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München

„Zukunft S-Bahn München“: Pünktlichere Züge und zufriedenere Fahrgäste sind Ansporn für weitere Verbesserungen

Das Aktionsprogramm „Zukunft S-Bahn München“ wirkt • Kundenzufriedenheit und Pünktlichkeit haben sich verbessert • Anstrengungen werden fortgesetzt

Damit die Verkehrswende in der Metropolregion München gelingt, braucht es eine starke Schiene. Genau dieses Ziel verfolgt die S-Bahn München gemeinsam mit der DB Station&Service AG und der DB Netz AG im Aktionsprogramm „Zukunft S-Bahn München“ mit Unterstützung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Das Aktionsprogramm gibt es seit 2018. Ziel ist eine zuverlässige und moderne S-Bahn als umweltfreundliches Rückgrat des Münchner Nahverkehrs.  

Die Zwischenbilanz zeigt nun, dass das Aktionsprogramm bei den Fahrgästen der S-Bahn ankommt. Mit 95,0 Prozent hat sich die Pünktlichkeit der S-Bahn 2020 deutlich um 1,6 Prozentpunkte verbessert. Und auch die monatlich erhobene Kundenzufriedenheit ist spürbar gestiegen, insbesondere dort, wo das Programm „Zukunft S-Bahn München“ ansetzt. So wurden etwa die Fahrzeuge 2020 mit rund 4 Prozentpunkten besser bewertet als im Vorjahr. Auch die Fahrgastinformation und die S-Bahn-Stationen kommen bei den Reisenden besser an. „Wir freuen uns gemeinsam mit unseren Fahrgästen über eine höhere Pünktlichkeit und gestiegene Zufriedenheit, die uns auf unserem Weg hin zu mehr Qualität und Zuverlässigkeit bestätigen. Aber eines ist ganz klar: Wir sind noch längst nicht am Ziel und wissen, dass es noch viel zu tun gibt. Deswegen werden wir auch 2021 alles daransetzen, die S-Bahn noch besser zu machen“, bekräftigt Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München.

Und so wird auch dieses Jahr weiter an vielen wichtigen Stellschrauben gedreht. Ein Schwerpunkt ist erneut die Fahrgastinformation auf allen Kanälen und in Echtzeit: Von der automatischen Erfassung von Zuglängen, über verbesserte Fahrzeitprognosen bis hin zu einer stärkeren Fokussierung der Inhalte auf den Bahnsteiganzeigern wird es 2021 einige Neuerungen geben. Vieles tut sich auch an den Stationen: Mit der Bike+Ride-Offensive von Bund, Freistaat und DB wird die umweltfreundliche Verkehrsmittel-Kombination aus Rad und Bahn gefördert. Zahlreiche Stationen werden außerdem modernisiert und barrierefrei ausgebaut. An Bahnhöfen der Stammstrecke unterstützt zudem modernste Videotechnik die Lokführer an immer mehr Stationen bei der Zugabfertigung. Wichtig für einen zuverlässigen Betrieb ist auch eine robuste Infrastruktur. Deshalb sorgt Unwetter-feste Technik für weniger Verspätungen durch Blitzschlag auf der S 7. Und schließlich wird im Laufe des Jahres das 238. und damit letzte modernisierte Fahrzeug der Baureihe ET 423 aufs Gleis gesetzt. Somit wird das größte Fahrzeug-Modernisierungsprojekt der Deutschen Bahn und der BEG, die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, erfolgreich zum Abschluss geführt.


Das tut sich 2021 bei "Zukunft S-Bahn München"

Echtzeitinformationen sind dieses Jahr ein Schwerpunkt von „Zukunft S-Bahn München“. So werden ab dem Sommer Zuglängen vollautomatisch erfasst. Dadurch wird die Anzeige der Zuglänge und Halteposition am Bahnsteig auch bei kurzfristigen Änderungen verlässlicher. Ab Mitte des Jahres werden außerdem die Ankunfts- und Abfahrtsprognosen zuverlässiger. Algorithmen ermitteln diese dann auf Basis historischer Daten und der aktuellen verkehrlichen Situation. Auch personell verstärkt die S-Bahn die Fahrgastinformation. Ab dem zweiten Quartal sind die Kundeninformationsmanager (KIM) 24/7 im Einsatz und kümmern sich um die schnelle und aktuelle Information der Fahrgäste auf allen Kanälen. Sie werden auch die digitalen Liniennetzkarten für die Anzeigen in den Zügen der Baureihe ET 423 bedienen. Diese informieren bei größeren Störungen in Echtzeit über den aktuellen Status und Auswirkungen sowie Fahrtalternativen. Dieser deutschlandweit erstmalig eingesetzte Informationsweg wird im eigenen Fahrgastinfolabor der S-Bahn fortlaufend weiterentwickelt. Im Fokus stehen aktuell der Einsatz der Karten auf weiteren Kanälen und die Baustelleninformation.

