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Nach LKW-Unfall auf der A40: Stand der Arbeiten und Details zum Ersatzkonzept

Eine von vier Brücken wird für den Eisenbahnverkehr freigegeben • Vorarbeiten für den Bau von Behelfsbrücken für die abgerissene Brücke 3 in den Herbstferien • Abriss der Brückenbauwerke 2 und 4 im Dezember

Nach dem schweren Unfall eines Tank-LKW auf der Autobahn A40 direkt unter Eisenbahnbrücken in Mülheim-Styrum sind die Abrissarbeiten der einsturzgefährdeten Brücke 3 abgeschlossen. Aktuell laufen die Vorarbeiten für den Bau von Behelfsbrücken. Auch die Brücken 2 und 4 müssen abgerissen werden. Gutachter haben bestätigt, dass die Verkehrssicherheit der Bauwerke nicht mehr gegeben ist und die Brücken für den Eisenbahnverkehr nicht freigegeben werden können. Die äußerste der fünf Eisenbahnbrücken in Fahrtrichtung Essen konnte für den Verkehr wieder freigegeben werden.


Aktuell laufen die Vorarbeiten zum Bau von Hilfsbrücken für die abgerissene Brücke 3. Die DB muss dazu eine neue Mittelstütze und neue Widerlager bauen. Dafür sind unter anderen Pfahlbohrungen bis zu einer Tiefe von 25 Metern notwendig und erfordern den Einsatz von Großgerät. Die Einrichtung der Baustellenverkehrsführung für die Autobahn erfolgt derzeit im Laufe der Herbstferien. Dabei bleiben jeweils zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung erhalten. In verkehrsarmen Zeiten wird eine zeitweise Verengung auf nur einen Fahrstreifen pro Fahrtrichtung notwendig sein, um u.a. den Abraumabtransport möglich zu machen.

Im rheinland-pfälzischen Konz hält die DB in einem Stützpunkt u.a. sogenannte SE-Brücken mit einer Stützweite bis zu 33 Metern vor. Sie können als Straßen-oder Eisenbahnbrücken eingesetzt werden. Um die vierspurige A40 zu überspannen sind insgesamt vier Hilfsbrücken nötig. Die DB rechnet damit, dass Planung und Bau mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Allein die Kosten für Abriss, den Bau von Hilfsbrücken und den Neubau der Brücke liegen schon jetzt in einem zweistelligen Millionenbetrag.

Für den Abriss der beiden Brücken 2 und 4 und den Einbau der Hilfsbrücke für das abgerissene Brückenbauwerk 3 ist eine Vollsperrung der Autobahn A 40 für voraussichtlich 10 Tage ab dem 4. Dezember notwendig. Die Detailplanungen und die Abstimmung mit Straßen.NRW laufen derzeit. Die DB will Ende des Jahres die Hilfsbrücke einsatzbereit haben und so wesentliche Teile des Personenverkehrs in beiden Richtungen zwischen Essen und Duisburg wieder aufnehmen. Insgesamt 4 Hilfsbrücken-Elemente werden nach dem Abriss der Brücken 2 und 4 als Ersatz für Brücke 3 eingebaut. 

Übersicht der aktuell verkehrenden Linien


Die äußeren, und somit am weitesten vom Brandherd entfernte Brücke 5, steht für den Zugverkehr zur Verfügung. Die beiden Gleise - je ein Gleis für die S-Bahn und eines für den Regional- und Fernverkehr - können ausschließlich von Duisburg in Fahrtrichtung Essen befahren werden. Dadurch kann der S-Bahnverkehr auf dieser Strecke wieder regulär verkehren. Dasselbe gilt für den Fernverkehr in Fahrtrichtung Essen. Folgende Verkehre sind im S-Bahn, Regional- und Fernverkehr konkret möglich.

