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München

Die Ausbaustrecke München – Mühldorf – Freilassing (ABS 38) – moderner Schienenverkehr für Südostbayern

Von München bis Freilassing – elektrifiziert und auf zwei Gleisen bis an die deutsch-österreichische Grenze

Mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung

schafft die Bahn kürzere Reisezeiten und deutlich mehr Kapazität. Auf der 145 Kilometern langen Strecke München-Mühldorf- 
Freilassing können künftig Fernverkehrszüge nach Österreich fahren, der Flughafen München wird besser in das Bahnnetz integriert und der Güterverkehr aus dem bayerischen Chemiedreieck profitiert. Die Verlagerung von Verkehren auf die Schiene erspart der Umwelt Schadstoffe aus dem Straßenverkehr und schützt das Klima. Circa 23.000 Tonnen CO2 werden nach dem Ausbau jährlich vermieden.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur plant die Deutsche Bahn den Ausbau der bisher eingleisigen und nicht elektrifizierten Strecke. Eingeschlossen ist dabei der barrierefreie Ausbau eines Großteils der Bahnhöfe und Haltepunkte. Die Anwohner entlang der Strecke erhalten erstmals umfassenden Schallschutz. Nach Ende des Ausbaus wird eine Streckengeschwindigkeit von bis zu 200 Kilometern pro Stunde möglich sein, im Gegensatz zu derzeit maximal 120 bis 140 Kilometern pro Stunde. Darüber hinaus wird die Strecke mit elektronischen Stellwerken (ESTW) und ETCS (European Train Control System) ausgerüstet.

So können zum einen die Kapazitäten für den Personen- und Güterverkehr erhöht werden. Zum anderen sind auf der Strecke zwischen München und Salzburg über Mühldorf kürzere Reisezeiten für den Fernverkehr möglich, im Vergleich zur Verbindung über Rosenheim. Die zweigleisige Strecke schafft auch die Grundlage für einen dichteren Regionalverkehr.

Der Ausbau bindet Südostbayern besser an den Flughafen München an und bringt durch die Aufhebung von Bahnübergängen einen Sicherheits- und Komfortgewinn, weil lange Wartezeiten entfallen.

Das „bayerische Chemie-Dreieck“ rund um Burghausen, einer der wichtigsten bayerischen Wirtschaftsstandorte, erhält durch den Ausbau eine marktgerechte Schienenanbindung, sodass der Schienengüterverkehr wirtschaftlicher und damit konkurrenzfähiger gegenüber der Straße wird.

Dialog und Akzeptanz

Bei der Planung wird die Öffentlichkeit von Anfang an miteinbezogen. Regelmäßige Informationsveranstaltungen und Gesprächsrunden finden über alle Planungsbereiche und -phasen des Projekts statt und sorgen für eine hohe Akzeptanz.

Seit November 2019 können Interessierte die Ausstellung im InfoCenter am Bahnhof in Mühldorf besuchen und dort mit dem Projektteam in den Dialog treten.

Innovation bei der ABS 38: BIM – Digitalisierung des Bauens

Die Planung und Ausführung von Großprojekten sind komplex. Um die Koordination und Zusammenarbeit aller Beteiligter zu vereinfachen, setzt das Projekt auf eine neue ganzheitliche Methode: Building Information Modeling (BIM). Dabei können Einzelplanungen aller Gewerke auf Basis von 3D-Modellen visualisiert werden.

Im Zusammenspiel mit Kostenkalkulationen und terminlichen Entwicklungen erlauben diese Visualisierungen eine zuverlässigere, ganzheitlichere und transparentere Planung des Bauvorhabens. Mit dem Einsatz von modernen und bürgerfreundlichen Medien wie Visualisierungen im Rahmen von BIM kann die Öffentlichkeit Zusammenhänge und Hintergründe des Projekts besser verstehen und Vertrauen in das Großprojekt ABS 38 aufbauen

Aktueller Projektstand

Die Strecke München – Mühldorf – Freilassing wird abschnittsweise ausgebaut. Bereits am 22. Mai 2017 konnte der zweigleisige Ausbau des rund elf Kilometer langen Abschnitts zwischen Altmühldorf und Tüßling in Betrieb genommen werden. Ein halbes Jahr später nahm die Bahn ein drittes Gleis zwischen Freilassing und Salzburg in Betrieb.

Weitere Projektabschnitte befinden sich derzeit in der Planungsphase. Dabei ist die Vorplanung in den Abschnitten 1, 2 und 4 abgeschlossen. Im Planungsabschnitt 3 (Tüßling – Freilassing) wird die Vorplanung derzeit finalisiert. Die Einreichung eines ersten Abschnittes für das Planfeststellungsverfahren soll ab Ende 2020 beginnen. Die Bahn hofft, dass sie für erste Abschnitte noch in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts das Baurecht erhält und mit den Arbeiten beginnen kann.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.abs38.de