Neues gibt es auch an den Stationen: Alle Stationen werden mit Informationsmonitoren zur Anzeige der nächsten Abfahrten ausgerüstet. Nach und nach werden zudem ältere Informationsmonitore durch neue Anzeiger-Generationen ersetzt. Die modernen Farbdisplays bieten eine höhere Auflösung und können mehr Abfahrten anzeigen als ihre Vorgänger. Die Umrüstung auf der Stammstrecke startet in diesen Tagen, auch außerhalb der Tunnelbahnhöfe wurden die ersten Anzeigen bereits erneuert. Um den verfügbaren Platz auf den Anzeigern besser zu nutzen, setzen die S-Bahn und die DB Station&Service AG auf der Stammstrecke zudem einen oft geäußerten Wunsch der Fahrgäste um. Bei größeren Störungen liegt der Fokus ab sofort ganz auf relevanten Informationen: Neben Fließtexten, die wie bisher über geänderte Linienverläufe informieren, beschränkt sich die Anzeige der nächsten Abfahrten auf fahrende Züge – Ausfälle werden nicht aufgeführt. So werden inhaltliche Doppelungen vermieden und mehr Abfahrten angezeigt. Die „Fokusinformation“ wird gezielt nur während größerer Störungen auf den Stationen der S-Bahn-Stammstrecke angewendet.

Eine robuste Infrastruktur ist wichtig für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Deswegen macht die DB Netz AG an der Strecke der S 7 nach Kreuzstraße die Technik am Gleis wetterfester. Aufgrund der speziellen topographischen Lage dieser Strecke gibt es dort häufig Blitzschläge in die Signaltechnik, die Störungen verursachen und so zu Verspätungen führen können. Auswertungen haben gezeigt, dass davon häufig sogenannte Achszähler betroffen sind.

Um dies nachhaltig zu verhindern, hat die DB Netz AG bereits in den vergangenen Jahren damit begonnen, auf dem östlichen Abschnitt der S 7 bestehende Achszähler durch moderne und besonders robuste Technik zu ersetzen. Erste Analysen zeigen einen markanten Rückgang der durch Blitzschläge verursachten Verspätungen. Dieses Jahr sollen nun weitere Abschnitte der Linie umgerüstet werden. Gerade auf eingleisigen Strecken wie der S 7 nach Kreuzstraße wirkt sich dies unmittelbar auf die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit aus. Insgesamt investiert DB Netz AG über 1 Mio. Euro in den Austausch aller Achszähler entlang der S 7 Ost. 


Viel Platz in den Einstiegsbereichen und für Gepäck, umweltfreundliche und tageszeitabhängige LED-Beleuchtung und große Deckenmonitore für Echtzeit-Fahrgastinformation. All das bringt die Modernisierung aller 238 Züge der Baureihe ET 423 mit sich. Voraussichtlich im Herbst wird das letzte Fahrzeug nach seiner Schönheitskur in den Einsatz gehen.

Damit endet ein 2018 gestartetes Umbauprogramm der Superlative: 34.000 neue Sitz-, Rücken- und Kopfpolster, 1.904 doppelseitige Breitbild-Monitore und 36.000 Quadratmeter neuer Fußbodenbelag wurden eingebaut. Es ist das größte Fahrzeugmodernisierungsprojekt der DB. Gemeinsam haben die S-Bahn München und die BEG die Modernisierung geplant und die Finanzierung vertraglich geregelt. Die Züge wurden in den Werken der DB Fahrzeuginstandhaltung komplett neugestaltet, technisch überholt und neu lackiert.


Rad und Bahn sind eine unschlagbar klimafreundliche Kombination. Sichere Abstellmöglichkeiten für das Zweirad spielen für viele Radfahrende eine entscheidende Rolle. Deswegen engagiert sich die DB in der Bike+Ride-Offensive, um neue Radabstellanlagen an Bahnhöfen zu schaffen – auch in und um München. Die DB hilft, geeignete Standorte zu finden, stellt eigene Flächen zur Verfügung und unterstützt bei Planung und Montage. Die Kommunen errichten die Anlagen dann mit Förderung des Bundesumweltministeriums und des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr. Vergangenes Jahr entstand in Freising die bundesweit größte Anlage der Bike+Ride-Offensive mit 800 überdachten Stellplätzen und auch in Ismaning gibt es mehr Platz fürs Radl. Die B+R-Offensive kommt gut an und stößt auf großes Interesse vieler Kommunen. Im Bereich der S-Bahn München fanden bereits an weiteren 20 Standorten gemeinsame vor-Ort-Termine statt.

Die DB dreht an vielen Stellschrauben, um die Kombination aus Bahn und Rad attraktiv zu machen. In Freising plant die DB beispielsweise eine Fahrradservice-Station und Radfahrende können mit der Rad+ App auf der Fahrt von und zur Bahn Kilometerpunkte sammeln und diese bei Partnern vor Ort gegen Rabatte und Prämien eintauschen.

Die Stammstrecke ist eine der am dichtesten befahrenen Eisenbahnstrecken Europas. Die Haltezeiten der Züge an den Bahnsteigen stehen daher schon länger im Fokus, etwa mit dem Einsatz von Einstiegslotsen an stark frequentierten Stationen oder dem zentralen Öffnen der Türen. Zusätzlich werden die Lokführer der S-Bahn an Bahnhöfen der Stammstrecke nun mit hochauflösender digitaler Videotechnik bei der Zugabfertigung unterstützt. Sind alle Fahrgäste eingestiegen? Befinden sich noch Gegenstände in einer der bis zu 36 Türen? All dies kann der Lokführer mit einem Blick vom Pult seines Führerstandes aus überprüfen und dann die Türen schließen. Im Laufe des Jahres wird die Technik der DB Station&Service AG an den oberirdischen Bahnhöfen der Stammstrecke sowie am Isartor und am Rosenheimer Platz eingeführt. Am Hirschgarten und an der Donnersbergerbrücke sind die Anlagen bereits seit Kurzem deutschlandweit erstmalig im Betrieb.


In diesen Tagen startet der barrierefreie Ausbau der Stationen Poing und Heimstetten. Rundum erneuerte und erhöhte Bahnsteige sorgen künftig für einen stufenlosen Ein- und Ausstieg der täglich rund 13.000 Fahrgäste. In Poing gelangen Fahrgäste ab Herbst über Rampen stufenfrei zur S-Bahn. In Heimstetten wird die Unterführung modernisiert und durch zwei neue Aufzüge mit den Bahnsteigen verbunden. Ein neues 85 Meter langes Bahnsteigdach schützt künftig vor Wind und Wetter. Die Bauarbeiten werden nur rund ein Jahr dauern und im Frühjahr 2022 komplett abgeschlossen. Für beide Stationen werden durch Freistaat, DB und Bund mehr als 14 Mio. Euro investiert. Dieses Jahr fortgesetzt wird der barrierefreie Ausbau u.a. an den Stationen Isartor und St.-Martin-Straße. Schon heute sind mehr als 120 der 150 S-Bahn-Stationen komplett oder eingeschränkt barrierefrei, davon profitieren rund 90% der Fahrgäste.

Auch die Verschönerung und Modernisierung der Stationen schreitet voran. Die Bahnsteigebenen der Stammstrecken-Tunnelbahnhöfe werden noch dieses Jahr weitgehend in neuem Glanz erstrahlen. Anschließend folgt die Modernisierung der Verteilerebenen. Mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm des Bundes wurde zudem 2020 an sechs Stationen das Erscheinungsbild verbessert. Mehr als 1 Mio. Euro sorgten hier nicht nur für schönere Bahnhöfe sondern waren auch schnelle Hilfe für Unternehmen und Handwerksbetriebe in der Region. Durch den Erfolg in 2020 beabsichtigt der Bund auch für 2021 das Handwerkerprogramm fortzusetzen.

Auf viel Komfort können sich S-Bahn-Fahrgäste in Zorneding freuen. In einem neuen, nachhaltigen Bahnhofsgebäude werden sich neben einem Wartebereich auch ein öffentliches WC und ein DB ServiceStore oder Café befinden. Bereits beim Bau des 200 Quadratmeter großen Gebäudes wird durch natürliche, nachhaltige und regionale Rohstoffe CO2 gespart. Die Holzkonstruktion wird vorgefertigt geliefert und vor Ort montiert. So wird es möglich, das Gebäude innerhalb weniger Monate zu errichten. Schon kommendes Jahr soll es fertig sein. 




Das Aktionsprogramm „Zukunft S-Bahn München“

2018 startete das Aktionsprogramm „Zukunft S-Bahn München“ mit dem die Qualität für die Kunden spürbar verbessert werden soll. Zu den zahlreichen Maßnahmen, die bereits umgesetzt wurden bzw. aktuell laufen, zählen unter anderem der Start der Livemap in der App „München Navigator“, die Etablierung von Einstiegslotsen an mehreren Bahnhöfen zur Verkürzung der Haltezeiten der Züge sowie die Einzäunung der oberirdischen Stammstrecke, um die Auswirkungen von Vorkommnissen mit „Personen im Gleis“ zu reduzieren.