S-Bahnverkehr: Die Linie S 3 (abellio, Hattingen Mitte - Oberhausen) verkehrt regulär von Hattingen Mitte über Essen Hbf bis nach Mülheim-Styrum. Auch die S-Bahn Linie S 1 (DB Regio) kann wieder aus Richtung Dortmund bis Mülheim-Styrum fahren. Damit rollt zweimal in der Stunde die S-Bahnlinie S 1 zwischen Essen Hbf und Mülheim-Styrum. Dann verkehren, zusammen mit den planmäßigen Fahrten der S 3 wieder vier Fahrten pro Stunde zwischen Essen Hbf und Mülheim-Styrum. Auch in Gegenrichtung über Solingen, Duisburg nach Mülheim Styrum kann 3 mal in der Stunde im Pendelbetrieb fahren. Bislang endeten die Züge in Duisburg Hbf. Auch die S-Bahn Linie S 9 (abellio) kann planmäßig verkehren. Die Züge der Linien S 2 und S 6 verkehren ebenfalls regulär. Letztere ermöglicht allen Reisenden Fahrten im 20-Minuten Takt zwischen Essen und Düsseldorf.

Regionalverkehr: Die Züge des RE 1 (abellio; Aachen – Dortmund) verkehren von Duisburg in Fahrtrichtung Dortmund wieder mit Halt in Mülheim Hbf und Essen Hbf. Auch die Züge des RE 42 (DB Regio, Mönchengladbach – Münster) fahren in Fahrtrichtung Münster wieder über Mülheim und Essen bis Münster. Ebenso kann die Linie RE 14 (Nordwestbahn) regulär verkehren. 

Fernverkehr: Züge des Fernverkehrs in Fahrtrichtung Köln – Essen können wieder auf dem ursprünglichen Fahrweg verkehren und damit die Städte Essen und Bochum aus Richtung Frankfurt/Süddeutschland ans Fernverkehrsnetz ohne Umstieg anbinden.

Übersicht der Linien in Umleitung sowie mit (Halt-)Ausfällen


Nach dem LWK-Unfall steht lediglich eine der Brücken zur Verfügung. Diese ermöglicht den Zugverkehr in Richtung Essen. In der Gegenrichtung verkehren die Züge daher weiterhin auf den bekannten Umleitungsstrecken.

Regionalverkehr: Die Züge der Linien RE 1 in Richtung Aachen verkehren weiterhin in Umleitung ab Dortmund über Herne, Essen-Altenessen und Oberhausen Hbf. In Herne können die Fahrgäste mit der Linie U35 nach Bochum Hbf fahren, in Essen-Altenessen können die Fahrgäste mit den Linien U11 und U17 nach Essen Hbf fahren. Außerhalb der Betriebszeiten der U-Bahn wird zwischen Essen-Altenessen und Essen Hbf ein Schienenersatzverkehr mit Bussen angeboten.  

Die Linien RE 2 (DB Regio) und RE 11 (RRX Abellio) fallen zwischen Essen Hbf und Düsseldorf Hbf aus.

Die RE 3 (Eurobahn) bietet eine direkte Regionalexpress-Verbindung von Dortmund ohne Umstieg nach Düsseldorf. Züge dieser Linie halten während der Baumaßnahmen zusätzlich in Essen-Zollverein Nord.

Die Linie RE 6 (RRX National Express) und RB 33 (DB Regio NRW) fallen zwischen Essen Hbf und Duisburg Hbf aus. Als Ersatz fahren Expressbusse zwischen Essen Hbf und Duisburg Hbf mit Zwischenhalt nur in Mülheim/Ruhr Hbf.

Die Züge der Linie RB 32 (Abellio) fallen jeweils von 6 bis 22 Uhr zwischen Dortmund Hbf und Duisburg Hbf aus. Als Ersatz wird auf die nur Montag bis Freitag verkehrende RB 35 verwiesen, ansonsten fahren Busse zwischen Oberhausen Hbf und Essen-Altenessen, die die Zwischenhalte Essen-Bergeborbeck und Essen-Dellwig in beiden Richtungen an den RE 3 anbinden. Der Halt Essen-Zollverein Nord wird von der Linie RE 3 zusätzlich bedient, sodass hier kein SEV erforderlich wird.

