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Shuttle-Modellregion Oberfranken: Der Fahrgastbetrieb startet

Autonomer Shuttle-Service in Hof steht ab sofort allen Reisenden zur Verfügung • Einhaltung eines klaren Hygienekonzeptes • Zehn Partner Teil des Projektkonsortiums

In Deutschlands umfangreichstem Modellprojekt mit automatisierten Kleinbussen hat der Fahrgastbetrieb endlich beginnen können. Der Startschuss für die jeweils zwei fahrerlosen Shuttles des Herstellers Navya in den Städten Hof, Kronach und Rehau musste aufgrund der hohen Corona-Inzidenzen um mehrere Monate verschoben werden.

Nach dem in den vergangenen Tagen bereits in den Städten Kronach und Rehau der Betrieb aufgenommen wurde, sind ab heute auch am Standort Hof die Shuttledienste unterwegs. MdB Hans-Peter Friedrich, Vertreter:innen der lokalen Politik und der zehn Projektpartner waren zur heutigen Eröffnung in Hof vor Ort. Aufgrund der nach wie vor geltenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wurde allerdings auf eine feierliche Eröffnung verzichtet.

Während in Rehau die Shuttles zunächst ausschließlich im Werksverkehr der Firma REHAU AG + Co eingesetzt werden, steht der Shuttle-Service in Hof und Kronach ab sofort allen Interessierten offen. Dort werden die Fahrzeuge durch DB Regio Bus betrieben. „Es freut mich sehr, dass wir unsere Fahrgäste nun in den autonomen Shuttles begrüßen dürfen. Hiermit leisten wir einen wichtigen Beitrag für unsere Fahrgäste, die Forschung und eine zukunftsfähige und innovative Mobilität in Bayern - natürlich unter Einhaltung eines klaren Hygienekonzeptes“, so Jörg Konrad, Leiter Marketing bei DB Regio Bus, Region Bayern, und Geschäftsführer der Regionalbus Ostbayern GmbH (RBO). Die Anzahl der Fahrgäste ist abhängig von den Inzidenzwerten beschränkt – zunächst dürfen bis zu vier Personen mitfahren. 

Das Projekt SMO zeichnet sich durch eine umfangreiche Begleitforschung aus. Die drei verschiedenen Anwendungsfälle touristischer Verkehr (Kronach), Anbindung Bahnhof-Innenstadt (Hof) – beide als Ergänzung zum örtlichen ÖPNV – sowie der Werksverkehr in Rehau helfen dabei, die innovative Mobilitätsform im Livebetrieb zu erproben und neue Markt- beziehungsweise Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die DB Regio Bus setzt z.B. ein Buchungs- und Informationssystem um. Die Fahrpläne mit Liveinformationen werden bald in der App „Wohin-Du-Willst“ bzw. im DB Navigator sichtbar sein.

Bei der Beurteilung und Weiterentwicklung soll die Bevölkerung stets intensiv mit einbezogen werden. Eine durch die Hochschule Coburg durchgeführte Haushaltsbefragung hat bereits ergeben, dass über 80 % der Bevölkerung eine positive Einstellung zum SMO-Projekt haben und die Forschungsarbeiten begrüßen. Zudem führt die Hochschule eine Fahrgastbefragung durch, deren Ergebnisse wichtige Erkenntnisse zur Weiterentwicklung des Shuttleprojektes in den oberfränkischen Modellkommunen liefern sollen. Beispielsweise erprobt die Hochschule Hof die sog. Mensch-Maschine-Interaktion zwischen Shuttle und Fahrgast im Livebetrieb und in einem Demonstrator.

“Unser Ziel ist es, im Rahmen des Forschungsprojektes innovative und vor allem zukunftsfähige Lösungen im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs zu schaffen und damit vor allem den Menschen im ländlichen Raum neue Möglichkeiten der Mobilität zu bieten. Konkret bedeutet das: Anhand der Erkenntnisse, die wir direkt vor Ort gewinnen, rüsten wir unsere Shuttles auf, damit sie in den laufenden Verkehr integriert werden können”, so der Landrat des Landkreises Hof, Dr. Oliver Bär.

Auch in technologischer Hinsicht geht das Forschungsprojekt voran: So wird z.B. eine zentrale Leitstelle für die Modellregion in Hof eingerichtet, von der aus alle Shuttles überwacht werden sollen. Die sog. Remote Control der Fahrzeuge für den Bedarfsfall wird erforscht und getestet, wenngleich diese Möglichkeit zur Fernsteuerung im jüngst verabschiedeten Gesetz zum autonomen Fahren derzeit nicht vorgesehen ist. Zudem werden neuronale Netze als Werkzeuge der künstlichen Intelligenz trainiert, mit deren Hilfe Fußgänger, Radfahrende und andere Verkehrsteilnehmende noch sicherer erkannt werden können. Die Konzeption eines umfassenden Sicherheits- und Störfallmanagements stellt sicher, dass alle Zwischenfallszenarien berücksichtigt werden.

Das Projektkonsortium umfasst zehn Partner. Während die Städte Hof und Rehau sowie die Landkreise Hof und Kronach die Fahrrouten auswählen und vorbereiten, verantworten die Partner DB Regio Bus und REHAU AG + Co. den Fahrgastbetrieb. Valeo befasst sich vor allem mit der technischen Weiterentwicklung insbesondere im Bereich der Fahrzeugsensorik. Darüber hinaus sind die Hochschulen Hof und Coburg sowie die Technische Universität Chemnitz intensiv mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Projektkontext befasst. Koordiniert wird SMO durch den Konsortialführer Valeo in Kronach, unterstützt durch die Berliner Mobilitätsberatung Nuts One. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Für interessierte Bürger:innen oder Besucher:innen der Region ist das Leitwartenbüro in der Hofer Innenstadt (Ludwigstraße 75) dienstags und donnerstags von 16 bis 17 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen zum Projekt unter: https://www.shuttle-modellregion-oberfranken.de/

Das Imagevideo SMO: https://youtu.be/M87i3jFwTqE

Für weitere Presseinformationen wenden Sie sich bitte an die Projektkoordination unter: projektbuero-smo@nuts.one