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Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe: Seit Fahrplanwechsel wieder Züge zwischen Ahrweiler und Walporzheim

Streckenabschnitt umfassend erneuert • Bahnhof Ahrweiler-Markt für 2,2 Millionen Euro modernisiert • Reparatur der verbleibenden Strecke läuft weiter

Rund fünf Monate nach der Flutkatastrophe ist ein weiterer Teil des Ahrtals wieder an den Bahnverkehr angeschlossen: Die Deutsche Bahn (DB) hat dafür die Strecke von Ahrweiler nach Walporzheim rundum erneuert. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) kümmert sich als Aufgabenträger um die Abstimmung des Angebots auf der Ahrtalbahn und die Schienenersatzverkehre im Ahrtal. Gleichzeitig setzten Fachkräfte für insgesamt rund 2,2 Millionen Euro die Station Ahrweiler-Markt instand und führten Modernisierungsarbeiten durch. Seit 12. Dezember können die Fahrgäste außerdem wieder an der Station Heimersheim zwischen Remagen und Ahrweiler ein- und aussteigen. Damit verbessert sich die verkehrliche Situation für die Menschen in der Region erneut. Den Wiederaufbau der restlichen Strecke setzt die DB unvermindert fort. Die erforderlichen Anpassungen des Fahrplanangebots gewährleistet der SPNV-Nord als Besteller.

Sowohl beim Wiederaufbau der Ahrtalbahn als auch bei der Modernisierung der Station Ahrweiler-Markt arbeiten die DB, das Land Rheinland-Pfalz, der Landkreis Ahrweiler und der SPNV-Nord eng zusammen. Als Zeichen dafür fand heute in „Ahrweiler-Markt“ ein gemeinsamer Vor-Ort-Termin statt.


Dr. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der DB AG für das Land Rheinland-Pfalz: "Mit der Modernisierung des Bahnhofs Ahrweiler-Markt und der Wiederinbetrieb-nahme der Strecke Ahrweiler–Walporzheim erschließen wir für die Reisenden ein weiteres Stück der von der Flut beschädigten Ahrtalbahn. Neue Bahnsteige, bessere Reisendeninformation, stufenfreier Einstieg in die Züge – die runderneuerte Station präsentiert sich nun einladend und zeitgemäß. Dafür haben wir mit dem Land und Zweckverband SPNV-Nord gemeinsam angepackt. Und gemeinsam machen wir weiter – damit schnellstmöglich die Züge wieder durch das gesamte Ahrtal rollen.“

Katrin Eder, Staatssekretärin im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz: "Mit der Inbetriebnahme des neugestalteten Haltepunktes und des Streckenabschnitts bis Walporzheim setzen wir als Land gemeinsam mit allen Akteuren ein Zeichen: Wir nehmen die Strecke wieder komplett in Betrieb, modernisiert und auch dort wieder zweigleisig, wo sie es bis zur Flut gewesen ist. Der heutige Tag ist deshalb ein wichtiger Zwischenschritt. Doch wir gehen noch weiter: Gerade klären wir mit der DB Netz AG und dem Bund die Möglichkeiten für die Elektrifizierung: Wir wollen den erzwungenen Neuaufbau nutzen und möchten, wie bei der Eifelhauptstrecke, jetzt schnell in die Planung einsteigen. Am Ende soll die Ahrtalbahn eine zukunftsfähige vollständig modernisierte Regionalbahn sein, mit guten  Verknüpfungen mit den Zügen am linken Rhein und natürlich lokal emissionsfrei.“

Horst Gies, Erster Kreisbeigeordneter, MdL, Kreisverwaltung Ahrweiler: "Die Inbetriebnahme dieses neu gestalteten Haltepunktes der Ahrtalbahn und die damit verbundene Wiederaufnahme des Zugverkehrs bis Walporzheim ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Normalität und ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Wiederaufbau unserer Heimat vorangeht. Darüber hinaus ist es nicht nur für die Berufspendler, sondern vor allem auch für die Schülerinnen und Schüler im Ahrtal eine gute Nachricht. Ich danke allen Beteiligten, die dies nur rund einen Monat nach Wiederaufnahme des Zugverkehrs der Ahrtalbahn möglich gemacht haben, für ihre innerhalb kürzester Zeit geleistete Arbeit.“

Landrat Achim Hallerbach, Kreisverwaltung Neuwied, Verbandsvorsteher SPNVNord: "Die heutige Veranstaltung ist ein Etappensieg, von dem in mehrfacher Hinsicht positive Impulse für den weiteren Wiederaufbau im Ahrtal ausgehen. Es ist ein großer Erfolg, dass neben der Eröffnung der modernisierten Bahnstation Ahrweiler-Markt die Wiederherstellung der Ahrtalbahn schon so weit erfolgt ist, dass seit gestern wieder Züge bis Walporzheim fahren und wieder in Heimersheim gehalten werden kann. Allen Beteiligten – auf Seiten der Deutschen Bahn vor allem der DB Netz, DB Station&Service und DB Regio – möchte ich ganz herzlich dafür danken. Mein Dank umfasst auch die erfolgreiche Arbeit unserer Geschäftsstelle unter der Leitung von Verbandsdirektor Thorsten Müller.“ 

Im Haltepunkt Ahrweiler-Markt hat die DB die Bahnsteige 1 und 2 in modularer Bauweise komplett neu errichtet. Fahrgäste und Besucher:innen können sich dank dynamischer Schriftanzeiger weiterhin gut informieren und orientieren. Für blinde und sehbehinderte Menschen hat die DB eine Leiteinrichtung angelegt. Außerdem verfügen die rund 140 Meter langen Bahnsteige nun über eine Höhe von 76 Zentimetern. Dies ermöglicht den Reisenden ein komfortableres, stufenfreies Ein- und Aussteigen in die Züge. Für gutes Licht ist ebenfalls gesorgt: Die Bauteams haben dafür eine neue Beleuchtung an den Bahnsteigen installiert. Bis Anfang 2022 führt die DB in der Station noch einige Restarbeiten aus. So erhalten die Bahnsteige in Ahrweiler-Markt jeweils noch ein Wetterschutzhaus. Die DB investierte in die Modernisierung der Station rund 2,2 Millionen Euro.

Seit dem Fahrplanwechsel steht den Fahrgästen auch der Bahnhof Heimersheim wieder zur Verfügung. Die Station liegt auf dem Abschnitt Remagen–Ahrweiler, auf dem bereits seit Anfang November wieder Züge fahren. Der SPNV-Nord hatte dazu mit DB Regio ein Fahrplankonzept abgestimmt, das jetzt bis Walporzheim verlängert wird. Im Bahnhof Heimersheim war und ist wegen der starken Wasserschäden eine umfangreiche Instandsetzung notwendig. Die DB ermöglicht den Reisenden aber schon jetzt dank eines Behelfsbahnsteigs wieder den Zugang zum Bahnverkehr. 

Die Arbeiten auf der restlichen Ahrtalbahn zwischen Walporzheim und Ahrbrück dauern noch an. Hier sind die Schäden besonders schwerwiegend: Unter anderem muss die DB acht Brücken und nahezu alle Stützbauwerke ersetzen und neue Schienen verlegen. Hinzu kommt die Instandsetzung von Bahnübergängen und Stellwerken. Parallel laufen Planungen für die Rundum-Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur und eine mögliche Elektrifizierung.

Weitere Informationen zum Wiederaufbau der von der Flut betroffenen Strecken unter: https://www.deutschebahn.com/pr-frankfurt-de/Update-Flutschaeden-Strecken-Essen-Wuppertal-Hagen-Rummenohl-und-Ahrweiler-Walporzheim-ab-Fahrplanwechsel-wieder-befahrbar-6946708