Die Linie RE 42 (DB Regio) in Fahrtrichtung Mönchengladbach Hbf verkehrt weiterhin zwischen Gelsenkirchen Hbf und Duisburg Hbf in Umleitung mit Ersatzhalten in Essen-Altenessen (für Essen) und Oberhausen Hbf (für Mülheim).

Die Linie RE 49 (Abellio) fällt zwischen Essen Hbf und Oberhausen Hbf aus. Ersatz auf dieser Strecke bieten Schnellbusse ohne Zwischenhalt von Essen Hbf bis Oberhausen Hbf, für die Zwischenhalte Mh-Styrum, Mülheim/Ruhr Hbf und Essen-West wird auf die wieder planmäßig verkehrenden S-Bahnen S 1 und S 3 verwiesen.

Fernverkehr: In der Gegenrichtung (Nach Köln) müssen die Züge zwischen Dortmund und Köln weiterhin über Oberhausen, Essen-Altenessen und Gelsenkirchen umgeleitet werden. Hier entfallen die Halte in Bochum, Essen und Mülheim (Ruhr). Teilweise halten diese Züge ersatzweise in Gelsenkirchen. Hierdurch kann es in dieser Richtung zu Fahrzeitverlängerungen von bis zu 15 Minuten und anderen Abfahrtszeiten kommen.

Informationen zum Ersatzkonzept


Über die Fahrpläne informieren die auf der Strecke fahrenden Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio Rail NRW GmbH, DB Fernverkehr, DB Regio NRW und National Express über ihre jeweiligen Kundenkanäle.  

Informationen zu den aktuellen Fahrplanänderungen erhalten Sie ab sofort unter www.bahn.de/aktuell. Einige der geänderten Fahrpläne und Ersatzkonzepte können leider noch nicht in den Reiseauskunftsmedien dargestellt werden. Hier arbeiten die beteiligten Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Hochdruck an einer zeitnahen Bereitstellung aller Fahrplandaten. 

Fahrgäste von DB Regio NRW können sich unter bahn.de/aktuell und 0202 515 62 515 über die Fahrplanänderungen informieren.  

Fahrgäste von National Express können sich unter www.nationalexpress.de informieren oder den direkten Kontakt ins Serviceteam unter der Telefonnummer 0221/ 13 999 444 suchen. Informationen zu den Linien von Abellio erhalten Fahrgäste auf der Webseite www.abellio.de. Telefonisch steht das Kundencenter unter der Rufnummer 0800/223 5546 (kostenfrei) zur Verfügung. 

Hinweise zu Fahrkarten: 

In den Bussen sind keine Fahrkarten erhältlich. Sie müssen online über die Apps der Verkehrsunternehmen oder an den Verkehrsstationen (nicht an den Ersatzhaltestellen) am Automaten oder am Schalter erworben werden. VRR- und NRW-Tickets sind ab sofort auch bequem als Handyticket über den DB Navigator erhältlich. Kunden, in deren Zeitkarten der Preisstufen B und C der Geltungsbereich Essen/Duisburg enthalten ist, erweitern ihre Fahrtmöglichkeiten auf die Preisstufe D. Hierdurch sind alle erdenklichen Umwegeverbindungen ohne Ausnahmen zugelassen. 

Streckenzeitkarten des Fernverkehrs in und aus Richtung Köln gelten auch für Fahrten über Gelsenkirchen oder Hagen/Wuppertal. Für weitere Rückfragen aller Anliegen betroffener Kunden mit Streckenzeitkarten oder Abos steht das jeweilige Abocenter zur Verfügung. Betroffene BahnCard 100 Kunden können sich an den für sie zuständigen Kundenservice der Deutschen Bahn wenden.