DB Logo

Köln

Mit der Bahn auf Inspektionstour in Köln

Forstexperten mit Resistograph (Bohrwiderstandsgerät) und Tablet im Einsatz für eine robuste, gesunde Vegetation entlang der Schienen

Die Deutsche Bahn hat heute gemeinsam mit Medienvertretern eine Inspektionstour in einem Waldstück in Köln-West unternommen. 

Im Zuge des neuen „Aktionsplans Vegetation“ wurden Bäume in einem Waldstück nahe den Bahngleisen auf Krankheiten untersucht. Dabei haben die DB-Experten Anna Kortenbruck (DB Netz AG), Felix Gerhardt (DB Netz AG) und Thorsten Kohlmann (DB Fahrwegdienste GmbH) mit Hilfe eines Resistographen (Bohrwiderstandsgerät), sowie eines Tablets wichtige Daten gesammelt. Diese dienen als Grundlage für die ab Herbst folgende nachhaltige Durchforstung des Waldes hin zu einem sturmsicheren, robusten Bestand.

Weitere Infos nachstehend oder unter www.deutschebahn.com/vegetation

Intensivierte Inspektion des Waldbestandes

Mit dem „Aktionsplan Vegetation“ reagiert die Deutsche Bahn auf die geänderten Rahmenbedingungen und Auswirkungen von Extremwetterlagen auf die Fahrgäste und das System Schiene. Der etablierte 6-Meter-Rückschnitt entlang der Gleise und das Schwerpunktprogramm an besonders neuralgischen Punkten (Hot-Spots) werden dabei fortgesetzt. Ergänzend kommen hinzu eine intensivierte Inspektion sowie die gezielte Durchforstung über die 6-Meter-Zone hinaus. Insgesamt sind für das Vegetationsmanagement bereits über 1.000 Mitarbeiter im Einsatz.

Seit März 2018 laufen die intensiven Inspektionen entlang definierter Hauptrelationen. Dahinter verbirgt sich eine genaue visuelle Inaugenscheinnahme der Vegetationsbestände vom Boden und von allen Seiten aus. In der sogenannten Stabilisierungszone außerhalb des 6-Meter-Bereichs links und rechts der Gleise werden dabei einzelne Bäume und Pflanzen ermittelt, die durch Standort, Zustand oder Form eine mögliche Störungsquelle für den Bahnverkehr darstellen könnten.

Die Inspektion der Vegetation findet einmal jährlich statt – abwechselnd im belaubten und im unbelaubten Zustand. Auch der unterjährige Zeitraum der Sichtbarkeit von Pilzen oder sonstigen Pathogenen (Mikroorganismen und Viren), die Hinweise auf die Stand- oder Bruchfestigkeit liefern, findet bei der Wahl des abwechselnden Zeitpunkts von Regelinspektionen Beachtung. 

Die Inspektionen übernehmen ausgebildete Forst- und Fachexperten, deren Anzahl sich seit diesem Jahr nochmal erhöht. Konkret werden für die noch intensivere Begutachtung und Bewertung der Baum- und Pflanzenbestände bundesweit bis zu 150 neue Mitarbeiter eingestellt.

Punktuell kommen bei der Inspektion Resistographen zum Einsatz, die nach einer dünnen Bohrung ins Gehölz Schlüsse auf die Stand- und Bruchsicherheit der Bäume erlauben. Die Zustandsdaten werden mit Hilfe von Tablets vor Ort erfasst und fließen in ein geographisches Fachinformationssystem ein.

Unterstützend nutzt die Bahn derzeit noch testweise Drohnen und Starrflügler. Sensoren erfassen aus der Luft Einzelbäume, auffällige Standorte oder ganze Streckenabschnitte. Die so gewonnenen Daten werden über neue Tools digital katalogisiert und von den Experten ausgewertet, um geeignete Maßnahmen abzuleiten. Diese werden in der nächsten gesetzlich zulässigen Schnittperiode ab Oktober 2018 umgesetzt.

Die Deutsche Bahn wird so Schritt für Schritt die Durchforstung entlang wichtiger Hauptrelationen vorbereiten und durchführen. Grundlage der Planung ist eine detaillierte Analyse der vergangenen Unwetterereignisse und deren Auswirkungen auf den Bahnverkehr.


DB Fahrwegdienste GmbH – Spezialist für Baustellensicherung, Fahrwegpflege und Logistik

Die DB Fahrwegdienste GmbH führt als bundesweit agierender Dienstleister die Vegetationspflege von rund 60.000 Gleiskilometern im gesamten Schienennetz durch. Weitere Tätigkeitsfelder sind die Sicherung von über 100.000 Baustellen jährlich sowie die Unterstützung von Bahnprojekten durch den An- und Abtransport von Materialien.

DB Fahrwegdienste verfügt über sieben Niederlassungen mit 36 regionalen Servicebereichen. Rund 3.000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt – darunter Förster, Triebfahrzeugführer, Fachkräfte, Meister, Techniker und Ingenieure.

Bei der nachhaltigen Vegetationspflege setzt DB Fahrwegdienste neben Manpower auch auf moderne Technik. Ein Beispiel dafür sind Drohnen oder GIS-Anwendungen, die sukzessive das Leistungsspektrum erweitern und effiziente, zukunftsfähige Arbeitsprozesse ermöglichen.


Daneben bietet das Unternehmen Leistungen im Umwelt- und Projektmanagement an, darunter:

  • Umweltfachliche Bauüberwachung und ökologische Baubegleitung
  • Digitale Baum- und Vegetationskataster
  • Bestandskontrollen und Baumgutachten
  • Landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen
  • Natur- und artenschutzfachliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
  • Seilklettertechnik
  • Einsatz von Hubschraubern
  • Weichenpflege
  • Fahrwegbezogener Winterdienst

Drohnen im Einsatz für die Inspektion
Zur Optimierung des Vegetationsmanagements testet DB Fahrwegdienste derzeit Drohnen und Starrflügler. Dabei werden von Sensoren Einzelbäume, Standorte oder Streckenabschnitte digital erfasst. Die Technik bietet dabei nicht nur den Vorteil, dass die Daten zeitnah vorliegen – auch das Kosten-Nutzen Verhältnis ist deutlich effizienter als beispielsweise bei einem Helikopter oder der Begehung durch Forstexperten.


GEO-basiertes Fahrwegdienste FachInformationsSystem (FaFIS)
Um die Vegetationsbestände auf Bahnflächen digital zu erfassen, hat DB Fahrwegdienste ein eigenes geographisches Fachinformationssystem (FaFIS) entwickelt. Dazu wird von den Forstexperten vor Ort die mobile App QFIELD auf Android-Tablets genutzt. Ziel ist die bundesweite Erfassung aller Bäume im Bestand der Deutschen Bahn mit aktuellen Zustandsdaten.