheim erhalten moderne Bahnsteigdächer, Wetterschutzhäuser, neue Wegeleitsysteme und Rampen für den barrierefreien Zugang. Bis Weihnachten 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bereits in den kommenden Monaten werden die geplanten Umleitungsstrecken für den Personen- und Güterverkehr technisch vorbereitet und ausgerüstet.


Leistungsstarkes Ersatzkonzept für zuverlässige Verbindungen

Die DB erarbeitet für die Dauer der Generalsanierung ein leistungsstarkes Ersatzkonzept mit Umleitungs- und Ersatzverkehren für Reisende und Güterverkehrskund:innen. Das Konzept wird mit den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträgern eng abgestimmt.

DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber: „Uns ist bewusst, dass wir Kundinnen und Kunden während der Generalsanierung der Riedbahn viel zumuten. Aber letztlich werden alle von mehr Qualität, Pünktlichkeit und attraktiven Bahnhöfen auf dieser wichtigen Strecke und darüber hinaus profitieren. Das Durchhalten lohnt sich auch deshalb, weil der Korridor Frankfurt/Main–Mannheim nach der Generalsanierung bis ins nächste Jahrzehnt von größeren Baumaßnahmen verschont bleiben wird.“ 

Die Kapazität der Umleitungsstrecken über Worms und Mainz bzw. über Darmstadt ist begrenzt. Deshalb sollen im Nahverkehr Busse zum Einsatz kommen, die bis zu 200 Züge am Tag ersetzen können. Fernverkehrs- und Güterzüge werden zum Teil weiträumig umgeleitet. Leider lassen sich Einschränkungen für Reisende während der Generalsanierung nicht vermeiden. Dafür bittet die DB bereits heute um Entschuldigung und Verständnis.

Bildergalerie: Generalsanierung Riedbahn

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Die Riedbahn als Stabilitätsanker im neuen Hochleistungsnetz

Die DB entwickelt die Riedbahn mit der Generalsanierung innerhalb weniger Monate zum Stabilitätsanker für das gesamte Schienennetz. Moderne Anlagen reduzieren die Anzahl der infrastrukturbedingten Störungen deutlich, zusätzliche Überholmöglichkeiten für Züge sorgen für mehr Flexibilität.

Bis 2030 will die DB weitere hoch ausgelastete Korridore generalsanieren. Auswahl und Priorisierung erfolgen in enger Abstimmung mit dem Bund und seinen Behörden sowie den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträgern. Kriterien dabei sind unter anderem die Auslastung des jeweiligen Korridors sowie der für die nächsten Jahre prognostizierte Baubedarf.