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Nürnberg

Elektrisch von Nürnberg in die Oberpfalz - Planungen für Metropolenbahn nehmen Fahrt auf

Amberg, Schwandorf, Cham, Furth im Wald - Region erhält Perspektive für Fernverkehr • Verbindung der Metropolen Nürnberg/München mit Prag • Bis zu 160 km/h: Verkürzung der Reisezeiten • Verlagerung von Straße auf Schiene: Entlastung des Klimas • DB startet Dialog mit Region

Unter Strom von Nürnberg oder München Richtung Prag: Mit der Elektrifizierung der 168 Kilometer langen Bahnstrecke Nürnberg - Amberg – Furth im Wald erhält die Oberpfalz eine Perspektive für ein internationales Fernverkehr-Angebot. Die DB stellte heute in Cham ihr Vorgehen in dem neuen Ausbauprojekt vor.

Der Ausbau sieht auch eine Beschleunigung vor, denn künftig sollen auf einigen Streckenabschnitten Züge mit bis zu 160 Stundenkilometern fahren. “Wir schaffen mit dem Ausbau die Voraussetzung für einen attraktiven und konkurrenzfähigen Zugverkehr auf dem Weg nach Tschechien,” so Matthias Trykowski, DB-Leiter Bahnausbau Nordbayern.


Der Bund hatte die DB 2021 mit den Planungen beauftragt. Im Rahmen des Deutschlandtaktes sollen künftig schnelle Zugverbindungen Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagern. Mensch und Umwelt werden dadurch entlastet. Mit der Elektrifizierung der Metropolenbahn können rund 21.900 Tonnen Kohlendioxid (CO2)-Emissionen im Jahr eingespart werden.


Für den Einsatz moderner klimafreundlicher Elektrozüge ist eine vollständige Elektrifizierung der 168 Kilometer langen Bahnstrecke Nürnberg - Amberg – Furth im Wald nötig. Teile der Strecke sollen zweigleisig ausgebaut werden.

Die Bahn-Fachplaner werden sich auch mit 33 Bahnhöfen, 105 Eisenbahnbrücken, 42 Straßenbrücken, 25 Bahnübergängen und einem Tunnel befassen. Die beiden Verkehrsstationen Hiltersdorf und Freihöls sollen zu Kreuzungsbahnhöfen ausgebaut werden.


Konkrete Planungen zu Schallschutzmaßnahmen können erst am Ende der Vorplanung benannt werden. „Wir werden den Schallschutz entlang der Strecke nach aktuell gültigem Regelwerk, der 16. Bundes-Immissionsschutz-Verordnung umsetzen“, sagte Matthias Trykowski. Ein barrierefreier Ausbau von Verkehrsstationen in dem Projekt Elektrifizierung der Metropolenbahn ist gemäß Projektbeauftragung nicht im Umfang enthalten. Für einige Verkehrsstationen ist eine Barrierefreiheit vorlaufend in anderen Projekten geplant. In Summe sind schon oder werden 24 von 33 der Bahnhöfe ganz oder teilweise barrierefrei ausgebaut.


Dialog mit Kommunen startet

„Weil der direkte Austausch mit den Kommunen wichtig ist, führen wir bereits ab September mit allen Orten auf der Strecke zwischen Nürnberg, Amberg und Furth im Wald Erstgespräche und binden sie in unsere Planungen ein. Obwohl sich die Metropolenbahn noch in einer sehr frühen Planungsphase befindet, können uns die Bürgermeister:innen vor Ort wichtige Hinweise zu technischen Möglichkeiten und Schnittstellen geben“, erklärte Michael Engelmann, Leiter nordbayerischer Ausbauprojekte. Nach und nach folgen weitere Dialogangebote auch für Bürger:innen. Schon jetzt können sich Interessierte auf der Projekt-Webseite www.bahnausbau-nordostbayern.de über das Ausbauvorhaben informieren.


„Außerdem steht die Gründung eines sog. Koordinierungsrates bevor – einem Gremium aus unterschiedlichen Vertretern der Region, wie beispielsweise politischen Mandatsträger, aber auch Bürgerinitiativen und Organisationen. In regelmäßigem Turnus informieren wir dann über die neuesten Entwicklungen. Dieses Format hat sich bereits in anderen Projekten bewährt. Die erste Sitzung soll Anfang 2023 tagen“, ergänzte Matthias Trykowski.


Während der Vorplanungen entwickelt die Bahn Lösungen für die verkehrlichen Anforderungen an Bahnhöfen, an Straßenbrücken oder an Bahnübergängen. Am Ende werden die Ergebnisse in einem umfangreichen Dialog der Öffentlichkeit vorgestellt. Für die erste Planungsphase, die sogenannte Grundlagenermittlung veranschlagt die DB zwei Jahre. „Bis die Metropolenbahn in die Bauphase eintreten kann, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. Denn bis dahin stehen weitere Planungs- und Genehmigungsphasen bevor“, sagte Matthias Trykowski.