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Das ICE-Werk Hamburg-Eidelstedt

Heimatwerk des ICE 1 und ICE TD • Rund 700 Mitarbeiter im Einsatz

Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs in Hamburg-Eidelstedt wurde am 26. April 1991 das erste ICE-Werk der Deutschen Bahn in Deutschland offiziell in Betrieb genommen.

Den Kern bildet die 430 Meter lange und 65 Meter breite Halle. Die Größe entspricht etwa der von vier Fußballfeldern. Es ist bis heute das größte ICE-Werk in Deutschland.

Das ICE-Werk Hamburg ist „Heimatwerk“ für den ICE 1. Weiterhin sind dort auch der ICE TD und die Lok der Baureihe 101 in Eidelstedt beheimatet.

Jeder ICE fährt in zwei Tagen rund 3.600 Kilometer und erhält dann eine Inspektion. Um die Standzeiten der ICE-Züge möglichst gering zu halten, wird die Wartung sowie die Ver- und Entsorgung im Fließbandverfahren ausgeführt. Zwischen Ankunft und Abfahrt der Züge stehen am Tag 60 Minuten im Werk zur Verfügung. Für planmäßige Wartungsarbeiten, wie Außenreinigung der Züge in einer besonderen Waschstraße und größere Reparaturen, sind längere Standzeiten eingeplant.

In der Halle können auf acht Gleisen jeweils acht Züge gleichzeitig auf drei verschiedenen Arbeitsebenen behandelt werden – unter dem Zug, auf Einstiegshöhe und auf dem Dach. Alle Gleise sind mit jeweils 56 Gleisbrücken ausgestattet, die es erlauben einen Radsatz in Minutenschnelle zu tauschen. Auch der Aus- und Einbau eines kompletten Drehgestells ist kein Problem. Teilweise arbeiten bis zu 70 Mitarbeiter gleichzeitig am Zug.

Auf der unteren Ebene – 2,40 Meter unter den auf Stahlstützen liegenden Schienen – werden Drehgestelle und Unterboden geprüft. Züge können hier so präzise halten, dass jedes Triebdrehgestell und Mittelwagengestell auf einer seitlich ausfahrbaren und sich selbst verriegelnden Gleisbrücke zum Stehen kommt. So ist es möglich, dass der auf Luftkissen  schwebende Hubwagen unter dem Zug jeden Radsatz innerhalb kürzester Zeit austauschen kann ohne den Zug zu bewegen.

In der mittleren Ebene – den sogenannten Pilzbühnen – erfolgt die Ver- und Entsorgung der Wagen und des Bordrestaurants. Ebenso die Innenreinigung sowie die Befüllung der Betriebsvorräte wie, Papier und das Auffüllen der Vorräte an Speisen und Getränken.

Die Stromabnehmer am vorderen und hinteren Teil der Züge können schließlich von der oberen Ebene aus gewartet werden. Diese befinden sich 6,20 Meter über dem Hallenboden bzw. 3,80 Meter über den Gleisen. Hier sind spezielle Kräne für Arbeiten an den Dächern der Triebköpfe sowie am Maschinenraum eingebaut.

Zu den besonderen Ausstattungsmerkmalen des ICE-Werkes gehört eine Radsatzdiagnose, auf der die Radsätze der Triebköpfe und Mittelwagen vermessen werden. Zur Beseitigung von Laufflächenschäden an den Rädern der Schienenfahrzeuge steht eine Tandem-Unterflurdrehmaschine zur Verfügung, die bei der Behandlung von Radsätzen das aufwendige Ausbauen der Drehgestelle erspart.

Im nordwestlichen Teil des ICE-Werkes befindet sich eine 210 Meter lange automatische Außenreinigungsanlage. Hier können im Winter auch ICE-Züge enteist werden

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25 Jahre ICE-Werk Hamburg-Eidelstedt

Einen hohen Stellenwert nehmen in der heutigen Zeit Aspekte des Umweltschutzes ein. So wurden Schallschutzmaßnahmen wie Isolierung der Außenhaut der Triebfahrzeughalle verbaut. Die Außenreinigungsanlage wurde mit einer Wasserrückgewinnungsanlage ausgestattet. 70 Prozent können für die Außenreinigungsanlage wieder verwendet werden. Weiterhin entstanden auf dem Gelände etwa 10.000 Quadratmeter Grünflächen und Biotope.

Die modernen Anlagen und Arbeitsverfahren des Werkes werden ständig dem neuesten Stand der Technik angepasst um auch die neuesten Generationen von Hochgeschwindigkeitszügen hier aufzunehmen.