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München

100 Millionen Euro für Bayerns Bahnhöfe

2016 Baubeginn an 24 Stationen • barrierefreie Zugänge für 86 Prozent der Bahnreisenden bis 2018

Neue Bahnsteige, Aufzüge, Dachsanierungen, barrierefreier Ausbau und anderes mehr sind bei den Bahnhöfen in Bayern in diesem Jahr  im Fokus. An 24 Bahnhöfen rollen 2016 die Bagger an. Darunter sind auch größere Arbeiten in Umsteigebahnhöfen wie Schweinfurt, Weilheim und Straubing. DB Station&Service wird mit Unterstützung des Bundes und des Freistaates dafür rund 100 Millionen Euro aufwenden. Günther Pichler, Bahnhofschef Bayern: „An 16 Stationen beginnen wir heuer mit dem barrierefreien Ausbau. Damit kommen wir bei diesem vordringlichen Thema  einen wichtigen Schritt voran. Bis 2018 wollen wir weitere 35 Stationen barrierefrei gestalten. Damit kommen 86 Prozent der Reisenden bequem zum Zug.“

Bund und Freistaat finanzieren diese Maßnahmen zum überwiegenden Teil. Für den Zeitraum 2009 bis 2018 belaufen sich die Investitionen in den barrierefreien Ausbau und die Modernisierung auf rund 800 Millionen Euro. Mehr als 80 Prozent der Reisenden in Bayern und damit täglich über eine Million Menschen erreichen die Bahnsteige bereits heute barrierefrei. Das 2013 gestartete Bayern-Paket umfasst mittlerweile 28 Stationen (zuletzt sind noch die beiden Münchner S-Bahnstationen Gilching-Argelsried und Stockdorf dazugekommen). Nach zwei Jahren Planungsarbeiten starten nun die umfangreichsten Ausbauten in Schweinfurt für 11,5 Mio. €, Coburg für 9 Mio. €, Straubing für 16,2 Mio. €, Landshut für 5,5 Mio. und € Weilheim für 11,4 Mio. €. 

Barrierefreier Ausbau Passau Mittelbahnsteig


Zusätzlich beginnt DB Station&Service in diesem Jahr mit größeren Modernisierungsarbeiten an acht Bahnhöfen. Für knapp 15 Millionen Euro erhalten Sonthofen, Oberstaufen, Wörth an der Isar, Oberkotzau, Reuth in der Oberpfalz, Immenreuth, Piding und Hammerau neue Bahnsteige.

Der Würzburger Hauptbahnhof wird derzeit für 49 Millionen Euro barrierefrei  ausgebaut. Passau (21,5 Mio. €) sieht in diesem Jahr der Fertigstellung entgegen. Die Nürnberger S-Bahn-Stationen Ostring und Röthenbach-Pegnitz werden in Kürze vollendet sein. Der Ausbau in Buchloe erfolgte bis 2015. Für die Zeit nach 2018 hat die Bahn jetzt schon in Abstimmung mit dem Freistaat die Planungen für einen möglichen barrierefreien Ausbau in Donauwörth, Pleinfeld und Kaufering angestoßen. Ein weiteres großes Projekt findet in den kommenden Jahren in Augsburg statt. Im Zuge der neuen Straßenbahnunterführung wird der Hauptbahnhof bis 2021 barrierefrei werden.

„Wir wollen die zur Verfügung gestellten Mittel gezielt dort einsetzen, wo eine große Zahl von Reisenden einen Nutzen davon hat“, so der Bahnhofschef Bayern. Für blinde und sehbehinderte Menschen sind bisher knapp 40 Prozent der Bahnsteige mit einem taktilen Leitsystem aus Bodenindikatoren ausgestattet. Zudem gibt es in einigen Bahnhöfen wie beispielsweise in Ingolstadt, Nürnberg, Rosenheim, München Ost und München-Pasing an den Treppen zu den Bahnsteigen Handlaufbeschriftungen mit Prismen- bzw. Brailleschrift und in der Nürnberger Bahnhofshalle Tafeln mit taktilen und mit der Hand ertastbaren Lageplänen. Darüber hinaus verfügen alle neu eingebauten Aufzüge über tastbare Bedienelemente sowie über ein Sprachmodul.

Zukunft Bahn und Stationsoffensive

Besonderes Augenmerk besitzen die stark frequentierten Münchner
S-Bahnhöfe. 91 von 150 Stationen wurden bereits vollständig, 21 weitere teilweise barrierefrei ausgebaut. 13 Haltepunkte sind im aktuellen Bayern-Paket enthalten.

Vom Programm Zukunft Bahn profitieren auch die Tunnelbahnhöfe der Münchner S-Bahn. Günther Pichler: „Heuer starten wir schwerpunktmäßig mit Reinigungsarbeiten. Bis 2020 werden wir 48 Millionen Euro in die sieben Stationen stecken. Dazu gehören der Austausch von 16 Fahrtreppen und drei Aufzügen. Auch das in die Jahre gekommene Mobiliar, die Böden, Wände, Decken usw. werden komplett neu gestaltet.“

Im Zeitraum 2018 bis 2023 wollen Bahn und Freistaat 19 neue Haltepunkte errichten. Diese Stationsoffensive folgt der Entwicklung der Siedlungsstrukturen und bringt die Stationen näher zu den Reisenden – von Aschaffenburg-Ost bis Bad Reichenhall Nord.

Die DB im regelmäßigen Dialog mit Behindertenvertretern

An den wichtigsten Bahnhöfen bietet die DB im Freistaat einen Ein-, Um- und Aussteigeservice an, den im vergangenen Jahr 50.000 Personen nutzten. Diese Stationen sind mit 170 mobilen Hubgeräten oder Elektromobilen ausgerüstet. Rund 210 Servicemitarbeiter im Bahnhof sind für die Unterstützung von Fahrgästen mit Handicaps im Einsatz. Außerdem beteiligen sich die Bahnhofsmissionen und weitere Kooperationspartner an diesem Service.

Reiseplanung aus einer Hand: die Mobilitätsservice-Zentrale

Die Mobilitätsservice-Zentrale gibt täglich von 6 Uhr bis 22 Uhr unter der Telefonnummer 01806 512512*), per Fax unter 01805 159357 und per E-Mail msz@bahn.de Informationen und Hilfestellungen bereits vor der Fahrt. 36 DB-Mitarbeiter beraten Reisende mit Handicap persönlich, organisieren die Reise und schicken die gebuchten Fahrkarten auf Wunsch per Post ins Haus.

Die Mobilitätsservice-Zentrale verfügt auch über aktuelle Informationen, auf welchen Bahnhöfen der barrierefreie Zugang zum Bahnsteig möglich ist und wo Hublifte und DB-Mitarbeiter zur Verfügung stehen, um zum Beispiel Rollstuhlfahrern das Ein-, Aus- und Umsteigen zu ermöglichen.

Alle Serviceangebote der Bahn sind auch im Internet unter www.bahn.de/handicap verfügbar.

*) 20 ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarif bei Mobilfunknetz max. 60 ct/Anruf

Barrierefreier Ausbau am Bahnhof Passau