DB Logo
zurück zur Übersicht

München

ABS 38: Schall und Erschütterungen im Visier

Externe Gutachter zwischen Tüßling und Freilassing unterwegs

Zwischen Tüßling und Freilassing beginnen unabhängige Gutachter zurzeit damit, Schall und Erschütterungen, die aus dem Bahnbetrieb resultieren, zu untersuchen. Damit verfolgt die Deutsche Bahn das Ziel, die Menschen und die Umwelt nach dem Ausbau der Bahnstrecke vor möglichen Einflüssen von vorbeifahrenden Zügen zu schützen. An den Ergebnissen lässt sich später ableiten, wo an der Strecke welche Schutzmaßnahmen nötig sind.

Die Untersuchungen finden abschnittsweise an der Ausbaustrecke München–Mühldorf–Freilassing (ABS 38) statt und dauern bis zum Frühjahr nächsten Jahres an. Im Rahmen der schalltechnischen Untersuchungen nehmen die Gutachter zunächst Umgebungsfaktoren wie die Geländestruktur und die Bauweise repräsentativer Gebäude an der Ausbaustrecke auf. Dies ist ohne Zutritt zu den Gebäuden möglich.

Bei den erschütterungstechnischen Untersuchungen platzieren die Gutachter Messsonden an repräsentativen Punkten entlang der Ausbaustrecke, um die Werte für Erschütterungen durch den aktuellen Bahnbetrieb zu ermitteln. Anwohner:innen, von deren Wohngebäuden die Experten anschließend Daten zu erfassen planen, wurden bereits kontaktiert.

Anhand der Ergebnisse der Untersuchungen können die Schall- und Erschütterungsexperten Maßnahmen zum Schutz der Anwohner:innen und der Umwelt ableiten. Im weiteren Verlauf der Entwurfs- und Genehmigungsphase legen sie fest, welche Maßnahmen wo an der Bahnstrecke während des Ausbaus zum Einsatz kommen werden. Dabei orientieren sich die Gutachter an der 16. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Das Ziel dessen ist es, die gesetzlichen Grenzwerte zum Schutz der Anwohner:innen einzuhalten.

„Im Zuge des Ausbaus erhalten die Anwohnerinnen und Anwohner an der Strecke zum ersten Mal einen Schallschutz nach den gesetzlichen Regelungen. Das bedeutet: Selbst, wenn in Zukunft mehr Züge die ABS 38 befahren, ist davon auszugehen, dass es leiser wird“, erklärt Klaus-Peter Zellmer, DB-Gesamtprojektleiter der ABS 38.

Dass Güterzüge seit Ende 2020 mit sogenannten Flüsterbremsen aus Verbundstoff ausgestattet sein müssen, trägt schon jetzt dazu bei. Denn der dadurch um zehn Dezibel reduzierte Schall sorgt für eine gefühlte Halbierung des Schalls. Auch moderne Fernverkehrszüge und Elektroloks, die nach dem Ausbau anstelle von Dieselloks auf der ABS 38 fahren können, wirken sich positiv auf die Schallsituation aus.


Die Ausbaustrecke 38 – Für Südostbayern. Für das Klima. Für die Menschen.

Mit ihren knapp 145 Kilometern verbindet die Bahnstrecke von München über Mühldorf nach Freilassing und Burghausen Menschen in der Region Südostbayern mit dem Großraum sowie dem Flughafen München. Der zweigleisige Ausbau in weiten Teilen und die durchgehende Elektrifizierung lässt eine Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf bis zu 200 Kilometer pro Stunde zu. Dies ermöglicht Unternehmen im „bayerischen Chemiedreieck“ einen schnellen und sicheren Transport ihrer Erzeugnisse. Als Teil des transeuropäischen Eisenbahnnetzes wird der internationale Fern- und Güterverkehr zudem schneller von Paris nach Budapest verkehren können. Nicht zuletzt verringert mehr Verkehr auf der Schiene statt auf der Straße und der Einsatz von Elektro- anstelle von Dieselloks den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase.