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Düsseldorf

Digitale Modernisierung am Niederrhein im Rekordtempo: 2. Bauabschnitt für neue Stellwerke zwischen Geldern und Kempen startet am 25. Juni

Modernisierung für höhere Zuverlässigkeit im Zugverkehr • Bahn erneuert außerdem 23 Weichen und 7.600 Meter Gleis für 12 Millionen Euro • Busse statt Bahnen zwischen Kevelaer bzw. Kleve und Krefeld bis Ende November

Bereits seit Anfang Dezember 2021 steuern die Fahrdienstleiter:innen der Deutschen Bahn (DB) die Züge zwischen Kleve und Geldern digital mit moderner Stellwerks- und Signaltechnik.

Am 25. Juni startet die DB die Bauarbeiten für neue und moderne Stellwerkstechnik auf dem zweiten Bauabschnitt zwischen Geldern und Kempen. Die DB verlegt zusätzliche Kabel und errichtet neue Technikmodule für die Zugsteuerung. Außerdem stehen

  • Tief- und Kabeltiefbauarbeiten,
  • Modernisierungsarbeiten an Bahnübergängen,
  • Gründung und Aufstellung neuer Signale,
  • Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik und in den Stellwerken

auf dem anspruchsvollen Bauprogramm.

Dafür ist eine Sperrung der Strecke vom 24. Juni (abends) bis Ende November notwendig.

Neben der besseren Steuerung und flexibleren Fahrmöglichkeiten der Züge wird auch die Instandhaltung der Strecke einfacher. Davon sollen die zahlreichen Reisenden und Pendler:innen profitieren, die täglich zwischen Niederrhein und der Metropolregion Rhein/Ruhr unterwegs sind. Klares Ziel der DB ist, die umweltfreundliche Schiene noch attraktiver zu gestalten und so die Mobilitätswende weiter voranzutreiben.

Bis Ende November macht die Bahn die gesamte Strecke zwischen Kleve und Kempen dann fit für die digitale Zukunft. Die Fahrdienstleiter:innen steuern die Züge dann aus den folgenden sechs hochmodernen Stellwerken: Kleve, Bedburg-Hau, Goch, Kevelaer, Nieukerk und Kempen. Darüber hinaus rüstet die DB insgesamt 76 Bahnübergänge technisch auf oder erneuert sie komplett.

Die Strecke ist neben der Erweiterung und Modernisierung des Stellwerks in Finnentrop das zweite Projekt im sogenannten Schnellläuferprogramm in Nordrhein-Westfalen. DB und Industrie modernisieren und digitalisieren dabei mit Förderung des Bundes in die Jahre gekommene Technik im Rekordtempo. 

Zusätzlich Erneuerungen von 23 Weichen und 7600 Metern Gleis:

Die Bahn nutzt die Sperrungen auch, um 23 Weichen und 7.600 Meter Gleis zwischen Geldern und Kempen zu erneuern. Hierbei werden 12.700 Schwellen und 33.200 Tonnen Schotter ausgetauscht.

Die Bahn investiert allein hierfür rund 12 Millionen Euro, um die Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen. Für diese Oberbauarbeiten muss die Strecke zwischen Kleve und Krefeld vom 24. Juni (abends) bis zum 7. August voll gesperrt und vom 14. Oktober bis zum 25. Oktober voll gesperrt werden. Im Anschluss, vom 8. August bis 27. November, wird der Streckenabschnitt zwischen Kevelaer bis Krefeld gesperrt.

Außerdem müssen während der Bauarbeiten zwölf Bahnübergänge zeitweise für den Straßenverkehr gesperrt werden.

Trotz des Einsatzes modernster Arbeitsgeräte ist Baulärm leider nicht zu vermeiden. Wir bitten um Verständnis.

Busse statt Bahnen:

Vom 24. Juni (abends) bis 7. August ist der Streckenabschnitt zwischen Kleve und Krefeld Hbf gesperrt. Im Anschluss, vom 8. August bis 27. November (abends), können auf dem Streckenabschnitt zwischen Krefeld Hbf und Kevelaer keine Züge fahren.

Die NordWestBahn hat für die Linie RE 10 (Niers-Express) in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ein umfangreiches Ersatzbuskonzept erarbeitet, um die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten.

Die NordWestBahn richtet für die Bauphase vom 24. Juni bis 7. August zwischen Krefeld und Kleve einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ein. Um die Reisezeitverlängerung für die Fahrgäste zu minimieren, gibt es mehrere SEV-Linien, welche abschnittsweise beschleunigt verkehren und nicht alle Halte bedienen. Eine Linie, die alle Unterwegshalte anbietet, verkehrt zusätzlich in den Tagesrandlagen.

Für die Bauphase vom 8. August bis 27. November setzt die NordWestBahn Lokalbusse mit Halt zum Ein- und Ausstieg an allen Unterwegsbahnhöfen ein. Außerdem fahren auch Expressbusse, die mit nur wenigen Zwischenhalten unterwegs sind. Um den Umstieg zwischen Bussen und Zügen zu gewährleisten, müssen zwischen Kleve und Kevelaer die Fahrtzeiten der Züge angepasst werden, damit möglichst eine durchgehende Reisekette gewährleistet werden kann.

Weitere Details und die Ersatzfahrpläne werden rechtzeitig auf der Website www.nordwestbahn.de und auf zuginfo.nrw bekanntgegeben.

Die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr stellen anlässlich der Sperrung wieder zusätzliche Mittel für die Reisendeninformation und -lenkung bereit. So wird die Deutsche Bahn über die durch den Verkehrsvertrag der NWB mit dem VRR finanzierten Maßnahmen hinaus mehr Servicepersonal mit rund 550 Einsatzstunden in Krefeld Hbf und Kevelaer einsetzen. Zusätzlich ist die Verteilung von ca. 10.000 Fahrplanflyern vor und während der Baumaßnahme vorgesehen.

Darüber hinaus werden die Wegeleitung und die Information an den Bahnhöfen verstärkt: Rund 60 Plakate werden an den Stationen und in den Zügen angebracht. Zusätzlich werden neun Spannbanner an den Bahnhöfen und rund 80 Footsteps zur Kennzeichnung der Wege vom Bahnhof zur Ersatzhaltestelle installiert.

Hintergrund:

Der Bund stellt 500 Millionen Euro für moderne Stellwerkstechnik aus dem Konjunkturprogramm zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie bereit. Innerhalb kürzester Zeit wird in insgesamt sieben Projekten die vorhandene Stellwerks- und Bahnübergangssicherungstechnik durch digitale Stellwerkselemente modernisiert. Hierbei werden in enger Zusammenarbeit mit der Industrie Prozesse verbessert und Standards etabliert, um eine deutliche Beschleunigung der Projektabwicklung zu erreichen.

Die Digitale Schiene Deutschland schafft industrielle Arbeitsplätze und stützt die mittelständischen in Deutschland ansässigen Unternehmen. Die Digitalisierung ist ein Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz. Wer mit der Bahn fährt, reist bereits heute weitgehend CO2-frei. Die Digitalisierung revolutioniert nachhaltigen Bahnverkehr: kürzere Fahrzeiten, kürzere Wartezeiten, präzise Kund:inneninformation.