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Aus- und Umbau der Schieneninfrastruktur für den Rhein-Ruhr-Express

Sieben Linien sollen die Metropolregion zwischen Köln und Dortmund besser vernetzen

Die Rhein-Ruhr-Region ist die bevölkerungsreichste Metropolregion Deutschlands. Aufgrund der dichten Besiedlung und der Lage im zentralen europäischen Wirtschaftsraum ist sie auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Pro Jahr werden rund 500 Millionen Menschen und ca. 120 Millionen Tonnen Güter im Schienenverkehrsnetz der Region befördert. Trotz der steigenden Nachfrage von Jahr zu Jahr werden momentan auf der Kernstrecke von Köln nach Dortmund nur wenige Direktverbindungen angeboten. Das heutige Regionalverkehrsangebot basiert auf Einzellinien, die untereinander nicht vertaktet sind.

Linienkonzept des RRX

Für die Realisierung des Projekts sind umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten an der Schieneninfrastruktur notwendig: Die Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf-Reisholz wird durchgängig auf vier Gleise vervollständigt. Im Anschluss erfolgt der sechsgleisige Ausbau von Düsseldorf-Reisholz bis Duisburg Hbf. Darüber hinaus wird punktuell zwischen Duisburg und Dortmund gebaut sowie die Gleisinfrastruktur im Knoten Dortmund Hbf umfangreich angepasst.

Die Planfeststellungsbereiche und -abschnitte des RRX

Köln, Leverkusen und Langenfeld

Der Ausbaubereich von Köln über Leverkusen bis Langenfeld beinhaltet den durchgängigen Ausbau auf vier Gleise. Während die Fern- und Regionalverkehrsstrecke in diesem Bereich bereits zweigleisig ausgebaut ist, verläuft die S-Bahnstrecke teilweise nur eingleisig und kann keine weiteren Verkehre mehr aufnehmen. Zwischen Köln-Mülheim Güterbahnhof und Langenfeld werden die heutigen S-Bahn-Gleise daher durchgängig auf zwei Gleise vervollständigt bzw. wird der Gleisabstand vergrößert. So kann die S-Bahn die heute auf den Fern- und Regionalverkehrsgleisen verkehrenden lokalen Güterzüge aufnehmen. Die Ferngleise sind dann nur noch dem RRX und dem Fernverkehr vorbehalten. Der Bereich ist in drei Planfeststellungsabschnitte (PFA) unterteilt, deren Verfahren bereits laufen. Der PFA 1.1 (Köln-Mülheim) ist bereits in Betrieb gegangen. Hier wurde der Abstand der S-Bahn-Gleise vergrößert.

Landeshauptstadt Düsseldorf
Wesentliche Bauvorhaben auf dem Stadtgebiet der Landeshauptstadt Düsseldorf sind der Ausbau der Schieneninfrastruktur auf durchgängig sechs Gleise zwischen Düsseldorf-Benrath und Düsseldorf Hauptbahnhof sowie zwischen Düsseldorf Flughafen und der Stadtgrenze zu Duisburg. Die hierfür nötige kreuzungsfreie Aus- bzw. Einfädelung der beiden neuen Gleise für den RRX in Düsseldorf-Benrath sowie zwei Überwerfungsbauwerke sind ebenfalls ein wesentlicher Planungsinhalt. Damit erhalten S-Bahn, Fernverkehr und RRX (Regionalverkehr) zwischen Düsseldorf-Benrath und Duisburg Hauptbahnhof zukünftig jeweils eigene Gleise. Auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es fünf Planfeststellungsabschnitte (PFA 2.0, 2.1, 3.3, 3.0a und 3.1).

Duisburg
Wesentlicher Planungsinhalt auf Duisburger Stadtgebiet ist der durchgängige sechsgleisige Ausbau der Strecke zwischen Düsseldorf und Duisburg. Der Abschnitt ist der am dichtesten befahrene Teilabschnitt auf dem RRX-Kernkorridor. Die geplanten zusätzlichen Verkehre des RRX und weitere Verbindungen im Regionalverkehr überschreiten die Kapazität der heute viergleisigen Infrastruktur. Aus diesem Grund müssen zwischen Düsseldorf und Duisburg zwei weitere Gleise gebaut werden. Im Wesentlichen wird auf Duisburger Stadtgebiet der Ausbau auf sechs Gleise bis zum Hauptbahnhof fortgeführt. Insbesondere an der südlichen Ein- und Ausfahrt des Duisburger Hauptbahnhofs sind hierfür umfangreiche Anpassungen der Infrastruktur notwendig. Die Planfeststellungsabschnitte 3.2, 3.2a und 3.3 befinden sich auf Duisburger Stadtgebiet.

Mülheim (Ruhr)
In Mülheim werden vier neue Weichenverbindungen gebaut. Zusätzliche Gleise sind nicht geplant, da die Strecke in Mülheim bereits vier Gleise umfasst. Darüber hinaus ist der Neubau von zwei Signalbrücken erforderlich. Die Arbeiten auf Mülheimer Stadtgebiet werden gemeinsam mit dem ESTW Duisburg 2. Baustufe umgesetzt.

Essen und Bochum
In Essen und Bochum kann durch die Umsetzung einiger Infrastrukturmaßnahmen auf den Neubau von zusätzlichen Gleisen verzichtet werden. So wird durch den Bau einer Blockverdichtung und einigen Maßnahmen am Bahnhof Bochum die Kapazität der Fernverkehrs- und RRX-Gleise erhöht. Zudem verkehren zukünftig die beiden verbleibenden Linien RE 16 und RB 40 zwischen Essen und Bochum-Langendreer über die S-Bahn-Gleise, was freie Kapazitäten für den RRX schafft. Hierfür ist der Bau zweier Verbindungskurven und eines Kreuzungsbauwerks nötig.

Dortmund
Der Dortmunder Hauptbahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund seiner bereits heute starken Auslastung kann er keine zusätzlichen Verkehre mehr aufnehmen. Die Bauvorhaben im und am Bahnhof Dortmund umfassen zwei Teilbereiche: Im Westkopf des Bahnhofs sind neue Weichenverbindungen nötig, um weitere Ein- und Ausfahrtmöglichkeiten zu schaffen. Zudem sind kleinere Anpassungen an den Strecken in Richtung Witten und Gelsenkirchen erforderlich. Analog zum Westkopf werden auch im Ostkopf einige neue Weichenverbindungen eingebaut, um drei parallele Ein- und Ausfahrten zu realisieren. Auch hier sind heute nur zwei parallele Fahrten möglich. Zwischen Dortmund Hauptbahnhof und dem Betriebsbahnhof sah die bisherige Vorplanungsvariante aus dem Jahr 2015 umfangreiche Umbaumaßnahmen vor. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen wurde die DB Netz AG mit der Planung einer neuen Vorplanungsvariante beauftragt. Aktuell wird gerade der Anpassungsumfang in diesem Bereich ermittelt, die neu zu planenden Maßnahmen werden jedoch wahrscheinlich geringer ausfallen.



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